Historisch-Philosophischer Verein <Heidelberg> [Editor]
Neue Heidelberger Jahrbücher — 1.1891

Page: 165
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Die Rangklassen des Ordo salutationis

sportularumque provinciae Nuiuidiae,
insbesondere die coronati.

Von

Otto Karlowa.

Die neuerlich unter den Trümmern des alten Thamugadi in Nu-
midien aufgefundene Inschrift aus der Zeit des Kaisers Julian (a. 361/3)
enthält in ihrem ersten Teil einen ordo salutationis.1) Wie die
Reihenfolge, nach welcher die Würdenträger zur Audienz beim Kaiser,
zur adoratio, zugelassen wurden, durch die Rangordnung der diocle-
tianisch-konstantinischen Monarchie genau vorgeschrieben war, so war
ebenso die Reihenfolge festgesetzt, in welcher die zur Begriissung (salu-
tatio) des Provinzialstatthalters Berechtigten in das secretarium des-
selben eingelassen wurden. Adoratio und salutatio sind zwar verwandt,2)
aber nicht das nämliche.3) Wenn die salutatio osculum und consessus,
und gewiss auch nicht für alle zur salutatio des Statthalters Zugelas-
senen, umfasst, so ist beides nicht in der adoratio enthalten. Vom
Kaiser mit Kuss empfangen zu werden, wurde zu den höchsten Ehren
gerechnet.4) Das aclorare prmcipem besteht in der Kniebeugung sowie
in der Berührung und dem Küssen des kaiserlichen Purpurgewandes.
Und wenn auch der ordo adorationis mit dem ordo salutationis bezüg-
lich der Personen, welche sowohl zur adoratio wie zur salutatio berech-

1) Ephem. ep. V, p. 629 sqq.

2) L. 1 C. Th. de dec. et silent. 6, 23: — ‘inter eos — — esse praecipimus
in adoranda nostra serenitate et in salutandis administratoribus’.

3) Den Gegensatz hebt Ammianus Marcell. lib. 15 c. 5 hervor: — ‘omnium
primus extero ritu et regio more instituit adorari, cum semper antea ad similitu-
dinem Iudicum salutatos Principes legerimus’.

4) CI. Mamertinus grat. act. c. 28, Pacatus c. 20 u. a. St.

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