Historisch-Philosophischer Verein <Heidelberg> [Editor]
Neue Heidelberger Jahrbücher — 1.1891

Page: 227
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Die Heidelberger Handschrift der Paradoxographen

(Pal. Gr. 398)

von

Alfred von Gutschmid.1)

Die Handschrift war im 14. oder 15. Jahrhundert auf dem Athos,
zu welcher Zeit dort der Codex mus. Brit. add. 19, 391 aus ihr abge-
schrieben worden ist (vgl. den Nachweis bei C. Müller, Fragmenta hist.
Graec. V, 1 p. XYIsqq.). Von da kam sie nach Heidelberg, wurde mit
der übrigen Bibliothek 1623 nach Rom entführt, von da 1796 nach
Paris, und befindet sich seit 1815 wieder in der Heidelberger Univer-
sitätsbibliothek. Die griechischen Paradoxographen sind daraus zuerst
von Xylander, Basel 15f>8, 8. herausgegeben worden. Eine neue Ver- 5
gleichung der Handschrift gab F. J. Bast, Epistola critica ad J. F. Bois-
sonade super Antonino Liberali, Parthenio et Aristaeneto. Cum auctoris

9 Diese Arbeit des am 2. März 1887 allzufrüh der Wissenschaft
entrissenen Gelehrten ist mir im Oktober 1881 von demselben zur Ver-
fügung gestellt worden. Bei einem Besuche, den ich Gutschmid im
genannten Jahre in Tübingen abstattete, hatte ich Gelegenheit, mich
mit ihm u. A. auch über den Paradoxographen-Codex zu unterhalten,
welcher zu den wertvollsten unserer Keimelia gehört. Es stellte sich
hierbei heraus, dass Gutschmid bereits eine Arbeit über diese Hand-
schrift vorbereitet hatte, und nach wenigen Monaten setzte er mich in
den Besitz derselben. Eine Veröffentlichung an anderer Stelle unter-
blieb aus hier nicht näher zu erörternden Gründen. So erscheint denn
dieser interessante Aufsatz jetzt in unserer neubegründeten Zeitschrift,
wobei das horazische ‘nonum prematur in annum’ dem Werte desselben
nicht geschadet haben dürfte.

K. Zange meiste r.
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