Historisch-Philosophischer Verein <Heidelberg> [Editor]
Neue Heidelberger Jahrbücher — 1.1891

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facsimile
Philipp Hainliofers Bericht über die Stuttgarter
Kindtaufe im Jahre 1610.

Von

Adolf von Oeclielhiiuser.

(Mit einer Lichtdruck-Tafel.)

Philipp Hainhofer, einem alten Augsburger Geschlecht entsprossen,
ist am 21. Juli 1578 in Augsburg geboren. Nach dem Tode seines
Vaters im Jahre 1583 nahm die Mutter die Erziehung der Kinder in
ihre feste Hand und berief zum Hofmeister für die heranwachsenden
Knaben den Dr. Hieronymus Beeilter, einen Gelehrten, dem wir als
Wiirttembergiscbem Kammerrat und als Gastgeber Hainhofers bei der
uns beschäftigenden Kindtaufe des Jahres 1616 wieder begegnen werden.
In Begleitung desselben bezog Philipp mit seinem jüngeren Bruder
Hieronymus die Hochschulen von Padua und Siena, woran sich weitere
Reisen in Italien und den Niederlanden sowie der Besuch der Haupt-
handelsplätze Deutschlands anschlossen. Im Jahre 1598 finden wir die
Brüder wieder daheim.

Aus der Lebensbeschreibung, welche Paul von Stetten d. J. seinem
Landsmanne gewidmet hatx), sowie aus der in der Wolfenbütteier Bib-
liothek auf bewahrten Skizze von „Philipp Hainhofers Lebenslauf“1 2) er-
fahren wir ferner, dass Hainhofer nach vollendetem 23. Jahre „sich mit
ehelichen Pflichten gegen Jungfrau Regina Waiblingerin einliess“ und
bald darauf (1605) mit seinem Bruder in den grossen Rat der Stadt
berufen worden ist. In diese erste Zeit seiner öffentlichen Thätigkeit
fällt auch seine erste Verwendung als politischer Berichterstatter und

1) In: Lebensbeschreibungen zur Erweckung und Erhaltung bürgerlicher
Tugend I, Augsburg 1778 S. 269—288.

2) Veröffentlicht durch B. von Medem in: Baltische Studien II, 2. Stettin 1834
S. XXI ff.
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