J. M. Heberle (H. Lempertz' Söhne); Falck, Moritz [Oth.]; Osterwald, Georg [Oth.]
Catalog ausgewählter Kunstsachen und Antiquitäten aus dem Nachlasse der Herren Constantin Raderschatt in Köln, Banquier Moritz Falck in Einbeck, Prof. Georg Osterwald in Köln, sowie aus den Sammlungen des Herrn Oberst-Lieutenant Freiherrn R. von Mansberg zu Dresden etc. etc. ... : Versteigerung zu Köln, den 9. bis 15. Juli 1885 — Köln: J.M. Heberle (H. Lempertz' Söhne), 1885

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Möbel, Geräthe etc.

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1388—89 Zwei Möbelverzierungen, Ebenholz, gut geschnitzt mit
weiblichen Büsten, aus geschwungenem, mit Festons geschmückten
Piedestal erwachsend.
Länge einer jeden 18 Cent.
1390 Grosses Capital, in jonischem Style, reich geschnitzt und ver-
goldet.
Höhe 14, grösster Diam. 28 Cent.
1391 Grosser Messergriff, vollrund geschnitten mit der Figur des
heiligen Johannes des Täufers; auf der Rückseite en relief, ge-
krönter Doppeladler mit dem Kölner Wappen als Brustschild,
umstellt von 16—28—J—N.
Länge 13 Cent.
1392 Messergriff, Buchsbaumholz, mit den allegorischen Figuren des
Glaubens und der Hoffnung vor einer Palmette stehend.
Länge 7 Cent.
1393 Pfeifenfutteral, durchweg en relief geschnitzt mit Crucifixdar-
stellung, Heiligenfiguren unter Nischen etc.
Länge 21 Cent.
1394—1396 Drei Pfeifenköpfe, mit Silberbeschlägen. 3 Stück.
1397 Hoher cylindrischer Becher, Bambus, in Flachrelief geschnitzt
mit figurenreichen Darstellungen aus dem Leben der Chinesen.
Höhe 24, Cent.
1398 Becher, ähnlich.
Gleiche Grösse.
1399 Eine Sammlung von 37 Stöcken, dabei Rathsherren-Stöcke.
Die meisten mit Horngriffen und Silberverzierungen. 37 Stück.

Möbel, Geräthe etc.
1400 Hoher geschnitzter flandrischer Kastenschrank. Das Unter-
theil mit zwei grossen Thüren, die in je vier Compartimente
getheilt sind, welche zwischen, von vortretenden Leisten gebil-
deten Cassetten, ein Mittelrelief zeigen, auf dem figurirte Dar-
stellungen der vier Jahreszeiten. Die Schlagleisten und der
Mittelstollen mit den karyatidenartig behandelten Figuren von
Glaube, Liebe und Hoffnung auf hohen Piedestalen. Zwei von
vortretenden Löwenköpfen flankirte Schiebfächer, deren Friese in
hohem Relief reich geschnitzt mit von Puttenfiguren und Thieren
belebten Laubranken, bilden den Uebergang zum oberen Theile.
Derselbe zerfällt in drei von karyatidenartig behandelten mytho-
logischen Figuren umgrenzte Thüren. Diese zeigen allegorische
Figuren in reichen Nischen mit von Karyatiden getragenem und
von Engelsfiguren überragtem Giebel. Als Abschluss des Ganzen
ein hohes Gesims mit doppeltem Fries, der überaus reich geschnitzt
mit musicirenden Puttenfiguren zwischen prächtigem Renaissance-
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