Hugo Helbing <München> [Editor]
Sammlungen Direktor R. Zahn, Plauen: Versteigerung in der Galerie Helbing in München (Band 1): Antiquitäten: Porzellane, Arbeiten in Glas und Glasgemälde, Arbeiten in Edelmetall, Bronze, Email, Terracotta und Holz, Miniaturen und Farbstiche, Textilien usw. ; Dienstag, den 20. November 1917 — München, 1917

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GLASGEMÄLDE

Gläsgemälde.

54 Wappenscheibe der Grafschaft Kyburg ca. 1600. In der Mitte einer drei-
teiligen Säulenarchitektur steht das Wappen der Grafschaft Kyburg
(der Schild fehlt und ist durch ein Kränzchen ersetzt), flankiert von den
großen allegorischen Figuren der Justitia und Prudentia, welche durch
die Inschrift: »Justitia alit Prudentia« näher bezeichnet werden. Im
Scheitel des Bogens eine kunstvolle Kartusche und daneben, von Engel-
chen gehalten, die Wappenschilde von Zürich. Der Fuß des Glasgemäldes
ist teilweise zerstört. Dafür sind zwei kleine Rundscheibchen eingesetzt.

Schweiz, Zürich. Meister Christoph Murer (geb. 1558, gest. 1614).

Höhe 40 cm, Breite 29 cm.

Herkunft: Sammlung Lord Sudeley Nr. 27.

Abbildung Tafel XV.

55 Standesscheibe von Zürich 1609. Eine einfache Architektur umrahmt
das Züricher Standeswappen, überragt von dem bekrönten Reichsschild.
Daneben stehen als Schildhalter links Felix und Regula, rechts Exupe-
rantius. In ihren Nimben: »Sanctus Felix«, »Sancta Regula« und »Sanct
Exebranzius«. In der gelben Tafel oben der Spruch:

»Wie nach großer Brunst der Statt

Die Gebüwd man angefangen hatt

Zu Turicum in Helvetia wider

---zbuwen die sy prant nider

Ruprecht's Großmünster buwt vo grund

Carlos Magnus buwt uff zur Stund

Kunig Ludwig uss Ost-Franckrych

Stifft und buwt s' Frouwenmünster glych.«
In den Zwickeln nicht zugehörige Einsätze. Am Fuße in einer Tafel
die Inschrift:

»16 Die Statt Zürich 09«.
Schweiz, Zürich. Meister Christoph Murer (geb. 1558, gest. 1614).

Höhe 39,5 cm, Breite 29,5 cm.

Herkunft: Sammlung Lord Sudeley Kat.-Nr. 30.

Abbildung Tafel XII.

56 Standesscheibe von Schaffhausen 1609. Der hl. Alexander steht in voller
Rüstung mit rotem Mantel, die Linke auf das Schwert stützend, neben
dem Standes- und Reichswappen, ihm gegenüber die hl. Barbara mit
einem Turm, in welchem in einer Nische der Kelch mit der Hostie sicht-
bar ist. (In den Nimben: »S. Alexa.« und »Sancta Barbara«.) Unten
in einer Tafel die Inschrift:

»Die Stadt Schaffhusen 1609.«
Die Oberbilder stellen ein Ereignis aus dem Schwabenkriege dar (1499),
welches der Spruch auf der Tafel näher erläutert. Im Hintergrund
geht Thiengen in Flammen auf. Er lautet:

»Die Schaffhuser hand ein Roub erpütt

In jagtend noch deß Keisers lütt

Als aber sy erhieltend das,
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