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VI

Vorwort

Standsbeschreibungen eine notwendige Ergänzung zu dem Bossardschen Werk. Der weit-
gehenden Hilfsbereitschaft der schweizerischen Archivverwaltungen, Museumsvorstände,
Privatsammler und Lokalforscher, durch die meine Studien bestens gefördert und erleichtert
wurden, ist der stattliche Umfang von Anhang III zu danken. Die Markenabbildungen
beschränken sich auf die Wiedergabe selbstgesammelten Materials; sie werden an Zahl
durch Bossard um reichlich 400 übertroffen.
Die Berücksichtigung Ungarns mag vielleicht auf den ersten Blick schon etwas weit
ausgeholt erscheinen. Aber bei näherer Betrachtung trägt das ungarische Zinngiesserhand-
werk einen durchaus deutschen, von den westlichen Nachbarn beeinflussten Charakter.
Teils wurde es von deutschen Einwanderern ausgeübt, teils haben die aus Ungarn gebürtigen
Meister ganz nach deutschen Vorbildern gearbeitet. Auf den wenigen Seiten, die dem
Abschnitt „Ungarn“ gewidmet sind, konnten nur die wichtigsten Gebiete berührt werden.
Es kam vor allen Dingen darauf an, zunächst einmal die Haupttypen der ungarischen Marken
festzulegen, da hierüber noch keine ältere Literatur vorhanden ist. Das von dem unter-
zeichneten selbstgesammelte Material hat Herr Architekt Karl Csänyi, Direktor am Kunst-
gewerbemuseum in Budapest, durch eine Reihe von Beiträgen in dankenswerterweise ergänzt.
Wie bei den früheren Bänden übernahm Herr Dr. Franz Heinevetter in Gleiwitz die
mühsame Arbeit des Markenzeichnens. Seine gute Beobachtungsgabe und sein zeichne-
risches Talent liessen die zahlreichen Abbildungen wiederum zu einem wertvollen Bestandteil
des Werkes werden. Einige während der Drucklegung notwendig gewordene Ergänzungen
zeichnete mit gleicher Geschicklichkeit Fräulein E. Meder in Breslau.
Die schwierige Wirtschaftslage Deutschlands wirft auch auf die wissenschaftliche
Betätigung ihre dunklen Schatten. Manche Arbeit muss Torso bleiben, weil die nötigen
Geldmittel zu ihrer Vollendung nicht mehr fliessen. Um so dankbarer gedenke ich der
finanziellen Hilfe, die Herr Rittergutsbesitzer Dr. Ernst Gallinek auf Krysanowitz, wie früher,
so auch bei der Bearbeitung des vorliegenden Bandes gewährt hat. Ohne seine Opfer-
willigkeit wären weder die ausgedehnten Studienreisen noch die Beschaffung der zahlreichen
Abbildungen möglich gewesen.
Breslau, Pfingsten 1931.
Erwin Hintze



Siegel der Zinngiesser von St. Gallen
 
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