Hintze, Erwin [Editor]
Die deutschen Zinngießer und ihre Marken (Band 7): Süddeutsche Zinngießer : T. 3, Tauberbischofsheim bis Zwiesel. Mit Anh.: Elsaß, Österreich, Schweiz, Ungarn — Leipzig, 1931

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VORWORT
Mit Band VII finden die Beiträge über die süddeutschen Zinngiesser ihren Abschluss.
Wie bereits im Vorwort zu Band V angekündigt, folgen den reichsdeutschen Meistern als not-
wendige Ergänzung die Zinngiesser des Elsass, von Österreich, der Schweiz und von Ungarn.
Die Zinngiesser des Elsass hat sich seit mehreren Jahren Herr Museumskonservator
Adolphe Riff in Strassburg als Arbeitsdomäne auserkoren. Aus seiner Feder erschien 1925
unter dem Titel „Les etains Strasbourgeois du XVIe au XIXe siecle“ ein Buch über die
Strassburger Zinngiesser, das die Namen und Daten von 153 Meistern und genauere Mit-
teilungen über die Marken und Arbeiten bringt. Es erübrigt sich, auf das dort gebotene
Material in seinem ganzen Umfange zurückzukommen. Unsere Mitteilungen beschränken
sich daher auf die Wiedergabe eigener Markenaufnahmen und auf die Aufzählung von
Arbeiten, die Riff meist aus eigener Anschauung nicht kennt. Weiter bildet eine wichtige
Ergänzung die hier zum ersten Male veröffentlichte Strassburger Zinngiesserordnung von
1572. Auch über die Zinngiesser der übrigen Ortschaften des Elsass wird Riff demnächst
eine Arbeit herausbringen, so dass hier die kurzen Mitteilungen über Colmar und Mülhausen
genügen sollen.
Im Jahre 1910 hat das städtische Museum in Salzburg ein von Dr. K. v. Radinger
bearbeitetes Verzeichnis seiner Zinnsammlung herausgegeben. Dem Text sind 7 Tafeln
mit Abbildungen von Zinnmarken beigefügt, darunter eine ganze Reihe von solchen öster-
reichischer Herkunft. Dies ist der einzige und zugleich sehr bescheidene Behelf, mit dem
man sich bisher in Österreich bei der Bestimmung von Zinnmarken begnügt hat. Hier schien
es dringend erwünscht, nach 21 Jahren ein Stück weiterzukommen und wenigstens die
wichtigsten Meisterlisten und Marken für die Hauptzentren des österreichischen Zinngiesser-
handwerks zusammenzustellen. Das überaus bereitwillige Entgegenkommen, das ich während
meiner Studien in Österreich bei Museen, Archivverwaltungen und Sammlern, insbesondere
bei den Herren Dr. Karl Ruhmann in Wien und Rechtsanwalt Dr. Geza Kodella in Graz
gefunden habe, liessen den Anhang „Österreich“ schliesslich noch reichhaltiger ausfallen,
als es ursprünglich beabsichtigt war. Der Umfang geht fast schon über den Begriff des
Anhangs hinaus. Nur die Beiträge über die Tiroler Meister möchte man sich noch etwas
eingehender wünschen. Hier wäre mehr zu erreichen gewesen, wenn nicht der Direktor
des Innsbrucker Staatsarchivs die Benutzung der ihm unterstellten Archivalien verhindert
und auch sonst jede zweckdienliche Auskunft verweigert hätte, um sich möglichst viel
unveröffentlichtes Material für seine eigenen Publikationen vorzubehalten.
Die Schweiz besitzt seit Jahren in Herrn Dr. med. Gustav Bossard in Zug einen kenntnis-
reichen Sammler und Spezialforscher für Zinn. Von ihm wurde 1920 ein umfangreiches
Tafelwerk über „Die Zinngiesser der Schweiz und ihr Werk“ veröffentlicht, dem später
noch ein weiterer Band folgen soll. Auf 43 Tafeln sind gegen 900 Zinnmarken zusammen-
gestellt. Gegenüber der Reichhaltigkeit der Abbildungen begnügt sich Bossard mit sehr
kurz gehaltenen Meisterangaben, und auf die Erwähnung von Arbeiten der einzelnen Meister
verzichtet er ganz. Hierin bieten die in Anhang III gebotenen Meisterlisten und Gegen-
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