Jähns, Max ; Jähns, Max [Editor]
Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland (Band 1): Altertum, Mittelalter, XV. und XVI. Jahrhundert — München , Leipzig, 1889

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Das XV. Jahrhundert. II. Fachwissenschaftliche Werke.

II. Kapikel.

Fnchwilsenfchafttiche WerKe.

I. Gruppe.

Hofekunst.

Eine niedersächsische zn Kassel aufbewahrte Handschrist, welchc
die sieben freien Künste aufzählt, nennt als siebente die ^Hose-
^kgurst. Zu denen, welche diese Kunst ausüben, gehören vor allem
die „vechter, schermer, renger, sprenger, ryter, stecher, schutzen u. dgl.").
— Auf diesem Boden also berührt sich merkwürdigerweise zuallererst
das Kriegswesen mit den im Mittelalter herausgebildeten Künsten und
Wissenschaften. — Die literarischen Denkmale der „Hofekunst" be-
stehen, abgesehen von den mehr historisch gehaltenen Berichten über
öffentliche Preis- und Wettschießen, in den Fecht- und Turnier-
büchern. Diese gehören nun zwar nur anhangsweise zur Kriegs-
wissenschaft; aber im 15. Jhdt. gewähren sie doch ein so eigenartiges
Jnteresse und überliefern so manchen Zug des Kriegswesens, der sich
kaum an anderer Stelle wiedersinden dürfte, daß ihnen doch hier
einiger Raum zugebilligt werden muß. Dabei ist denu auch derjenigen
Werke zu gedenken, welche sich mit Pferdezucht und Reitkunst
beschäftigen.

ß48.

Jm 12. und 13. Jhdt. nannten die Dentschen das Fechten mit
Schwert und Schild: „schirmen", d. h. decken, parieren, und es
spricht für den alten Ruf deutscher Fechtkunst, daß das italienische
selisrins,, das spanische ssAriraa, das französische 68oriai6 sür „Fecht-
kunst" eben von jenem deutschen „schirmen" abgeleitet ist. Der Fecht-
lehrer hieß „Schirmmeister", der Schüler „Schirmknabe". Um die
Wende des 14. und 15. Jhdts. scheinen sich öffentliche Fechtschulen
in Deutschland herausgebildet zu haben; Nürnberg besaß deren i. I.
1426 nicht weniger als drei; später wurden auch eigene Fechthäuser
erbaut. z. B. in Nürnberg und in Breslau. Großenteils gehörten

i) Vgl. über diese Handschrift den Aufsatz von Crecelius im Anzeiger für die Knnde der
deutschen Vorzeit. N. F. 1856. S. 273 u. 303.

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