Jähns, Max ; Jähns, Max [Editor]
Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland (Band 1): Altertum, Mittelalter, XV. und XVI. Jahrhundert — München , Leipzig, 1889

Page: 447
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Viertes Buch.

Dns ser^zetznte Iahvtsundert.

I. Sgpikel.

Assgemeine knegswissenschasttiche Wertie.

s. Gruppe.

Die Learbcitung -er antiken Uberlieferung.

81-

Die Emwirkung der Alten auf die inilitärischen Anschauungen
stand auch im 16. Jhdt. noch wesentlich unter dem Zeichen der
VstertzZ äo rs rliititari Leriptoros. jV. ^3; XV. H 3s
Aber wenn auch die drei Matadore Vegez, Älian und Frontin
das kriegswissenschaftliche Denken, soweit es überhaupt seine Jmpulse
von der antiken Tradition empfing, in erster Reihe beherrschten, so
traten doch mehr und mehr andere Geister des Altertums neben sie:
Onesander, Polyün, Polybius und namentlich Cäsar. Jmmerhin er-
lebte das kanonische Corpus noch eine große Reihe von Auflagen.

Spärlich ist die Einwirkung der Autoren der vorkaiser-
lichen Zeit, die sich ja fast ausschließlich der griechischen Sprache
bedient hatten. Zwar erschien 1540 eine Ausgabe der Tenophon-
tischen Anabasis mit Vorrede Melanchthons zu Schwäb. Hall, nachdcm
schon 1516 zu Florenz eine Gesamtausgabe der Werke versucht wordcn
war, die viel zu wünschen übrig ließ; aber diese Arbeiten haben
schwerlich militärische Kreise berührt. Auch die lateinische Übertragung
der Lehre Herons vom Geschützbau (Venedig 1572) hat gewiß nur
antiquarischen Jnteressen gedient; denn bei der leidenschaftlichen Hin-
gabe an die Förderung der modernen Artillcrie vcrmochtc cin Zurück-
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