Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 13.1839

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13. Eine y ervollkommnung der Stubenfenster.

13.
Eine leichte und wenig kostbare Vervollkommnung
der gewöhnlichen Stubenfenster,
(Yom Herausgeber.)

Ein Fenster erfüllt seinen Zweck, vermittelst seiner durchsichtigen Glas-
fläche Licht durch die äufsere Wand eines Hauses in das Innere dessel-
ben gelangen zu lassen, nur dann möglichst vollständig, wenn die Glas-
fläche des Fensters möglichst grofs, also möglichst eben so grofs, oder
doch nur wenig kleiner ist, als die Fenster -Oeffnung in der Wand. Von
dieser Eigenschaft sind aber die gewöhnlichen Fenster weiter entfernt, als
es beim ersten Anblick scheinen möchte, Die Figuren 1,, 2. und 3,
Taf. XI. sind die Abzeichnung eines gewöhnlichen Fensters. Die Oeff-
nung dieses Fensters in der Mauer ist 3 Fufs 5] Zoll breit und 5 Fufs
7 Zoll hoch und enthält also 41£ mal 67, thut 2789]-Quadratzoll Fläche.
Dagegen die 8 Glasscheiben, welche das Licht durchlassen, sind nur jede
16| Zoll breit und 13| Zoll hoch und enthalten also 8 mal I6| mal 13^,
thut 1842]- Quadratzoll Fläche. Es werden also 2780^- weniger 1842],
thut 938 Quadratzoll Fläche, oder mehr als ein Drittheil der Oeffnung in
der Mauer und mehr als die Hälfte der Glasfläche selbst, durch Holz be-
deckt und gehen, da dieser Theil der Oeffnung in der Mauer kein Licht
durchläfst, für den Zweck des Fensters verloren. Es ist also entweder die
OeffnuDg in der Mauer, ohne eigentlichen Nutzen, um den dritten Theil zu
grofs, und die Mauer daher um so viel unnütz verschwächt und durchlöchert:
oder die Glasfläche ist um ihre halbe Gröfse zu klein. Das hier zum
Beispiele genommene Fenster ist keinesweges ein ungewöhnliches, etwa
älteres, weniger gut als die neuern eingerichtetes Fenster, sondern ganz
so beschaffen, wie die Fenster noch jetzt vielfältig gemacht werden. Es
wäre also wohl zu wünschen, dafs man jenen Uebelstand zu vermeiden
suchte. Wäre die Holzfläche nicht bedeutend, so möchte sie als unver-
meidlich betrachtet und geduldet werden: allein dafs der dritte Theil der
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