Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 13.1839

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5, Ueber Eisenbahnen in bergigen Gegenden.

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Einiges über die Ausführbarkeit von Eisenbahnen
in bergigen Gegenden.

(Yom Herausgeber dieses Journals.)
(Vorgelesen von demselben in den Plenar-Sitzungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zn Berlin
am 18. October und 1. November 1838.)

Die kurze Angabe des Inhalts dieses Aufsatzes findet sich schon in dem fortlaufenden Bericht der

Akademie vom Jahre 1838, S. 124 bis 127. Die Abhandlung selbst theilt der Verfasser, zufolge
der auf seinen Wunsch erhaltenen Erlaubnils der Königlichen Akademie, Mer mit.

Einleitung,
1.


den mancherlei Schwierigkeiten, welche eine Strafse finden kann,

als da sind: Berge und Thäler, Flüsse, Strome und andere Gewässer,

Sümpfe und quelliger Boden, Sandschollen, und so weiter, ist es insbeson-
dere die Unebenheit des Bodens, die, wenn sie bedeutend ist, den Eisen-
höhnen noch viel gröfsere Schwierigkeiten macht, als anderen Arten von
Strafsen und welche diese Schwierigkeiten beinahe bis ins Unüberwind-
liche steigern kann. Gewässer, Sümpfe, Quellen, Sandschollen u. 8. w.
sind im Allgemeinen für Eisenbahnen gerade keine gröfseren Hindernisse
als für Chausseen; sie können sogar, unter Umständen, für erstere geringer
sein als für letztere, weil zu Eisenbahnen meistens der Damm und die
Fahrbahn weniger breit nöthig sind, als zu Chausseen. Berge und Thäler
dagegen machen, wenigstens nach der gewöhnlichen Art der Anordnung
und Construction der Eisenbahnen, die Hindernisse für dieselben bald so
grofs, dafs durch die gewöhnlichen Mittel, sie zu überwinden, der Nutzen
der Eisenschienen fast ganz wieder verloren geht. Es Iäfst sich zwar nicht
sagen, dafs die Schwierigkeiten eines unebenen Bodens bei Eisenbahnen
bis jetzt gar nicht zu überwinden wären: mau kann mit stehenden Ma-
schinen , oder zuweilen durch Verlängerung der Linie, über die höchsten
Berge, durch Einschnitte und Aufdämmungen über flache Anhöhen, durch
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