Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 13.1839

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9. Gekuppelte Schienenstühle für Eisenbahnen.

9.
Gekuppelte Schienenstöhle unter den Stöfsen der
Schienen von Eisenbahnen, die auf hölzernen
Quer-Unterlagen ruhen.
(Yom Herausgeber dieses Journals.)

Im Ilten Bande dieses Journals habe ich unter der Ueberschrift „Ueber
verschiedene Arten von Eisenbahnschienen und deren Fundamentirung”
einige Vorschläge zur Vervollkommnung der Construction der Eisenbahnen
gemacht. Als Nachtrag dazu möge hier noch ein einfaches Mittel beschrie-
ben werden, durch welches sich der vorzüglichsten Unvollkommenheit der-
jenigen Arten von Eisenbahnen, deren Schienen auf Querhölzern ruhen,
nemlich dem Uebel der schwachen Stellen der Bahn an den Stöfsen der
Schienen, abhelfen lassen dürfte; auch selbst dann noch, wenn die Bahn
schon gebaut sein sollte; nemlich beim allmäligeu Umbau, so wie der Abgang
der Hölzer und das Einlegen neuer Hölzer den Umbau nothwendig macht.
So sehr sich auch die Constructions-Art der Eisenbahnen mit höl-
zernen Quer-Unterlagen dadurch empfiehlt, dafs sie, wenigstens den An-
läge- Kosten nach, eine der wohlfeilsten ist, in so fern das Holz nicht
etwa allzuhoch im Preise steht; so wie dadurch, dafs der Parallelismus
der Schienen durch die Querhölzer sehr vollkommen gesichert und erhal-
ten wird, während auch die Ableitung des Wassers vom Damme leicht
geschehen kann und Ausbesserungen ebenfalls nicht schwer und mit nur
wenig Hemmung der Fahrt ausführbar sind: so ist doch das Uebel der schwa-
chen Stellen an den Stöfsen, bei dieser Constructions-Art, so wie bei
allen andern, die keine der Länge nach fortlaufende, überall gleich starke
Unterstützung der Schienen haben, sehr bedeutend und für die Passage selbst
nicht ohne Gefahr. Sobald nemlich das Querholz, welches unter den Stofs
zweier Schienen trifft, aus irgend einer Ursache schief gedrückt wird,
z. B. wenn der Boden darunter etwa nicht ganz gleich fest gestampft war,
oder durch irgend einen Anlafs, z. B. durch den Wasser-Abflufs, oder
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