Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 13.1839

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10. Reinhold, Hydrographie von Oslfriesland.

201

10.
i, . *
Kurze Uebersicht der physiographisch - hydrogra-
phischen Beschaffenheit von Ostfriesland,
in Hinsicht auf Entwässerungs-Anlagen, Gröfse der abznwässernden Fläche,
Zahl, Weite, Bau- und Unterhaltungskosten der Syhle und deren EfFect»
Als praktisches, aus der Erfahrung entnommenes Beispiel von der Entwässerung
einer See- und Stromgegend.
(Von dem Herrn Wasser-Bau-Inspector etc. Dr. Reinhold zu Leer in Ostfriesland.)

Und dieses Leben sollt ihr billig kennen.
Das Land wohl kennen dem es angekört,
Das immerdar in seiner Fluren Mitte
Den deutschen Biedersinn, die eigne Sitte,
Der edlen Freiheit längsten Sprofs genährt:
Das meerentrungne Land voll Gärten, Wiesen;
Den reichen Wohnsitz jener tapfern Friesen!
Göthe.
Diese schonen Worte des Dichters, die, eben so kräftig als wahr, Vieles
enthalten, sprechen es deutlich aus, dafs die Provinz Ostfriesland es wohl
in jeder Hinsicht verdiene, dafs nicht allein Der das Land recht kenne,
dem es angehört, sondern auch der Auswärtige, dem es zwar nicht an-
gehört, dem es aber aus der Geschichte ehrenvoll bekannt ist. In ge-
schichtlicher, geographischer und statistischer Hinsicht ist Ostfriesland in
der neuern Zeit hinreichend beschrieben; aber nicht in physiographisch-
bydrographischer Hinsicht. Möge daher der vorliegende kleine Versuch
einen ausführlichem einstweilen ersetzen. Die darin enthaltenen Ansichten
und Vorschläge zur Verbesserung der Entwässerungs-Anstalten zum Besten
der ganzen Provinz sind der Hauptzweck des Verfassers. Möchten sie
bald gute Folgen haben, und namentlich für die Landwirtschaft, welche die
Haupt-Nahrungsquelle der Provinz ist und wovon man mit Virgil sagen kann:
0] fortanatos nimium, soa si bona noriot, agricolas!
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