Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 44.1891

Page: 161
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kla1891/0163
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
‘■»mp. i; "Hit! 6

l°ch l VB>ieuVv

''"'«inen »rn, 1““«kt» ‘
»m»icr iü, l3r.; i

':S"?W

'"'g. Dr. 2 . „ '

)en. "^ilfnliQ^
l

Jen.

N. N.

".aus Lveytt-''^.^
enn verhafte!

l#n»NS£ffe

waftS?

-rsE

1 »Münchener Sta*??
si"d°» wir oB L

"S «"«quitölÄ'

,?5'L Pl«d.mL

7 „ vielleicht vemagtzs'!-
? '"°I »i ölte'

• Siehe @o(tQL

frrS-Jfcfe

M> zeig, Adolf Lo,,^
"Hochzeiten können K a-
.Iraumen, unter ,'W-- ^

KI»,'°-rd-„7-C«üL

Paderborn zu henj^i-. -
wenigstens bei chriW-'.-
Aussicht für überjlüssiz.

-. v. F.: „Der BoiD.-^-
'ichtet aus Plauen: .h
aus Gwßsriesen sind
r Gendarmerie (eftgirrrc::
ltschost zugesührt.
id Nöthi.qung zur Lül-
dürfte sich am iwnigtn:;:
innen lassen,
adt. H. G-: Lho!

Ili'md. L.: Heber rin
in „Saargemünder raget^
Saargcmünd fam der il
iiller wegen TiebsW'
.de „zu sechs Jahren M
eilig wurden ihm die!.
is die Dauer von 5 Ich« -
jsigkeit der Polizei antz-
H.: Ter..Kölnischen jjj
vom 11. April in M-
„Nächste Sipung Wf
: Interpellation pa°e r
stand der ostasräanW»
ist die ivassensahige
spricht inan m^
Sriefen", toi »*j
genannt mctben. ist »

. g g.: Snä ..3Jaf;

■ der „Wflfi

rüberfchritbe,n'>1.M.

iS dem Wfe

:r Karls m„ * »g,
irivechsett ist- - • ,,
R.: L-Mii

Coininentar.

Oien Ml uni««
liirben


In

der

.„.psohlen: p

»«•gSSte

di-l-m »Sni|'ii*‘*

am H'L

Alle»

von

eulde^


Jlr. IS.

Berlin, den 3. Mai 1891.

XL1V Mrnnin

2

§ft


IDodlcnß-aCemfcc.

Montag, den 4. Mai.

Das deutsche Geschwader lieg! noch still
An Japans gastlicher Küste.

Doch munkelt man schon hier und dort.
Tag cd zur Fahrt sich rüste.

Dienstag, den 5. Mal.

Jetzt setzt cs sich in Gang und schwimmt
Sacht durch der Südsee Wellen.

Eü blasen „Nur immer langsam voran!"
Gemüthlich die Schiffscapellen.

Mittwoch, den <». Mai.

Längst ist, wenn man nach Chile kommt,
Ter Bürgerkrieg beendet.

Sogleich wird das Geschwader drum
Nach Japan heimgcsendct.





__^

/

Jtlorilcnllarcmfcc.

Donnerstag, den 7. Mai.

O Glück, zu seinem wahren Berus
Dorf cd zurück jetzt kehren!

Wie den Torpedo man lancirt,

Tars's die Japaner lehren!

Kreitag, den 8. Mai.

Caprivi spricht: „Nicht wcrd' ich mehr
Auf Interpellanten hören.

In ihrer nützlichen Thätigkeit
2oll keiner die Schiffe mir stören.

SonnaÜend) den 11. Mai.

In Japan bleibt dao Geschwader jetzt.
Trotz aller Lästerer Spotte
Wirkt eo zum Ruhme Teutschlando dort
Alo Kriegs, und Handelsflotte."

Kladderadatsch.

4iuniüiiHilifi=Infirifrlii’s lUodmilifitti

Dieses Blatt erscheint täglich mit Ausnahme der Wochentage. Der vierteljährliche Abonnements-Preis auf dieses Blatt mit
Man abonnirt bei den Postanstaltcn des In- und Auslandes, sämmtlichen Beilagen beträgt sür In- und Ausland 2 Mk. 25 Pf.
sowie in den Buchhandlungen. ohne Porto. Einzelne Nummern 20 Ps.

rl?

u

^7<

1)


T>J>

C,


(C

Kesterreich, armes Kelter reich,

F> Dein Stündlein Hat dir geschlagen.
’X-J Mereite dicB mtr drauf vor sogleich,
Daß man dich kriegt Beim Kragen.

Kein Wittel gibt's mehr, das dir frommt,
Wald wird Bei dir erschallen
Der schreckliche Wuf: „Der Wusse kommt!"
And kläglich mußt du zerfallen.

Erliegen mußt du der Gewalt,

Dein Artheil ist schon gesprochen.

Dem russischen Wolfe wird man Bald
Aorwerfen deine Knochen.

Kenn, ach, an Wußlands Seite dann
Steht Deutschland groß und Bieder
And sieht es mit Wohlgefallen an.

Wie du in dein Wlut sinkst nieder.

Italien natürlich läßt
Dich auch allein im Streite
And holt unterdessen sich Hriest
Als hochwillkommene Meute.

Der DreiBund wird Bald selig ruhn,

Kein letztes Wrot ist geBacken.

Gaprivi hat nichts Weßres zu thun,

Als eiligst emzupacken.

Ein andrer erscheint dann auf dem Wlan
Wnd stillt unser heiß Werlangen.

Mald ist das große Werk gethan,

Dlnd du Bist untergegangen.

Drum säume, o Kelter reich, nicht mehr
Dein Gestament zu machen.

Aufzieht ein Wetter dunkel und schwer.
And schlecht stehn deine Sachen.

So wenigstens schreiBt mit kaltem Mlut
Girr Wann in einer Wroschüre: —

Die Aerzte halten es für gut,

Daß er nach Dalldorf spaziere.

Dorthin BegeBe er sich sogleich
Zur Linderung seiner Schmerzen;

Wir aBer, du armes Kesterreich.

Wir wünschen von ganzem Kerzen,

Daß dich der Kirnmel immerzu
Grhatt' in deinem Welitze —

Wnd den Ginsiedler von Ariedrichsruh
Wor seinen Zsreunden Beschütze.


Aladdcradatsch
loading ...