Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 49.1896

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©riefhaften. S«S5K

Klaleu. N. 9?.: In einem „Eingesendei" der
„Kocher-Zeitung" vom 16. Nov. heiß! es: „Das
Centrum macht der Volkspariei de» Vorivnrj:
„Das ganze Jahr hindurch spuckt die BolkSpartei
dem Centrum in die Suppe, und wenn es zu einer
Wahl kommt, löffelt sie diese Suppe mit größtem
Behagen aus." GutenAppetit!

Augsburg. M.t In der Erzählung „Eigen-
sinnige Herzen" von Leo Hildeck (f. Nr. 135
der „Belletristischen Beilage zur Augsburger
Abendzeitung") ivird von Eva und ihrem Ver-
lobten gesagt: „Jetzt hat sie ihn wieder. Das
ist seine Hand, die sie warm in der ihren fühlt,
das ist sein Kops, sei» blonder, seiner, lieber
Kops: sie wühlt mit de» Augen in seinem dichten,
emporstehcnden Haar". Es kann doch für Eva
kaum ein angenehmes Gcsllhl sein, wenn ihr die
cmporstehenden Haare in die Äugen kommen.

Berlin, v. Sch.: Von der Traber-Wettsahrt
aus der Rennbahn in Westend berichtet der
„Berliner Börsen-Courier" <Nr. 547): „Des
Schlächtermeisters W. Schmidt Schimmelwallach
„Attila", eines der besten deutschen Traber-
pserde, und der braune Fuchswallach „Max"
des Schlächtermeisters Hering sollten sich aus
eine Distanz von 30 060 Metern messen. Der
Besitzer des siegenden PserdeS sollte an den
Verlierer 3000 Mk. zahlen." Unter den Schlächter-
meistern gibt es recht komische Käuze. — E. 51.'
Im „Berliner Lokal-Anzeiger" vom 17. Nov.,
ebenso im „Casscler Tageblatt" vom 18. Nov.,
wird über „die Beziehungen Deutschlands zu den
Dreibundmädchcu" gesprochen, und in der „Jagst-
Zeitung" vom 14. Nov. empsichlt Hans Maier
in Ellwangcn neben amerikanischen Aepseln und
calisornischen Aprikosen „italienische Brünetten."
Das sind denn doch sehr bedenkliche Erscheinungen.
— H.: In der „Magdeburgischcn Zeitung"
(Nr. 592) erläßt das Fürstl. Schwarzb. Amts-
gericht, Abth. 1 in Greußen folgende Bekannt-
machung: „Pichota, Andreas, Arbeiter, geboren
in Samter am 20. November 1872, befindet sich
hier in Untersuchung und wird um Auskunft
über den unbekannten Auscnthalt desselben
gebeten." Ist denn das Gcsängniß in Greußen
so groß, daß Pichotas Auscnthalt unbekannt
bleiben kann'? — H. B.: Nicht mehr ganz neu.

Birmingham. W. 91.: Mil Dank abgelehnt.

Buenos Aires. T.: Rudolf Phrlaeus
fragt im „Argentinischen Tageblatt" vom 22. Oct.

an: „Kann mir ein Leser des „9lrg. Wochen-
und Tageblattes" vielleicht Bezugsquellen von
guten reisen Cacasamcu angcben nebst Kauf-
bedingungcn?" Was für Früchte daraus ge-
zogen werden, können wir Ihnen leider nicht
angcben. Gruß von R.

Buxtehude. N. N.' Er hat vorläufig genug
bekommen.

lsharlottcnburg. R. 100: Mit Dank ab-
gelehnt.

Coblcnz. H. B.: Der „Mittelrheinischen
Zeitung" wird telegraphirt: „Berlin, 18. Nov.
Einem hiesigen Blatte wird versichert, daß
Herzog Johann Albrccht von Mecklen-
burg geneigt sei, Deutsch-Oslasrika anzunehmcn".
Danach scheint man cs ihm angeboten zu haben.
Eugen wird sich sehr freuen, wenn wir es aus
so gute Manier loswerden.

Damerow. R.: Nein.

(HbcrSwalde. v. B.: Mit Dank abgelehnt.

(smmcrich. 9l. B.: Sehr hübsch heißt cS in
I. v. Dirkings Roman „9luf dem Hartwichhosc"
<s. „Bürgerblatl für die Kreise Rees, Borken und
Cleve", Nr. 137): „Bei einer unzarten Berührung
zieht sich das mit dem Liebeskummer nagende
Herz mimosenhaft zusammen".

Jricdrichofclde. v. B.: Mit Dank abge-

Hallc a. S. M. N.: Mil Dank abgelehnt.

Holzhauscu. L. T.: Ter „Rcichsbote" (!) vom
13. Nov. schreibt: „Zum Wingolsshunde gehörten
am Schlüsse dcs Sommerscmefters 517 Mitglieder."

Karlsruhe. E. V.: Die „Karlsruher Zlg."
(Nr. 547) meldet: „Hamburg, 21. Nov. Die
Schaucrleulc von Hamburg und 9lltona sind
heute früh in den 9lusstand eingclreten. Einige
Schisse arbeiten mit Schauernixen und ihren
Mannschaften." Wir nehmen mit Ihnen an,
daß diese Nixen zum Gejolgc 9legirS gehören.
Hoffentlich berichten die Hamburger Blätter bald
Näheres über die interessanten Gäste.

München. Dr. C. M.: Die Wissenschast
schreitet rasch vorwärts. Schon ist sie bis zur
9lujsindung der Ursachen noch unbekannter Krank-
heiten gelangt. Den „Münchner Neuesten Nach-
richten" vom 21. Nov. wird aus London ge-
schrieben: „Wie das Neulcrsche Bureau aus
Kapstadt meldet, bringt die Post vom 24. No-
vember die Nachricht, daß Dr. Edingtan, der

Colonial-Bakteriologe, die Kinderpest-Mikroben
entdeckt hat."

RamSlau. X. I.: Mit der Spitzmarke
„Baku in Oberschlerschlcsien" bringt das
„Namslauer Stadtblatt" eine Notiz über eine im
Kreise Nybnik entdeckte Petroleumquelle. Wird in
Namslau für Oberschlejicn allgemein Oberschler-
schlesien gesagt?

Reutlingen. Dr. F.: Einen netten Titel
hat der 9ltlreichskanzlcr in der „Kleinen Chronik"
des „Schwarzen Blatts" bekommen. „Der
illusirirte Mitarbeiter" der „Hamburger Nach-
richten" wird er genannt.

Stettin. Dr. H.: Doch etwas zu lange post
festum. — Gr.: Sehr hübsch heißt cs in
E. V elhs Roman „Lilith" (s. „Stettiner General-
9l»zeiger" vom 20. Nov.): „Und er lVollrad)
fuhr durch sein dunkles Haar, warf einen Blick
zum Plafond hinaus und sich selber auf einen

Stuttgart. Z.: Von de» Londoner Schutz-
männern wird in einem Feuilleton des „Be-
obachters" vom 14. Nov. gesagt: „Mit einer
Handbcwegung bändigen sic, scheu gewordene
Pferde und Kutscher." Demnach werde» in
London nicht die Pferde nur, sondern auch die
Kutscher scheu. Ein Glück, daß die Schutzmänner
es hcraushaben, sie im Handumdrehen zu
bändigen.

Tübingei«. H.: In den „Hohenzollernschen
Blättern" vom 21. Nov. empfiehlt Achtel
„Zähne für den Weihnachlsbcdars." Das ist sehr
richtig gedacht. Gerade um die Weihnachtszeit
braucht man Zähne zum Ausknacken von Wall
nüf{c,i, cs gibt daher kaum ein besseres Weih-
nachtsgeschenk für eine alte zahnlose Tante als
ein solide gearbeitetes Gebiß.

Tuttlingen. H.: Der „Jps" in Bopsingc»
berichtet über drei Knechte, die eine Schandthat
an einer Magd begangen haben, und fügt hinzu:
„Der eine ist von Kilchberg a. Jagst, der andere
von Honhardt, der dritte von Rcchenberg, alle
drei und die Magd protestantisch." Der „Jps"
in Bopfingcn ist katholisch.

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