Kling, Johann Peter von
Schreiben an die Kurpfälzische Landleute, deren Felder durch das Wasser und Frost beschädiget worden sind — Mannheim: gedruckt in der Kurfürstl. Hof- und Akademiebuchdruckerei, 1784 [VD18 90813111]

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seine Weinberge vertilgen soll. Auch die Art
muß ich billigen, wo man einige Reihen
Weinstöcke pflanzet, und immer zwischen
solche wieder eine Strecke als Ackerfeld be,
«uzet, so wie es ans dem Stengelhofe und
in einigen Gegenden bei Worms eingeführk
ist. Aber alle Güter, oder den großen Theil
derselben als Weinberge zu besizen, ist gewiß
die schlechteste Landwirtschaft, die man fl'nden
sann. Der Bauer, der nicht durch Erbschaft
reich geworden ist, der seine Weine nicht anft
bewahren kann, sondern solche im Herbste
gleich ans Noth verkaufen muß, dieser wird
nie ein Vermögen erwerben ; aber nah an die
Armuth wird er grunzen, wenn er von einigen
Fehljahren betroffen wird. Dem sei nun,
wie ihm wolle, ich will hier kürzlich hersezen,
wie aus erfrornen Weinbergen, für diesen
Sommer, einiger Nuzen zu ziehen sek.
Sind die Weinberge so erfroren, daß man
sie ganz beschneiden, und nur darauf denken
muß, wie man wieder junges tragbares Holz
nach ziehet so muß man für dieses Jahr alle
Hoffnung
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