Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1855 (Nr. 119-130)

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Movalsschrifk,

-- — --

AMtliche Mittheilmigen -es Central-Domban-Vereins,

mit geschichtlichen, artistischen und literarischen Beiträgen,

hrravsgegkbra vom Vorstandr.

Nr. 1S6.

Köln, Sonntag 2. September

1833.

Das „Kölner Domblatt" erscheint monatlich. Der PränumerationS-Preis, deffen Brutto-Ertrag der Dombau-BereinS-Caffe zufließt, beträgt hier wit
auSwärts (bei allen kgl. preuß. Poü-AnSalten) 1» Sgr. für den Jahrgang. — Alle Zuschriften an den Central-Verein werdeo offen oder unter Kreuz-
band mit der Rubrik: „Allgemeine Angelegenheüen des Dombau-Vereins zu Kölu", so wie Geldsendungen mit der Bezeichnung: „Teldbeiträge fürdcu Domba»
in Köln", erbeten.

Amtliche Mittheilungen.

Hundert dceiundfiebcnzigstes Protocoll

Les

Tkllkal-Dombao-Vkrrins-Vsrstavdrs.

Verhandelt zu Köln, im großen Rathhaus-Saale, am 27. August 1855,
Nachmittags 4 Uhr.

Gegenwärtig die Herren: Esser II.. Pra'sident; Rolshausen,
v. Haassl., «cheper. Böcker, W. Bartman, Chr. Herriger,
Wolff, Thissen, Berghaus, Nicvlovius, Heuser. A. Reichens«
perger, PüH, 0. Bill, Hardung I., Kreuser; 0. Vosen, Pro-
tocollföhrer.

Entschuldigt die Herren: Schmitz-Löhnis, von Devivere,
Schaurte, Breuer, v. Wittgeustein, Franck, Haugh, 0. Ho-
henschutz, Pepys, Eiseu, Seydlitz, Grosman.

Der Präsident veriies't das Gaben-Berzeichniß- Demgemäß sind
seit der letzten Vorstands-Sitzung eiugegangen;

Lhlr. Sgr. Pf.

s) Lu bisherigen Ablieferungeu aus deo Collecten in

den hiesigen Pfarrbezirken.1167 13 3

l>) DaS Wermächtuiß des verstorbenen Kaufmannes

Herrn Johann Heinrich Clareo .... 1000 — —
o) Än Beitrags-Einzahlungen der Hülfs-Vereine . 248 2 6

ä) Die Beiträge des bayerischen kölner Dombau-

Wereins. 12.000 Fl. oder. 6801 5 —

s) Die Beiträge für Rechnung des Filial-Dombau-

Vereins dcr Elemeutar-Schulen .... 38 8 9

k) Die Beiträge von den Schülern dcS hiesigen kath.

Gymnasiums.15 18 —

g) Lie Beiträge «on auswärtigen Vereins-Mitgüedern 33 11 —

Summa 9303 28 6

Der erfreuliche Beitrag de« bayerische» Dombau-Bereins beweis't,
Laß die Sache des Dombaues in Bayern noch immer mit ungeschwächter
Wärme betriebcn wird. Der dortige Berein hat als Bcgleitung des Gei-
trages folgendes Schreiden eingesandt:

„München, den 21. Juli 1855

„Der allgemeine Verwaltungs-Ausschuß des bayerischen kölner Dombau-
„Vereins an den Central-Dombau-Verein zu Köln.

„Wir hatten die Ehre, Las schätzbarste jenscitige Srreibcu vom 11.
». Mts. zu empfangen, und beehreu uns, hierauf Nachsteheudes ganz er-
gebenst zu erwidecn:

„Für die u»S ausgedrücktcn Gesionungen gegen de» bayerischen
Berein für deu Ausbau des Domes in Köln, so wie für die gütige Mit-
theilung einer Anzahl Exemplare des letztvertheilteu Gedenkdlattes unv
deS Domblattes drücken wir vor Allem «nsere« ergebensten Dank aus.

„Anbelangend die Lbeilnahme und Wirksamkeit des dieSscitige»
Wereins für de» gemeinsameo Zweck der Körderung deS Ausbaues Les
köluer Domes, so siud «ir in der augenehmen Lage, die freudige Ber-
sicherung zu geben, daß dieselbe seit Ler im Monate März 1853 gesche-
heueu letzren Ablieferung von Beiträgeu keineswegs abgenommen hat.
sondern im Bergleiche zu dem «nmittelbar vorausgegangenen Zeitpuncte
sich eineS gunstigea StandeS erfreut. Weun Ler diesseitige Vercin nicht

schon früher eine nochmalige Beitrags-Ablieferung an den sehr geehrten
Eentral-Dombau-Verein bewerkstelligte, so liegt der vorzüglichste Grund
darin, weil doch wegen der Bereinfachung der Sendungeu auf größere
Lieferungs-Summen zu sehen ist.

„Unker Einhaltung dieser Rücksicht beehren wir uns nunmehr, aus
unserer Hauptcasse die Summe von 12,000 Fl. (zwölftausend Gulde»)
in den mitfolgenden siebcn Wechseln auf Frankfurt, welche auf die Ordre
des ienseitigen Herrn Lusfchuß-Präsidenten gestellt sind, z« übermachea,
w.ffche Summe als der Beitrag far die beiden letzteu Jahre unsere odige
Mittheilung über Lie erfreuliche thätige Regsamkeit des diesseitigen Ver-
eins factisch vollständig belegen dürfte.

,,Jn Gleichem gedenken wir küuftig, in so fern uicht jenfeitk eine
andere Bestimmung uns mitgetheilt «ird, jedes Jahr wenigstens einmal
die nach dem StanLe der diesseitigen Vereins-Hauptcasse treffende Bei-
trags-Summe an deu sehr geehrten Central-Dombau-Werein gelangen zu
lassen, und werdeu auf diese Weise bemüht sein, die Betheiligung Bayerns
in Aufbringung der Kvsten für Le» Ausbau des DomeS z« Köln fvrt-
während kräftigst zu bethätigen.

„Mit dieser Mittheilung haben wir zugleich noch die ergebenste An-
zekge zu verbinden, daß im Laufe der jungsten Jahre in Folge mehrfacher
Todesfälle und Veränderung der Wohnsitze in Ler Zusammensetzung deS
Liesseitigen allgemeinen Werwaltungs-Lusschusses mehrere Personal-Ver-
änderungen eingetreten sind, nach deuen gegenwärtig insbesondere die
Ausschuß-Functionen

,1) Les Vorstandes von dem unterzeichneten kgl. Staats-Minister

,2) des Secretä'rs von dem kö'uigl. Geheimen Ministerial-Secretär
Kaisenberg; dann

,3) des Cassirers von dem gegenwärtigen königl-Hof-Banquier K arl
Freiherrn von Eichthal
bekleidet werden.

„Die jenseitigen schätzbarsten Zuschriften erbitten wir uns entweder
unter der Adreffe ,»An den allgemeinen Werwaltuugs-Lusschuß des bayeri-
schen kölner Domdau-Vereins in München" oder unter jener des Unter-
zeichneten, und indem wir schließlich noch «m baldgütige Bestätigung des
Empfanges Ler obigen Beitrags-Summe von 12.000 Fl. ganz ergebenst
ersuchen, erneuern wir mit Bergnügen die Bersicherung unserer ausge-
zeichnctsteu Hochachtung.

„Frh. v. d. Pfordte», königl- bayr. Staats-Minister"

Der Präsident drückt deo Dank und die Freude Les Vvrstandes
über diese schönen Beweise der ungeschwächten Ausdauer und Eintracht
unserer fernen Dombau-Freunde aus, nachdem bereits eine schriftliche
DankeS Aeußerung an ten Vorstand Lcs bayerischen Vercius abgegangen
ist. Es sind im Ganzc» bisheran aus Bayern für den Bau baar eiuge-
gangen: 15 9,000 «ulden oder 90,653 Lhlr. 28 Sgr-

Das früher schon -rwähnte Legat des Herrn Elaren ist vom Exe-
cutor des Lestaments. Herrn Rotar AurHoven, bereits ansgezahlt wor-
den. Der Vorstand ,pricht hier im Protocoll den öffentlichen Dank fur
Lieses Segat aus. .

Herr Scheper bittet um näheren Aufschluß über ein Bermachtnrß
des Herrn Domcapitulars u. Filz für den Dombau . . ^

Der Präsident gibt die Aufklärung, daßHerr V.Filz zwertausend
Lhaler ,dem Domcapitel für den Fortba« des Domes ver-
macht habe, wre er aus angestellten Recherchen wrsse- Der Ausschuß habe
sich an Las Domcapitel mit einer Anfrage über dresen Gegenstand ge-
wandt und biSher von dort keine Antwort erhalteo. Eben so wenrg ser
irgend eine desfallsige Erklärung des Lestaments-ErecutvrS eingegangen,
und eS lasse sich daher denken, Laß das .Domcapitel" und nicht d-r
.Dombau-Borstand' der vom Lestator bestrmmte Smpfänger ser. Dre
Gache laufe ja LbrrgenS am Ende auf EinS uud dasselbe hrnauS, da daS
Legat zum .Fortbau" bestimmt ser.
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