Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1855 (Nr. 119-130)

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Monaksschrifl,

Amtliche Mittheilungen -es Centtal-Domban-Bereins»

mit geschichtlichen, artistischm und literarischm Beiträgm,

herausgkgrbts vom Vorstandr.

Nr. 11A. Köln, Sonntag 4. FeLruar 183S.

DaS „Kölner Domblatt" erscheint monatlich. Der Pränumerations-PreiS, dessen Brutto-Ertrag der Dombau-BereinS-Laffe russieSt, beträgt -ier wie
auSwärtS lbei allen kgl. preuß. Post-Anstalten) 1V Sgv. für den Jahrgang. — Alle Zuschriften an den Central-Verein werden offen oder unter Kreuz-
band mit der Rubrtk: „Allgemeine Angelegenhetten des Dombau-VereiuS zu Kölu", so wte Geldsendungen mit der Bczeichnung: „Geldbeiträge für den Dombau
iu Söln", erbeten.

Amlliche Mittheilungen.

Hunbert scchs «nb fechszt'gstes Protoeoll

de«

Leiltral-Aomdao-Vtrrinr-Vorstaudks.

Berhandelt zu Köln, im Rathhauß-Gaalr, am 29. Januar 1855,
Rachmittags 4 Uhr.

Anwesend die Herren: Esser N., Präsident; v. Baudri, Stnpp.
Lreuser, Wolff, Pütz, Chr. Herriger, Eisen, l). v. Groote,
Scheper, PHLlippS, 0. Bill, Hardung L; 0. Vosen, Pro-
tocollführer.

Entschuldigt di'e Herren: Thifsen, A. Reichensperger, v. Ho-
henschutz, Haugh, von Devivere, Franck, Rolshausen, von
Wittgenstein, Schmitz, 0. Haass. Weber, Bartman, Berg-
haus, v. Ammon, Heuser, Zwirner, Breuer, Seydlitz, Böcker,
v. Weyden.

Der Präsident theilt mit, daß seit der letzten Vorstands Versamm-
lung (27. Dec. v. I.), bis zu welcher die Ei'nnahme pro 1854 29942 1 7
betrug, bis zum Iahresschlusse noch eingegangen sind: 349 8 4

so daß die Gesammt-Einnahme der Vereins Eaffe im Ka-
lenderjahre 1854 sich überhaupt beläuft auf 39291 9 ll

tpro 1853 war dieselbe — incl. 1l34l 23 aus Baiern — 41625 14 8
pro 1852 dagege» nur 28686 26 7).

Die Einnahme im laufenden Monat beträgt bis heute 2677 26 ll*)

Der Revisionsbericht des Cassen-Euratoriums und die Zlbstimmung
über den Antrag: dem Herrn Rendanten Nelles die Decharge Betreffs
der für das Kalenderjahr 1854 gelegten Rell-nung zu ertheilen, »nd zu-
gleich seine Leistungen, die Püuctlichkeit und den Fleiß sciner Gcschäfis-
führung öffentlich anzuerkennen. wird mit Bezugnahme auf Z. 24 des.
Statuts, bei der geringen Zahl der anwesenden Borstands-Mitgll.der,
bis zur nächsten Sitzung vertagt.

Demnächst wird die Acceptations-Urkunde Sr. Eminenz des Herrn
Cardinals übcr den vom Vereine zum Dombau geleisteten Beilrag pro
1854 von 30606 Lhlrn. mitgetheilt. Dieselbe lautet:

I o h a n n e s,

Ler heiligen Römischen Kirche Eardlnal-Pri'ester
von Geissel,

durch Gottes Barmherzigkelt und des h. Apostolifchen Stnhles Gnade
Erzbischof von Köln,

desselben h. Apostolischen Stuhles geborner Legat rc.

Nachdem der Vorstand des hiesigsn Eentral-Dombau-Vereiiis be-
schlossen hat, aus den eingegangenen Vereins-Beiträgen zum Fortbaue
deS kölner Domes pro 1854 eine L-umme von rreißigtausend Lhalern zu
überweisen, und diese Summe von dem Verwaltungs-Ausschusse des Eentral-
Dombau-Vsreins bereils wirklich an Lie Dombau-Casse abgelieferr worden

Au wslcher beim Schlusse der Sitzuiig noch 1066 Lhlr. vou der
Rheinischen (Kolnischeni DampfschifffahrtS-Gescllsch-ist als Beitr.ig
pro 1854 gezahlt worden sind.

ist. so haben Wir mit Bezug auf daS Ministerial.Rescript vom 21. Juni
1843 und nach Elnsicht des Artikels 113 deS di« Kircheu-Fabriken betref-
fenden Decrets vom 36. December 1869 über da< sehr schätzbare, mit
lebhastem Danke angenommene, zu dcm bestimmten Zwecke bereits ver-
wendete Geschenk von dreißigtausend Lhalern die gegenwäktige Accep.
tati'ons-Urkunde unter B.idciickung UnsereS großen Jnsiegels uachträglich
ausgestellt und eine Original-Ausfertigiing vem Wohlloblichen Werwal-
tungs-AuSschuffe des Eentral-Domdau-Veceius hiedurch jugehen laffen.

Köln, den 9. Januar 1855.

i JohanueS Kardiual »»« Geiffel.

Der Präsident verkies't sodann den vierunddreißigsten Bai,b?richt
deß Herrn DombaumeisterS, Gehe.'meii RegiirirngS- und Bau-RatheS
Zwirner:

Vierunddreißkgster Baubericht

über den Ausbau des Domes zu Köln, pro 1854.

D irch den mittels Allerhöchster Eabinets-Ordre vom 15. Augnst 1853
sür Las Bauiahr 1854 gcneh nigten Dombau.Betriedsplan vom 14. Mai
>853 ist dec Fortgang der A.beiten näher vorgezeichnet «ud hiernach zur
Ausfllhrung gebracht wordeu.

Z» dem dreiunddreeßigstsn Bauberichte vom 29. Mai v. I. findet
sich bcr.'its der Stand der Arbeitcn bls dahin angegeben; eS wird indeß
znr besseren Uebersicht beitragen, wenn die Srgebnisse des ganzen Bau-
jahres hier im Zusammenbange nachqewiesen werden, und erscheint dieses
um so wünschenswerther, als bei einem solchen, auf vi'ele Iahre berechneten
und aufversckiedene Gebäudelheile weit ausgedehnten Kunstbau die in kür-
zeren Zeitabschnitten herbeigefllhrten Krfolge kaum merklich zum Vor-
schein kommen. Außerdem bedingt nicht nur der große Umfang deS Ge-
bäudcS eine überall gleichmäßige Förderung des Baues, sondern es wrrd
auch dieseß Berfahren durch die getrennte Behandlung des DombaueS
für Konigliche und siir Vereins-Rechnung nolhwendig erheischt. Diese
scit d.r Wiederaufnahme des Fortbauss streng durchgeführte Lrennung
war fl'ir die Bauleitung „nd Eomptabilität steis mit vielen Beschwer-
lichkeiten verbunden; sie hatte aber andererseits sehr weseiitliche Vortheila
fur Len Fortgang des BannnternehmenS, welche uicht zu gering ange-
schlagen werdcn dürfen.

Denn da der Dom zur Hälste auS freiwilli'gen Deiträgen ausgebaut
wi'rd, so ist es noihwenvig. den Dombau-Bereinen Lie Erfolge ihrer
Lhäii'gkei't an dem Bauwerke selbst vor die Augen zu führen und die
Lh.'ilnahme rege zu erbalten. Waren auch die Fortschritke der für ihre
Rechnul'g betriebenen Bauarbeiten auf der Nordseite gegen die seit der
Gri,ndst.'inlegung am 4. September 1842 aus Löniglichen Fonds regel-
mäßig fortgesetzlen Bauleistungen in einzelne» Jahren augenscheinll'ch
zurückgeblie» en: so stehen doch deide jetzt, nach zwölfjähriger unausge-
i'etzter Wirksamkeit, auf gleicher Stufe, wie dieses ohne «eitere Be-
weisführung aus dem bloßen Anblicke des Domes von selbst hervorgeht
und auS der »achstehenden Uedersicht der letztjährigen Lhätigkeit leicht
zu erkennen ist.

Jn der bisherigen Reihenfolae beginnen wir hicr mit den für Kö-

nigliche Rechnung auf dcr Süvscite deS DomcS auSgeführte»
Bauarbeiteu.

Am Jahresschlttsse 1853 waren hker dl'e Umfassungs-Mauern des
Mittel- uiid Quersch.ffs bis zur Unterkante deS in der Hohe der Haupt-
Dachbaikenlage liegenden Kranzgesimses aufgebaut. LetztereS besteht aus
zwri Schichten großer über »innndcr liegender, nach der ganzen Dicke der
Umsassuiigs-Maiiern Lilcchbi'iidender. 5'4 Fuß langer QuaLersteine, wo-
von bie unt.-re Lchicht äußeclich mit kiinstvoll ausgebalienen Blättern
rcich verzi.'rt ist, Lie obere abcr das cigentliche Deckgesims abgibt. Die-
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