Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1855 (Nr. 119-130)

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Amtliche Mittheüungen deS Central-Domban-Vereins.

nrit geschichtlickcn. artistischen und literarischen Beitragen.

herausgtgeber» vom Vorstaude.

Nr. 1LS. Koln, Sonntag 3. Juni 1833.

DaS „Äölner Domblatt" erschemt monatlich. Der Pränumerations-Preis, dessen Brutto-Ertrag der Domdau-BereinS-Caffe zufließt, beträgt -ier wie
MlSwärtS (bei allcn kgl. preuß. Post-Anflalten) 1v Egr. für den Ja-rgang. — Alle Zuschristen an den Central-Berein werden offen oder unter Kreuz-
chand mit der Rubrik: „Allgemeine Angelegeu-eiteu deS Dombau-BereinS zu Kölu", so wie Geldsendungea mit der Bezeichnung: „Geldbeiträge fürden Dombau
en KLln", erbeten.

Amtliche Mittheilungen.

Protocoll Ser Wahl-Verfammlung

d«s

E e n tr a l - D o m b a u--V e r e i n S zu Köln

l« Jahre 1855.

Berhaudelt zu Kölu in Ler Aula des katholischen Gymnafiums,
Dinstag den 22. Mai.

Gegenwärtig:

Wom Borstande des Centrak-Dombau-Dereins ;u Köln die
Herren: Esser U., Präsident; Lhifsen. Secretär; 0. Baudri,
Rolshauseu,v.Wittge»stein,l). Haassl, A.Reichensperger,
GeydliH, DuMout, Hardung I., Böcker, Scheper, Eisen,
Lreuser, Zwirner, PüH, v. Devivere, Breuer, Pepys,
v. Bill, Shr. Herriger, Schmitz-Löhnis, Bartman;V.Vosen,
Protocollführer.

k. Bon den auSwärtigen Hülfs-Dombau-Bereinen als Deputirts
«nd Borstands-Mitglieder Lie Herren: Oberpfarrer Meufer aus Ker-
peu, Oberpfarrer «nd LaodvechautStev e n aus Bergheimerdorf, Stgyt-
Rentmeister Stadler aus Neuß. PfarrerScheure» aus Eosen, Frie-
densrichter Fischbach aus Bensberg, Bürgermeister Klein aus Her-
sel, Pfarrer Prisac aus Rheindorf, Gutsbesitzer Rolshoven aus
Thevhoven, Pfarrer «nd Landdechant Krey aus Opladen, Gymnasial-
Lehrer Hüsgen aus Wipperfürth, Hospital-Pfarrer Hosten aus Düs-
seldorf, Pfarrer Kempen aus KroiHheim, Pfarrer Horn anS Esch-
«eiler. Pfarrer Heimb ach aus Siegburg, Eaplan Gu th aus Mun-
stereifcl.

Rachdem der Aug sich aus dem Dome über den Domhof, den Frao-
ikenplatz, durch die Lrankgafse und Marzeüenstraße uach Ler Lula deS
katholischen Gymnasinms bewegt hatte, beganu die General-Versamm-
kung mit dem Absingen deS Dereins-Liedes vnter Musik-Begleitung.
Nach Beendigung des Gesanges eröffnete Ler Präsideut die Verhand-
kungen durch folgende Ansprache:

„Seehrte VereinS-Senossen!

„Wir haben Sie heute zur vierzehnten Wabl-Lersammlung auSnahmSweis«
rn dtesen Eaal zusammenberufen, der unS durch die Güte ves Provmcial-
Schul-Lollegiums und der Direction deS katholischen Gymnasiums erschlossen
worden, da unftr Eürzenich einer beretts begonnenen Umgestaltung entgegen-
geht und die Stadt in ihm künstig ein neueS sprechendeS Zeugniß des wie-
-er belebten BürgersinueS für dre Erhaltung und edle AuSschmückung ihrer
alterthumlichen Bauten besttzen wird.

„Dieser Saal, in dem wir heute zusammenstehen, weckt bet Manchen un-
ter unS die Erinnemng an eine glückliche Jugendzeit, die — ivie reich an
goldenen Traumen, stch doch nimmer im Phantafie-Gebilde unseren Dom so
auSgemalt hat, wie er heute in Wirklichkeit durch eine im Laufe von vierzehn
Lahren bewahrte freudig« Opferwilligkeit und die überauS geschickte Leitung
rmeS von unS allen geliebten MeistecS himmelwärtS «mporgipftlt und sich
raglich wundersamer gestaltet.

„Vollendet ist das Werk nicht — aber waS dte Phantafie unserer
Zugend sich nicht vorzuspiegeln vermochte, daS tritt für die gegenwärtige
Lug«nd zur lebendigsten Anschauung.

„Wir verdanken dieS den Männern, die. geleitet durch religiöses Gefühl
«nd echte Kunstliebe, die Zdee, den kölner Dom zu vollenden, inS Volk ge«
tragen und den Bann gehoben haben, der ftit Jahrhunderten auf dem
Wunderbaue lastete. Wenige Zahre eineS einträchrigen ZusammenwirkenS,
arnter dem mit einer besonderen Vorliebe für daS herrliche Bau-Denkmal

verbundenen Schutze und der Beihülft Sr. Majestät unsereS KönigS, haben
hingereicht, daS Unglaubliche zu leisten. Zn allen Theiien deS WerkeS
herrscht Thätigkeit und reges Leben. Zeder einzelne Etein zeugt von der
Geschicklichkeit und Kunstftrtigkeit der Werkleute. Zn diesem Augenblicke
bewundern Sachkundige und Laien die Laubkrone, welche noch vor dem
Schluffe dieseg Zahres die Spitze deS EüdportalS schließen wird, alS eine
ausgezeichnete Zierde der Welt-AuSkellung. Der Dombau ist eine wahce
Kunstschule für die dabei beschästigten Arbeiter geworden. Wir sehen die
Fortschritte des Werkes und begreifen fie nicht. Aber wir empfinden alle
die Schönheiten des Baues, die unS freudig zu neuen Opfern anregen.

„Dielen von uns wird eS freilich mcht vergönnt sein, dem Schlußfeste
der Vollendung deS DomeS beizuwohnen; manche wackere NereinS-Mitglie-
der, geachtete Männer unter den Zeitgenossen, unter ihnen der verdientesten
einer für die Geschichte und den Kortbau deS DomeS, vr. Eulpiz Boisseree,
dessen Andenken uns immer theuer bleiben wird, find, seitdem daS Bestehen
deS VereinS an dieser Stätte beschlossen wurde, schon heimgegangen, und
noch heute gedenken wir mit Schmerzen deS plötzlichen Verlustcs, den unsere
Zugend durch den vor acht Tagen erfolgten Tod ihreS väterlichen FreundeS
und LehrerS, deS ProftssorS Herrn Philipps, erlitten hat, eineS ManneS,
den die Bürger alS einen verdienten Mitbürger, wir selbst als einen biederen
Collegen im Vorstande schätzten und ehrten, und dem wir diesen kurzen
Nachruf alS Denkmal unserer Liebe von Herzen widmen.

„Unsere Hoffmmg, daß daS Ziel deS VereinS, den Dom mit seinen bei-
den Tkürmen nach dem ursprünglichen Plane zu vollenden, erreicht werde,
stützt sich nicht allein auf die augenblickliche Wirksamkeit deS VereinS; ste
wird belebt durch die nachahmenswerthen Beitpiele von Gemeinstnn und
Bürgertugend, welche d!e Vaterstadt in neuerer Zeit aufzuweiftn hat. Wir
erinnern nur an das außerordentliche Geschenk eineS eben so bescheidenen
alS ehrenwerthen Mtbürgers zum Bau eineS neuen städtischen MuseumS,
an die stch mehrenden Vermächtniffe zum Fortbau unsereg DomeS, worunter
eineg von jährlich hundert Thalern, zahlbar biS zur Vollendung der Thürme.

„Wenn die beginnenden Beispiele, für den Fortbau deS DomsS in die-
ser Weise zu sorgen, erst allgemeiner werden, wenn in der Erzdiözese
Köln die schöne Eitte, im letzten Willen auch deS FortbaueS deS DomeS,
sei eS mit einem noch so geringen Beitrage, zu gedenken, stch wiederum alS
unerläßliche Regel Eingang verschafft, dann ist die Zukipist deS DomeS
geborgen.

„Aber auch unsere jugendlichen VereinS-Genoffen find eS, auf welchen
unsere Hoffnung für daS Gedeihen deS großen WerkeS beruht. Eie sind die
Bevorzugtcn, ihnen ist die Freude vorbehalten, die KreuzeS-Blume auf die
Thürme zu pstanzen; an fie richte ich daher vorzugsweift die mahnende
Bitte: daS Werk, daS die Väter begonnen, mit unwandelbarer Liebe zu
pflegen und fortzusetzen, Gott zu PreiS und Ehre, zum Frommen der Vater-
stadt, ihnen ftlbst zur Senugthuung."

Nach Aufforderung des Präsideutea trägt der BorstaudS-Se-
cretär folgcuden Jahres-Bericht vor:

RecheuschaftS-Bericht.

Meine Herren! Rachdem die einzelnen Einnahme-Posten deS VereinS
im Laufe deS ZahreS durch daS Domblatt zu Jhrer Kenntniß gelangt ftnd,
kommt eS heute nur auf eine überfichtlichs Zusammenstellung an. um eineu
Ueberblick über die VereinS-Thätigkeit in dem Zeitraume deS abgelaufenen
JahreS zu erhalten und die Äewinnung eineS Sesammt-ResultateS zu er-
möglichen. DaS ist die Aufgabe deS RechenschastS-BerichteS, den ich Zhnm
zu ertheilen die Ehre habe. Jch gehe dabei wie in den fcüheren Jahren
zu Werke unter Zugrundelegung deS OrganiSmuS, wonach wir unmittelbare
und mittelbare VeremS-Genoffen, unter den ersteren die in Köln und Deuh
wohnenden Mitglieder von den auswäetigen unterscheiden, und die letzterm
nach HülfS-, DekanatS«, akademtschen u. s, w. Vereinen classtficiren.
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