Lanckoroński, Karl [Editor]
Der Dom von Aquileia: sein Bau und seine Geschichte — Wien, 1906

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ORWORT DES HERAUSGEBERS

s ist die Frucht langjähriger, mehrfach unterbrochener Arbeit, welche wir in
vorliegendem Buche der Öffentlichkeit darbieten.

Angeregt durch den besonderen Zauber, der auf der Umgebung des
verlassenen alten Aquileja liegt, die an Großzügigkeit der Landschaft hinter
keiner berühmten Ruinenstätte an den asiatischen und an den europäischen
Ufern des Mittelmeeres zurücksteht, sowie durch die edle Bauart des Domes,
betraute ich gleich nach meinem ersten Aufenthalt in Aquileja gegen Ende
des Jahres 1891 den Professor der Akademie der bildenden Künste in Wien, George Nie-
mann, mit der Aufnahme dieses nahe der Grenze der Habsburgischen Monarchie gelegenen
hochwichtigen mittelalterlichen Denkmals.

Aus diesen durch Jahre fortgesetzten Arbeiten und aus den gründlichen, viele Reisen und
großen Zeitaufwand erfordernden Studien des Universitätsprofessors Dr. Heinrich Swoboda
über die Geschichte des Domes und des kirchlichen Aquileja ist die vorliegende Publikation
entstanden.

Prof. Niemann wurde bei seiner Aufgabe, welche auch älteste Bauanlagen und wertvolle
Mosaiken zutage fördernde Ausgrabungen in sich begriff, vom damaligen Akademieschüler
Anton Gasparin unterstützt. Die photogrammetrische Aufnahme des hohen Glockenturmes
rührt vom Lehrer an der technischen Militärakademie in Wien, Hauptmann Schindler her.

Die wichtigen und merkwürdigen aus dem 11. und 12. Jahrhundert stammenden Fresken
der Krypta sind von dem seither verstorbenen Maler Florian Goldberg sehr getreu in Aquarell
kopiert worden. Goldberg leitete auch die Aufdeckung des im 11. Jahrhundert gemalten Freskos
der Apsis, welches vom Maler Theophil Melichar ebenfalls in Aquarell kopiert wurde. Die
Zeichnungen zu den Abbildungen der aus dem Dome stammenden Reliquiarien, welche
gegenwärtig in der Görzer Domkirche aufbewahrt werden, sind von der Hand des ver-
storbenen Radierers Karl Ritter von Siegel.

Während der Zeit unserer Arbeit erfreuten wir uns der wohlwollenden Förderung durch
drei rasch aufeinander folgende Fürsterzbischöfe von Görz: Alois Zorn, Kardinal Missia und
Andreas Jordan; die Geistlichkeit von Aquileja, den Administrator Domenico Moretti, sowie
den gegenwärtigen Erzpriester daselbst Msgr. Luigi Sambuco.

Unser besonders dankbares Andenken verdient Seine Exzellenz der verstorbene Graf Franz
Coronini, der Autor des im Jahre 1867 erschienenen, in diesem Werke wiederholt benutzten
Buches: «Aquilejas Patriarchengräber», für die verständnisvolle Förderung, die er uns als
Konservator der k. k. Zentral=Kommission angedeihen ließ. Der Podestä des Ortes, Herr

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