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Erscheinen monatlich dreünal. — Man abonnirt bei allen Buch- Preis für einenBand von 24 Nummern 3 fl. rhein., oder 1 Rthlr.

undKunsthandlungen, allenPostämternundZeitungserpeditionen. ^ ^-M-, 21 Sgr. Einzelne Nummern kosten 9 kr. rhein., oder 3 Sgr.

Der Burgherr zu Dachshaufen

oder:

wir lassen es beim Älten.

Ein dramatischcr Versuch.

Vorspiel.

Dcr Burgherr, der sich so ebcn um 9 Uhr nach gewohntcr Weise
auö den Federn erhoben hat, verläßt mit Hiife seincs geheimen
LeibkammerdienerS Biasius gähnend dic Himmcibcttstatt. Das
Nachtkostüm wird »üt cinem weiten seidenen Schiafrock und
d!e bcgueme Nachtzipfcimütze nüt cincm andern Hauptschmucke ver-
tauscht. Der Burghcrr bcgidt sich iangsam in den von scincm sciig

cntschiummcrtcn Herrn Papa crcrbten weichgepoistcrten Lehnsor-
genstuhl seincr hohen Ahnen, vor weichem ein gcdccktes Tisch-
chen steht. Er iäßt sich nicder, hoit noch einmai tief aus und
spricht:

Blasius!

Gnädigster Herr!

Wie viel Uhr?

9 Nhr vorüber.

So? — Das Frühstück.

Der Burgherr (nachdem er cinc Kanne Chokoladc und
mchrere Knchen mit sichtlichem Wohibehagen zu stch gcnommen hat):
So —!

Blasius (abräumend): Vefehlen Enre Gnaden Pfeife
odcr Cigarre?

Burgherr: Haben Wir dir nicht schon gesagt, Wir
wollen von all' dcm neueren Zcug nichts wissen? Wir blei-
ben bei der langen Pfeife, beim Kanaster und Feuerschwamm;
so machten es Unser Herr Vater und Großvater und so soll
es auch bei Uns bleiben.

Burgherr (nachdem er sich Feucr geschlagen und aus sei-
ncr ungarischen Pfeife zu rauchen begonnen hat): Blasius!

Blasius: Eure Gnaden befehlen?

Bnrgherr: Woher die Chokolade? Sie war gut.

Blasius: Feinste Dampfchokolade, welche dcr lctzte
Kourier aus Paris mitgebracht hat.

Burgherr: Was? Dampfchokolade? aus Paris? —

-E



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