Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 17.1974

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Erika Simon: Das antike Theater. Heidelberger Texte - Didaktische Reihe H. 5
F. H. Kerle Verlag Heidelberg 1972 brosch. 70 S. 12 Tafeln.
Ausgehend vom Theater in Epidauros behandelt die Verf. zunächst die drei Bestand-
teile des Theaterbaus: Orchestra, Theatron und Skene, wobei die Entwicklungslinien
von der Ausgangsform bis zur Spätform im römischen Theater gezogen werden. Es folgt
die Besprechung der Themen: Chor, Schauspieler und ihre Ausrüstung - Masken, Ko-
stüme und Kothurn - in den einzelnen Arten des dramatischen Spiels; den Fragen der
Bühnenmalerei (S. 30-40) ist ein breiter Raum gewidmet. Den verschiedenen Entwick-
lungsphasen entsprechend werden die archäologischen Zeugnisse besprochen, die nicht
nur unsere literarische Überlieferung unterstützen, sondern auch ergänzen; vor allen
Dingen gilt dies für die vorliterarische Periode. Einige Beispiele: zur Tragödie: Chor-
tänzer vor einem Dionysosbild (S. 18 u. Tafel 2), Komödie: prähistorische Idole mit
dickem Leib und Steiß zeigen dieselbe Körperform wie die Schauspieler der Alten und
Mittleren Komödie (S. 40 Zeichnung Nr. 3), Vasenbilder vor Aristophanes stellen
Tierchöre dar, ihre Verwendung im Kult geht noch weiter zurück. — Aus einer späteren
Epoche ergänzen neue Mosaikfunde aus Mytilene auf Lesbos unsere Menanderkenntnis;
Beischriften erweisen sie als Textillustrationen zu elf Komödien. - Die neu freigelegten
Räume des sogen. „Hauses der Augustus“ auf dem Palatin lassen eine Bühnendekora-
tion des späten 2. Stiles (30-20 vor Chr.) erkennen, deren Masken auf die erst in der
augusteischen Zeit entstandene Gattung der fabula saltica hinweisen (e i n Pantomime,
Text vom Chor gesungen S. 50/51).
Das Buch ist eine ausgezeichnete und anregende Grundlage für jeden, der sich im
Unterricht mit dem Theater beschäftigt, da es a) durch die Archäologie erweiterte Deu-
tungsmöglichkeiten aufweist, b) die feststehenden Ergebnisse herausstellt und c) die
Aporien offen diskutiert. Zahlreiche Anmerkungen mit Quellenhinweisen und Literatur-
angaben. unterstützen die Arbeit des Lehrers. Anm. Zur „perspektivischen Malerei“
des Agatharchos, der für Aesch. (Orestie) die Dekoration gestaltete, wäre ein ausführ-
licher Bericht notwendig.
Kahlenberg

Wissenswertes zur Geschichte des Deutschen
Altphilologenverbandes

Einzelheiten aus der Geschichte des Deutschen Altphilologenverbandes finden gewiß
das Interesse der Mitglieder. Die nachfolgenden Ausführungen sind ein erster Versuch,
einige Einzelheiten darzulegen. Sie sind ergänzungs- und vielleicht auch verbesserungs-
bedürftig. Die Mitglieder sind aufgerufen, solche Ergänzungen oder Verbesserungen der
Redaktion mitzuteilen.
Der DAV wurde anläßlich der Berliner Gymnasialtagung des Zentralinstituts für
Erziehung und Unterricht am 6. April 1925 gegründet. Von Universitätslehrern sind
als Gründer genannt: W. Jaeger, Ed. Fraenkel, O. Regenbogen, W. Rehm, O. Immisch
und R. Meister, von Lehrern der Gymnasien: E. Kroymann, H. Lamer, M. Krüger,
H. Weinstock, O. Viedebantt, B. Gohlke, A. Krause und B. Kock.
Eine erste Verbandstagung fand am 27. 9. 1925 in Erlangen statt. Anläßlich dieser
Tagung wurde das Ziel des Verbandes verdeutlicht, den altsprachlichen Unterricht zu
fördern und den humanistischen Bildungs- und Erziehungsgedanken zu verteidigen

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