Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 17.1974

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erkennbaren Partien ihrer menandrischen Vorlagen, Andria und Perinthia bzw. Eunu-
chos, in Vergleich gesetzt. Dabei gelingt es, über frühere Ergebnisse, vor allem die
Lefevres, hinaus von Szene zu Szene neue Einsichten in die Kunst sowohl des atti-
schen Dichters als auch seines römischen Nachahmers zu gewinnen. S. 303-347. —
H.-Th. Johann, Das Naturgesetz und der unvollkommene Mensch (Plut. Stoic. rep.
11, 1037 C-F). Unzulänglichkeiten Plutarchs in der Wiedergabe stoischer Sätze wer-
den aufgezeigt und berichtigt. S. 347-352. - E. ]. Phillips, Asconius’ magni homines.
In der Verteidigungsrede, die Cicero i. J. 65 für C. Cornelius hielt und deren wesent-
licher Inhalt aus dem Kommentar des Asconius bekannt ist, spricht er von denen,
die den i. J. 66 von Cornelius gegen Manilius angestrengten Prozeß verhindert hatten,
als von ,magni hominesh Asconius bezieht den Ausdruck auf L. Catilina und Cn. Piso,
doch ist diese Identifizierung auf Widerspruch gestoßen. Genaue Prüfung aller Ge-
gebenheiten macht es indessen sehr wahrscheinlich, daß Asconius im Recht ist, zumal
sich keinerlei Alternative bietet. S. 353—357. - M. Marcovich, Photius on Ctesias.
S. 358. — Ders., Phoenix of Colophon fr. 5 Diehl. S. 359. - Ders., Orphic Fragment
226 K. S. 359-360. - Ders., Anaximenes to Pythagoras: Zwei Vermutungen zu Diog.
Laert. II 5 Long. S. 360. - A. Guida, Nota a pap. Berol. inv. 9772: Die Reste zweier
jambischer Trimeter lassen sich mit Hilfe der Verse 51 f. der Comparatio Menandri et
Philistionis I Jaekel sicher ergänzen. S. 361. - H. Heubner, Zu Tacitus, Agricola 8,1
und 43,2: Zu 8,1 wird die Vermutung Prammers ne (nimis) incresceret in Erinnerung
gebracht, zu 43,2 die Einfügung von quo nach comperti vorgeschlagen. S. 362.

Heubner

Buchbesprechung
Reclams Lexikon der antiken Mythologie von Edward Tripp. Aus dem Engl, übers, von
Rainer Rauthe. Stuttgart, 1974, 560 S. 72 Abb. 5 Karten, Paperback DM 34,80, geb.
DM 45.-.

Nicht nur die griech. Kunst, Dichtung und Philosophie sind vom Mythos fast völlig
durchsetzt, sondern auch die Literaten, Maler, Bildhauer und Komponisten nachfol-
gender Jahrhunderte - unsere Zeitgenossen nicht ausgenommen - sind der antiken
Mythologie in starkem Maße verpflichtet.
Das vorliegende Werk ist im wesentlichen eine Übersetzung von Crowell’s Handbook
of Classical Mythology (1970), vom sachkundigen Übersetzer um mehrere Artikel und
ein Literaturverzeichnis der allgemein zugänglichen und verbindlichen literarischen
Quellen ergänzt. Gerade dadurch wird der Leser angeregt, Details im Original oder
zumindest in einer Übersetzung nachzulesen. Der Philologe wird vielleicht lieber zu den
Darstellungen von Walter F. Otto oder Kerenyi greifen; Allgemeinwissen muß jedoch
durch Fakten untermauert und nachschlagbar gemacht werden, und dabei helfen die im
Umfang abgewogenen Artikel, bei denen das Einzelschicksal stets mit dem größeren
mythischen Zusammenhang verzahnt ist. Eine sehr nützliche Neuerscheinung, die aller-
dings - anders als z. B. Herbert Hunger - nur die antiken Quellen berücksichtigt und
trotzdem beinahe den doppelten Umfang erreicht.
Königer

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