Meringer, Rudolf; Mayer, Carl
Versprechen und Verlesen: eine psychologisch-linguistische Studie — Stuttgart, 1895

Page: 151
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wenden. Daß hier die Schwierigkeiten allerdings sehr
große sein werden, entgeht mir nicht. —-

IV. Wie MÄN >ich verschreibt.

An die Darstellung der Arten, wie man sich ver-
spricht und verliest, sollte sich die Erörterung darüber an-
schließen, wie man sich verschreibt und verhört. Leider
stehen mir hier keine genügenden Beobachtungen zur Ver-
fügung, so daß meine Titel nur den Wert von Fragen haben.

Jn Bezug auf die Schreibfehler habe ich bloß
beobachtet, daß sie viele Aehnlichkeit mit den Sprechfehlern
haben. Doch will ich bemerken, daß ich lebhafte mo-
torische Sprechvorstellungen habe, also meine Schreib-
fehler wohl nicht ganz dieselben sein werden, wie die eines
Mannes, bei dem die Erinnerungsbilder der geschriebenen
Worte oder der Schreibethätigkeit (die bei mir wenig in
Betracht kommen) lebhafter sind.

Ballet a. a. O. S. 30 sagt, es gebe kein Schreiben
ohne „das innere Wort", worunter er „das innerliche
Hören" versteht. Vgl. S. 28. „Das Wort diktiert, die
Hand gehorcht; . . . das diktierende Wort ist nicht hörbar;
nichtsdestoweniger besteht es thatsächlich; aber das Geräusch,
welches es verursacht, hört nicht das Ohr, sondern das
Bewußtsein" bei Ballet S. 30 nach Egger.

Die folgenden Schreibfehler sind, wo nicht anders
bemerkt, von mir. Jch schreibe von jedem Wort nur das
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