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2. Mainz.

Der Umzug mit Sack und Pack, wenn auch ohne
Möbeln, ging in der damals üblichen, umftändlichen
Weife vor lieh. Mann und Frau, drei kleine Kinder
— foviel waren damals vorhanden —, dazu noch eine
Dienerin und ein Hauslehrer, bildeten fchon eine
kleine Karawane. Die Reife wurde per Hauderer oder
Zauderer, wie man diefe lieh nicht übereilende Fahr-
gelegenheit fcherzweifc gerne nannte, ausgeführt und
es verging mancher Tag, ehe die Thürme von Mainz
am Horizonte auftauchten. In der neuen Heimath
wurde erft proviforifch eine möblirte Wohnung im
Margarethengäfschen bezogen, die jedoch bald mit
einer befferen und angenehmeren auf der grofsen
Bleiche, bei einer Frau Thilmann, vertaufcht wurde.
Diefe reichte nun völlig aus und die Familie hatte
auf Jahre hinaus eine behagliche Heimftätte gefunden.
Es war gerade die Zeit, in welcher fich am Rhein die
letzten bewegten Scenen des napoleonifchen Dramas
abfpielten, wo Truppendurchzüge und der Aufenthalt
von Potentaten und Feldherren Mainz eine fehr leb-
hafte Phyfiögnomie verliehen. Die Kinder erhielten
denn auch mancherlei Eindrücke, welche bis zum
hohen Alter frifch blieben. Einmal durften fic fogar
 
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