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Müller-Seidel, Walter
Das Pathetische und Erhabene in Schillers Jugenddramen — 1949

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https://doi.org/10.11588/diglit.38657#0229
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tation des "Fiasko" ausführt, ist auch in der eigenen untersu -
chung darzutun versucht worden. Fs liegt im Ilan der Gesamtem -
läge des 'Fieseschen uehes, wenn bei ihm oft die üinselinterpre-
tation gedrängter sein muß. Auf das iroblem der Faskierung und
das damit gegebene Auseinanderfallen der menschlichen Existenz
in Dchein und Sein, das ^ier, im "Fiasko"^ erstmals mit so durch-
dringender illusionsloser ^chirfe eingegangen ist, habe ich nach-
drücklicher aufmerksam machen müssen, als sonst vielerorts gesche
hen war. Es schien mir wichtig, in der Deutung weniger vom Del -
den Fiesko auszugehen als vom Dhema der Verschwörung das oiesko.
Die gegenüber den "Räubern* noch unheimlichere Verflechtung von
i'..aske? Intrige und Ironie mochte somit noch anders sichtbar ge-
worden sein, als das bei Diese dar Fall ist.
,och nimmt gerade die Interpretation von "Kabale und hiebe*
von diesen Droblemen her ihren Ausgang. "Die entscheidende Vor -
Aussetzung ist die Möglichkeit dar Duske." (S. 225) Damit wird
auch bei kiese der tragische bntergrund der Liebe selbst aufge -
deckt, wie es in den Erörterungen über das Fesen der Intrige ver-
sucht wurde (oben S. 13"'' ff), hur ist der Ak ent stärker noch wuf
den Anspruch des Gewissens, dar Idee und des Reinen gelegt, für
:ie das Varhaftetsein an Familien- und Düreerordnang, wie Fiese
deutet (S* 226) nur $tofflicbemotivisehe Forcen dieses mit der
Idee gegebenen Anspruchs sind. Vor allem a -er geht Fieses Darsteli
lung Eber alle herkömmliche Deutung hinaus, die das letzte der
Jugenddramen einsaitig in literarischen Eruditionen, sei es des
Sturms wnd Dr....ngs oder des Dwrockdramas sehen wollen, oder die,
wie Dorff die ^eitthematlk oder wie neuerdings Auerbac^. die dar-
gestellt-;' Fohkeit zum A*?s unkt nehmen. Eben damit aber
scheint es Fiese gelungen zu sein, die gültige Leistung der Ju -
genddranen verstehend deutlich zu machen. In dieser L.ewü^en liegt
wohl vor Ilern die methodische Übereinstimmung, die nicht uletot
der Grund für die häufigen Berührungen in der Interpretation
seihst sind.
 
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