Ulbert, Günter
Die römischen Donau-Kastelle Aislingen und Burghöfe — Limesforschungen, Band 1: Berlin, 1959

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BURGHÖFE

Ätzge
Das frührömische Kastell Burghöfe ist nach dem
benachbarten »Burghöfe« benannt, einem Gut der
Gemeinde Mertingen im Landkreis Donauwörth.
Das Gut liegt 4 km westlich vom Lech, etwa 10 km
südlich der Donau, am Fuße eines kräftig nach Osten
vorspringenden Geländesporns des mittelschwäbi-
schen Hügellandes (Karte 2, Taf. B). Hier öffnet sich
das weite Lechtal zur Donauniederung. Auf dieser
Anhöhe, die sich ca. 30 m über die Talsohle erhebt, lag
einst das römische Kastell. Die Wahl gerade dieses
Platzes ergab sich zwanglos aus den günstigen natür-
lichen Gegebenheiten. Von hier oben überschaut man
weithin die Flußtäler von Donau und Lech. Im Nor-

den erreicht der Blick bei klarer Sicht die Jurahöhen,
dort wo die Wörnitz in die Donau mündet. Augsburg
im Süden und Aislingen im Westen konnten von
hier aus mit Leuchtzeichen verständigt werden. Auch
zum unmittelbaren Schutz des Lagers war das Ge-
lände günstig. Steil fällt die Anhöhe nach Norden,
Osten und Süden ab, nur nach Westen senkt sie sich
allmählich. Einen weiteren natürlichen Schutz bot
die Schmutter, ein Flüßchen, das sich, von Süden
kommend, eng an den Fuß der westlichen Lechterrasse
schmiegt, den Geländevorsprung bei Burghöfe um-
fließt, um dann in nördlicher Richtung der Donau
zuzustreben.


Abb. 2. Burghöfe. Lage des frührömisdien Kastells.

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