Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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2 r« Fluchende Narrm.
Übel Wünschen des Teuffels ist: Höre nur einer zuweilen / wie es
in dem Haus dis und jenen Bürgers hergehet z Heist es nicht ost'n
Das Haus ist des Teuffels/es kost mich schon so viel / daß ich umb
das Geld/so ich hm und her verflicht / hätte können em neues bau,
en. Die Stuben ist des Teuffels/ sie ist ja so finster/ daß ich noch
bald bis umb Mittag muß ein Licht brennen. Die Kammer ist Les
Teuffels/ es ist so feucht/ daß einem alle Kleider darinnen verderben.
Die Kuchen ist des Teuffels/ sierauchtja/ daß allen indem Haus
die Augen wollen den Dienst auffsagen. Der Kasten ist des Tsuft
fels/ ich muß fast allemal drey Finger auwähren/ bis ich ihn kan auf-
machen. Der Tifch ist des Tenffels/er wackelt und wanckee/ wie ein
krumper Bettler am Kirch-Tag. Das Messer ist des Teuffels /
wann ich es alle Tage schleisse / so kan ich gleichwo!kein Haber-Brey
mit schneiden. Das Kleid ist des Teuffels/eszwengt mich bald en-
ger/ als die Spanier ihre Hosen. In Summa / alles ist des Teuf-
fels/folgsam gehöret GQkt nichts zu im Hans. Ja/ wannGOtk
wslt auch in einem Sack vorlieb nehmen / so vergönnet man ihm sol,
chen nicht; Denn es Heist ja r Der Sack ist Les Teuffels / ich verliere
fast alle Tage etwas daraus rc. Indem nun das ganye Haus und
allesWasim Haus des Teuffelsist / wie es der gemeine Fluch räg-
Üchgibt/ so kan ohn allen Zweiffel / der liebe GStt nicht darin-
Neu seyn-Darin dis Archen GDttes/und des Teuffels Dagsn ver-
gleichen sich nicht. Wann dann GOrr nicht darinnen / so ist auch
Md kan auch nicht darinnen seyn Glück und Stern / wie oben satt-
samb erwiesen worden.
Wolan dann/ mein Burger weist du schon die Uesach warumb
Glück und Seegeu aus deinem Hans verbannisiret? Wie manchen
har solches Fluchen in das gröste Verderben gebracht ?
Zu Rom / unweit bey 8, Oeor-Z in har sich zugetra-
gen/ daß etliche Weiber gewaschen / hierunter eine gewesen / die der
andern ein Hembd entzogen / und weilen aus gewissen Beweiß-
rhmnben der Argwohn und Inzucht gufsie ergangen / damit sie so!-
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