Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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EIN THESSALISCHER GOLD- UND SILBERFUND

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geöffneten Grabe gefunden wor-
den (jetzt im Museum von Volo);
in Trikka habe ich bei einem
Bauern zwei ähnliche Henkel
aufgetrieben, die genau den im
BCH. VII 1883 Taf. 4 abgebil-
deten gleichen.
Der elliptische, in einer
Röhre bewegliche Henkel Abb. 8
(H. 8,2 cm), gehört zu einem
grossen Gefäss mit weiter Mün-
dung (von der nur das abgebil-
dete Stück erhalten ist), aus
einer Legierung von Silber und
Bronze, wie Abb. 4 u. 10. Becken
dieser Form heissen heute in
Griechenland λεβέτια oder κακκά-
βια und dienen, wie jenes antike,
in der Küche zum Zurichten
und Aufbewahren der Speisen.
Merkwürdig ist der Bronze-
henkel Abb. 5 (H. 9,3), unregel-
mässig dreischenklig, mit auf-
ragendem, blattförmigen Dorne.
Er gehörte wohl zu einem Kru-
ge, wie sie unter dem silbernen
Tafelgeschirr von Boscoreale u.
a. mit verschiedenartigen, reich
verzierten Henkeln Vorkommen
(vgl. Arch. Anz. 1 900,1 87 Abb.16).1
Aus der schon erwähnten
Legierung von Silber und Bronze
besteht der hübsche henkellose
Becher Abb. 10 (H. 12, Dm. 9,1
cm). Von seiner unteren Hälfte
fehlt etwa ein Drittel. Am Halse>
1 [Ein gleicher aus dem Schiff von
Antikythera, in Athen].


Abb. 5-9. Geräte aus Bronze, Glas und Thon.
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