Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1910-1911 379
kenne ich diese Gefässform nicht. Die Wand wird gerne
durch zwei Rillen verziert; ein Bedecken der ganzen Wand
mit Rillen ist seltener. Dieser in der nordischen Sigillata
fehlende Typus dürfte auf den Krater der griechischen
Epoche zurückgehen.
Ausser diesen 29 Gefässformen, deren Gesamtbild sich
fast ausnahmslos reconstruieren liess, weil zumeist eine
ganze Menge von Gefässen derselben Form auf den Schutt-
haufen gewandert war, fanden sich von einer Anzahl wei-
terer Gefässarten nur vereinzelte Scherben, die
eine vollständige Reconstruction des Typus
noch nicht gestatteten. Das nur spärliche Auftreten
dieser Fragmente erklärt sich daraus, dass bei denjenigen
Bränden, von denen der von uns angeschnittene Abfall her-
rührt, vornehmlich Teller, Tassen, Näpfe und Schüsseln die
Öfen füllten, während Krüge, Kannen, Urnen, Trichter, Cas-
serollen usw. nur als Lückenfüller gelegentlich mitgebrannt
wurden. An anderen Stellen wird man hingegen Abfall zu
erwarten haben, der vornehmlich von Gefässen gerade jener
Formen herrührt, als Schutt eines anderen Brandes. Unan-
gezeigt wäre es daher, sich an dieser Stelle in Hypothe-
sen über die mutmassliche Reconstruction dieser Gefäss-
fragmente zu ergehen. Ich stelle deshalb im folgenden die
Hauptfragmente nur kurz zusammen; sie zur Zeit etwa ganz
ausscheiden zu wollen, wäre m. E. gleichfalls unrichtig, denn
sie gestalten das Bild von dem Formenreichtum der Sigil-
lataproducte von Tschandarli viel bunter.
Typus 30. Zweihenklige Feldflasche. Erhalten ist nur
der Hals (Schnitt V), der eine Vergröberung der Grund-
form des Typus 32 ist. Die dreiteiligen Bandhenkel sassen
an seiner Mitte an. Seine am unteren Ende flachgedrückte
Form und das ungleichmässige Ansteigen der Wandflächen
lassen erkennen, dass nur eine Seite der wohl runden Fla-
sche gewölbt war, die andere flach. Eine vollständige derar-
tige Flasche aus Smyrna, ausgeführt in der älteren klein-
asiatischen Sigillatatechnik, befindet sich in der archäologi-
schen Lehrsammlung der Universität Berlin (Inv. D 47). Hier
sind die am unteren Lippenrand anliegenden dreiteiligen
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