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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0023

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Fundschau

19

Diersheim (A.Kehl). Hauptlehrer Schlörer meldet aus dem Gebiet des römerzeitlichen
Friedhofs eine 1,7 in tief liegende Brandschüttung mit provinzialen Beigaben. Die Lage
der neuen Stelle etwas abseits des planmäßig untersuchten Geländes lehrt, daß dort noch
weiteres zu erwarten ist (Wahle).
Edingen (A.Mannheim), südlich des Ortes in der Gewann „Kreuzelstein". Die Auf-
findung von Skelettgräbern der Hallstattzeit bei Anlage einer Baumschule führte auch auf
eine Gruppe von Drandgräbernöes 1. Zhs. n. Ehr.
Grab 1 (28.1.37): Zu Füßen des Skelettgrabes mit dem Bronzearmring auf einem
Häufchen von 20 cm Breite und 10 cm Dicke mit wenig verbrannten Knochen, Asche und
einem Stück Hüttenlehm lagen 2 Augenfibeln verschiedener Form; anscheinend war die
Knochenasche in einem Säckchen in der Erde geborgen worden; an der Seite lag ein kleiner
Tonbecher.
Grab 2 (28. I. 37): Nur 25 cm unter der Oberfläche lagen obenauf einige zerschmolzene
und verbogene Bronzestücke, ein weiteres in der wenigen Knochenasche.
Grab 3 (15. II. 37): In 25 cm Tiefe kam die Spitze eines kegelförmigen Schildbuckels
von 18,3 cm Durchmesser am Rand zum Vorschein, der auf einem dunkeln Fleck von
35 cm Durchmesser lag; darunter 1 Schere, deren eine Klinge verbogen war, darunter
1 Lanzenspitze von 23 cm Länge, darunter wieder 1 Eisenmesser mit 25,8 cm langer Klinge,
kurzem Dorn und Bronzering am Heftansatz; darunter, in 2 Teile zerbrochen, die über
50 cm lange Schildfessel; in der Knochenasche geschmolzene Bronzereste und einige Scherben
von einem Gefäß, das anscheinend auf dem Scheiterhaufen gelegen hatte.
Grab 4 (15. II. 37): Vom Pflug zerstört; in einem dunklen Fleck Knochenasche, einige
geschmolzene Bronzestücke und wenige Aschenreste.
Grab 5 (15. II. 37): Auf der Knochenafche, 40 cm breit, lag eine sehr stark gerötete und
gut erhaltene Schere; beim Herausnehmen der flach ausgestreuten Knochenasche kam außer
einem kantigen Bronzestück 1 Eisenmesserchen mit Griff heraus; darunter lag eine kleine
runde Grube von 20 cm Dm. und 10 cm Tiefe, die die Hauptsache der nicht stark ver-
brannten Knochenafche enthielt.
Grab 6 (15. II. 38.): Rur 30 cm unter der Oberfläche kam der Rand einer Arne von
32 cm Dm. zum Vorschein: ein flacher bauchiger Rapf aus sehr brüchigem Ton, mit Kamm-
strichbogen verziert; oben darauf 1 verbogene Eifenschere; 1 spitzes Messer mit langem
dünnem Dorn und Knopf am Ende; in der Knochenasche 2 Fibeln aus Bronze von der
Form der Augenfibeln, aber ohne Augen und 1 Nähnadel.
Von einem weiteren zerstörten Grab stammt 1 gut erhaltene Schere von 21,4 cm
Länge, die sich auf dem Acker in der Rähe fand (Gropengießer).
Strahenheimer Hof (A.Mannheim). 2n der Sandgrube am Strahenheimer Hof konn-
ten aus der dunklen Kulturschicht unter der letzten Äberwehung wieder eine große Anzahl
von Scherben geborgen werden. Nördlich der westlichen Äberführungsrampe über die
Reichsautobahn nach dem Strahenheimer Hof konnte beim Herausnehmen der Decke der
südnördlich ziehenden Straße von Wallstadt nach Wirnheim darunter eine 40—60 cm
starke Kulturschicht mit Knochen und Scherben römischer Zeit untersucht werden. Dabei
kam auch eine flache Wohngrub-e heraus mit swebischer Bauernware des 1. Jahrhunderts
n. Ehr., belgischen Scherben verschiedener Art mit Schachbrettmustern und ein Stück eines
blauen Glasarmbands; außerdem 1 Brunnen, der 3,30 m unter die ehemalige Straßen-
oberfläche hinunterreichte; er war oben 1,60 m breit, unten 0,90 m, die Holzausschalung
war vergangen, nur die Lehmauskleidung der Wände, die 1,40 tief in den Kies hinunter-
führten, hatte sich erhalten; in der Einfüllung viele Scherben von früher Sigillata, Terra
nigra, belgischen Schachbretturnen und das Randstück einer gläsernen Rippenschale. Die
gefundenen Reste gehören zweifellos zu den anderen swebischen Siedlungsresten, die bei
der Anlage der Reichsautobahn nicht weit davon festgestellt werden konnten (Gropen-
gießer).
Römische Zeit.
Am Gutshof von Laufenburg wurde die Untersuchung ein Stück weitergetrie-
ben, sonst ruhte der Spaten, obwohl Stellen wie Esringen (sehr frühe Besiedlung),
 
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