Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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Einleitung

Einleitung.
Im Ausbau der ur- und frühgeschichtlich-en Denkmalpflege und Volksbildung
hat das letzte Iahr wesentliche Bausteine neu hinzugefügt, vor allem die Neu-
bearbeitung der einschlägigen Teile des Heimatatlasses, die Lichtbildreihe der Lan-
desbildstelle samt Textheft und die Ausstellung des Ministeriums „Kultur unserer
heimischen Vorzeit". Im Heimatatlas^ sind die Bildtafeln völlig neu bear-
beitet und geben durch Hinzunahme von Siedlung und Grab, Landschaft und Mensch
ein tunlichst umfassendes Bild des Lebens und Wirkens unserer Vorfahren. Die
Karten, die den linksrheinischen Anteil mit berücksichtigen und durch Eintragung des
Gebirges plastisch geworden sind, wurden wissenschaftlich überprüft. Eine wesent-
liche Ergänzung gibt die Lichtbildreihe der Landesbildstelle-, die mit 44 An-
sichten einen treffenden Äberblick über die wechselvolle Argeschichte der Oberrhein-
lande bietet; das erläuternde Textheft stellt die erste neuere Zusammenfassung der
Frühgeschichte unseres Landes dar. Die vom Ministerium veranstaltete, vom Lan-
desmuseum durchgeführte Ausstellung, die in der Landesgewerbehalle vom
12. Oktober bis 7. November stattfand, vereinigte nicht nur zum ersten Male erlesene
Gegenstände aus dem ganzen Land, sie verband sie vor allem durch Erläuterungen
und Karten zu einem lebensvollen Ganzen. And auf der Lehr- und Leistungsschau
der badischen Gemeinden, die vom 23. Oktober bis 14. November in Karlsruhe statt-
sand, erschien die Ar- und Frühgeschichte in Denkmalpflege und Museum organisch
in den Tätigkeitsbereich der Gemeinden eingegliedert.
In diesen Arbeiten hat das Badische Landesmuseum mit Konservator Dr.
F. Garscha und Dr. I. Cckerle neue große Aufgaben angefaßt; dabei kam es auf die
Zusammenarbeit aller Museen und Fachleute des Landes an, die in gemein-
nützigster Weise hier verwirklicht wurde. Nehmen wir als Beispiel die frühesten
Germanen am Oberrhein, die Sweben, die unter volksgeschichtlichen Gesichtspunkten
heute von besonderer Wichtigkeit sind. Ihre Funde häufen sich vor allem am unter-
sten Neckar, so daß die entsprechenden Abschnitte in Atlas und Lichtbild und Aus-
stellung nur durch den rückhaltlosen Einsatz des Schloßmuseums Mannheim (Prof.
Gropengießer) ein getreues Bild geben konnten.
Heimatatlas, Lichtbildreihe und Ausstellung wenden sich vor allem an die
Schule. Deren Aufgabe ist es nun, den dargebotenen Stoff zu verarbeiten. Ein
gutes Beispiel gibt der Aufsatz von F. Gember in der „Badischen Schule" Im
einzelnen wird jeder Bezirk sich seine besonderen Verhältnisse zusammenstellen
müssen, wie es W. Bauer für Bruchsal getan hat, und wie es andern Orts im Wer-
den ist. Anschauungsstoff für den Anterricht gibt es in genügender Menge; außer
Heimatatlas und Bildreihe seien noch Wandtafeln und Nachbildungen genannt.
Die örtliche Lage wird manche besondere Möglichkeit geben; so haben die Schüler

i Heimatatlas der Südwestmark Baden, herausgegeben von K. Gärtner, Ministerial-
rat; Kunstdruckerei Künstlerbund, Karlsruhe. (Hauptbearbeiter der ur- und frühgeschicht-
lichen Abteilung: Konservator Dr. F. Garscha.)
? Heimische Borzeit in Lichtbildern, Hauptreihe. Bearbeitet von F. Garscha und
I. Eckerle. Herausgegeben von der Staatlichen Landesbildstelle Baden, Karlsruhe. Textheft
mit 48 S. und 44 Bildern.
Gember, F.: Lebensnahe Borgeschichte in der Grund- und Hauptschule. „Die badische
Schule". 9. und 10. Folge 1937 Iahrg 4.
s. diese Zeitschrist III, 1936, 467ff.
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