Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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Ein einheimischer Bilöstein von der Brigachquelle aus römischer Zeit

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nicht folgen, wenn er die im Bad gefundenen gestempelten Ziegel der XXI. und
XI. Legion zur Datierung des Bades heranzieht und die Anfänge des Bades in die
Mitte des 1. Jahrhunderts hinauf verlegt.
Es sind 4 verschiedene Typen von Stempeln, dazu noch von zwei Legionen,
deren Aufenthalt am Hochrhein sich auf fo lange Zeit erstreckte (46-70 n. Ehr.
und 70-100 n. Ehr.), die im selben Bau zusammengefunden wurden. Das macht es
wahrscheinlich, daß es sich um Altmaterial handelt, das irgend wie aus Heeres-
beständen an die Zivilbevölkerung abgegeben wurde, um so mehr als solche gestem-
pelten Ziegel nicht nur in diesem Fall, sondern in fast allen größeren Bauten am
Hochrhein, deren Grundriß durchaus zivil ist, gefunden wurden o. Durchaus zivilen
Charakter hat auch das Bad, das schon seiner Größe nach für ein Militärbad durch-
aus unzulänglich wäre.
Es fehlt bis jetzt das Wohnhaus, und Heck hat 1928 östlich und westlich des
nach Norden gewendeten Feldweges nach ihm gesucht. Er hat dabei in der Nähe des
östlichen Wegrandes einen Ziegelmörtelboden angeschnitten (Plan O), auch loses
Steinmaterial und westlich des Weges ein Mauerbruchstück gesunden. Aber wegen
Erschöpfung der Mittel wurden weitere Suchgräben nicht mehr gezogen, so daß sich
sehr Wohl noch die Reste eines weitgehender zerstörten Wohnhauses im Boden be-
finden können. Ebensowenig wurde bis jetzt nach einer die ganze Anlage umfassen-
den Hofmauer gesucht.

Lin einheimischer Vildstein von der Vrigachquelle
aus römischer Zeit
I. Fundbericht und Beschreibung.
Die Donau entsteht bei Donaueschingen durch die Bereinigung der beiden Flüsse
Brigach und Breg und starker Quellen aus dem Schlohpark. Die Brigach, der be-
deutendere der beiden Quellflüsse, entspringt westlich des Städtchens St. Georgen,
Amt Billingen, in der Tal'schaft Brigach im Keller des Hirzbauernhoses (Abb. 1).
Schon früh hat sie als Donauquelle die Aufmerksamkeit zahlreicher Besucher auf
sich gezogen X Der Schwarzwaldverein lieh vor etwa 50 Iahren ihr Wasser beim
Austritt ins Freie fassen.
Als der Hirzbauer Heinzmann 1889/99 in seiner Küche das Rauchkammer-
gewölbe erneuerte, sand er darin einen Sandstein mit Figuren, hob ihn dankens-
werter Weise aus und stellte ihn vor das Haus auf die Quellsassung. Dort sah ihn
1914 der Historiker Dr. B. Heinemann aus St. Georgen und fotografierte ihn (Ta-
fel VIII, oben) und schickte ein Bild an Museumsdirektor Dr. Wingenroth, Freiburg,
6 Billa von Laufenburg—Rhina (Bad. Fber. III S. 220): 21. und 11. Legion, Billa bei
Llnterhallau (Wunderklingen: Stempel der 21. Legion, Borholz bei Schleitheim: 21. Le-
gion, Siblingen (Tüelwasen): 11. Legion, Beringen (Lieblosental): Stempel der 21. und 11.
und der Coh. XXVI. Heidegger Hof: 21. u. 11. Legion Coh. III Hispanorum? Eine ein-
gehende Untersuchung und Vergleich dieser in einem örtlich begrenzten Bezirk gefundenen
Stempel ist dringend nötig.
i F. W. Breuninger, kon8 Oanuble xriinri8 et naturalw oder: Die Llrquelle des welt-
berühmten Donaustroms... 1719. — Äber die Geltung der Vrigachquelle als eigentliche
Donauquelle und ihren Besuch erscheint demnächst ein Artikel von Dr. Heinemann in den
Blättern des Schwarzwaldvereins.

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