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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0043

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Römische Bäder in Baden

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Abkühlung zu besprengen. Dieses Labrum wurde bald nach 70 n. Ehr. aus prak-
tischen Gründen durch eine gemauerte Wanne ersetzt. So findet es sich nur noch in
den älteren pompejanischen Bädern und in den Militärbädern von Vindonissa.
Hüfingen und Rottweil, wo die Schale heute vor der Altstaötkirche aufgestellt ist.
Dieselbe Heizeinrichtung wie das Ealdarium 6 hatte auch das Tepidarium
L, dessen Hohlraum die warme Luft durch die vier Kanäle 6 zuströmte, ein mäßig
erwärmter Raum, in dem man sich aufhielt, salbte und massierte, um sich für das
Warmbad im Ealdarium vorzubereiten.
In einfacher Reihe sind in Hüfingen die Hauptbaderäume aneinander gefügt.
Nur sind sie noch nicht in einer Achse aufgereiht. Das hatte seine Nachteile bei der
Beheizung des Tepidariums, da die warme Luft sich nur seitwärts, nicht in ihrer
ursprünglichen Streichrichtung in seinen Hohlraum ausbreiten konnte. Das mag der
Grund gewesen sein, daß die Hhpokaustenheizung im Tepidarium früh aufgegeben
wurde, weil der Raum Wohl nicht genügend geheizt werden konnte. Auf jeden Fall
werden es solche Erfahrungen gewesen sein, die die Erbauer der späteren Kastell-
bäder bewogen, die unterheizten Räume in einer Achse anzuordnen.
II. Die Bäder am Limes.
Die weitere Entwicklung des römischen Badewesens ging aus von der steigenden
Beliebtheit des Heißluftbades, das meistens zwischen Tepidarium und Cal-
darium eingeschoben wurde wie in den Zentralthermen von Pompeji. Solche Heiß-
luftbäder befanden sich seit alter Zeit in überwölbten Rundbauten, in deren Mitte
man in einem Becken ein Holzkohlenfeuer entfachte, an dessen Ausstrahlungen man
sich soweit erhitzte, bis der Schweiß ausbrach. Man erzeugte hier trockene Hitze im
Gegensatz zur feuchten Hitze, die in den Caldarien herrschte. Nach ihrer Herkunft
von Lakonien nannte man solche Schwitzzellen Laconica. Auch an die Nord-
westecke des Bades von Hüfingen war ein solcher Rundbau für eine Schwitzzelle
(lichter Durchmesser 6 na) angebaut und war wahrscheinlich mit Hhpokaustenheizung
versehen, so daß er im Winter auch als Auskleideraum benutzt werden konnte. Da
vor und nach dem Heihluftbad ein Wasserbad folgte, so hat man, um das Ealdarium
zu entlasten, zwischen Frigidarium und Ealdarium einen weiteren Raum einge-
schoben. Da man in der Antike zudem die fetthaltige Seife nicht kannte, mußte man
beim Baden die spröde gewordene Haut salben, und mit dem Salben war das
Massieren verbunden, dem man in größeren Bädern oft eine besondre Zelle ein-
räumte. Erst nach dieser Kur betrat man die Warmwasserwannen des Ealdariums.
Manche von diesen Neuerungen finden wir auf badischem Boden bereits bei
den Bädern an der Odenwaldlinie des Limes, die vielleicht schon am Ende des
1. Iahrh. errichtet wurden. Sie bilden eine Gruppe unter sich nahverwandter Bau-
ten. Bon den auf badischem Boden liegenden zeigt das Bad des kleinen Kastells
Schlossau (A.Buchen; Abb. 3) diesen Typ am deutlichsten. Seine nächsten Ver-
wandten Würzberg und Vielbrunn liegen in Hessen. Das Badegebäude von
Schlossau liegt 59 m südöstlich vom Kastell. (Gröhe: 20/8 m ohne Anbauten). Da
die genannten Kastelle kleiner sind als die gewöhnlichen Kohortenkastelle, sind auch
die Bäder kleiner. Sie Haden eine Länge von 17-20 m bei 10-13 in Breite, wäh-
rend das Bad von Hüfingen mit einer Fläche von 30:19 ro der normalen Gröhe
der Bäder der Kohortenkastelle entspricht. Wir finden nun in den genannten Oden-
waldkastellen die Hauptbaderäume an einer Achse aufgereiht. Der Heizraum ist
an der dem Auskleideraum entgegengesetzten Seite, so daß die erzeugte Hitze in
gerader Linie die Hohlräume der Hauptbaderäume durchstreichen kann. Die Labra
 
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