Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0054

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
50

Paul Revellio

anlage mit Frigidarium, Tepidarium und Ealdarium einzubauen, wie in der Villa
von Sinsheim. Die größeren Gutshöfe des 2. Jahrhunderts zogen es vor, ihr Fa-
milienbad in einem besonderen Gebäude unterzubringen. Bewirkte bei den Trup-
penbädern die straffe militärische Ordnung eine gewisse Einheitlichkeit in der
Grundrihbildung, so traten bei den Bädern der Gutshöfe die örtlichen Grund-
besitzverhältnisse wie die Mittel und Wünsche des einzelnen deutlicher heraus, was
sich darin ausprägt, daß die Baupläne eine größere Mannigfaltigkeit zeigen als
die der Kastellbäder.


o










Abb. 9. Bauschlott. 1:125.

Bei dem kleinen Bad von Bauschlott (A.Pforzheim, Abb. 9; 7,4 irr ohne An-
bau/18,2 irr) find die Baderäume in der uns geläufigen Reihe: Apodhterium -
Tepidarium — Ealdarium ungeordnet. Tepidarium O und Ealdarium L sind voll-
ständig getrennte Räume. Der Alveus ist in einem Ausbau des Praefurniums k
angebracht. Diesem kehren die beiden Hauptbaderäume ihre langen Seiten zu. All
das erinnert an die Grundrißgestaltung der kleinen Truppenbäder im Odenwald,
wie Schlossau, Bielbrunn, Würzberg. Nur das Sudatorium (Schwitzstube) b4 ist in
die Nähe des Hauptpraefurniums gerückt. Sein Praefurnium öffnet sich nach der-
selben Seite wie dieses. Dadurch ist die Bedienung der Heizung erleichtert, wenn
auch infolge der breiten Lagerung der Hauptbaderäume es noch nicht möglich war,
Sudatorium und Ealdarium von einem Raum aus zu Heizen.
 
Annotationen