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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0082

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78

P. Stemmermann

läuft der 3 mm breite Mittelsteg, welcher durch schmale Querstege in Niello eingelegt
ist. Auf dem Fuß finden sich beiderseits vier rechteckige Felder, die verschiedene Muster
tragen. Das Ende des Fußes ist gerade abgeschnitten. L. — 6,6 cm. Br. der Kopfplatte
3,5 cm, Br. des Fußes 1,2 cm.
b) Eiserne Schnalle, von welcher nur Reste erhalten sind.
c) 20 Perlen, und zwar 9 große Bernsteinperlen von 1,7—3,2 cm Dm.; ferner 3 blaue
und 4 grüne Glasperlen, eine Perle aus erdfarbener Paste, eine schwarze Perle mit
Weißen Bändern und roten Flecken, 2 Perlen aus blauschwarzer Masse mit grünen,
Weißen und roten Punkten in Millefioritechnik.
Stelle 5. Tas. X a. Einzelfund eines Henkelkrügchens mit Wulstrand aus braunem Ton
Am unteren Ende des Henkels ein Fingereindruck. Höhe 14,3 cm. Münöungsöm. 7,7 cm.
Grab 6. Es fand sich nur eine grüne Glasperle (versehentlich auf Abb. 2 oben bei
Grab 2 als mittlere Perle abgebildet).
Grab 7. Abb. 3. Taf. IX a. Skelett in normaler Rückenlage. Der rechte Unterarm war
angewinkelt, und lag über dem Bauch. Die Hand war wieder abwärts gerichtet. Bei der
Hand fand sich die Dreiknopffibel, auf dem Becken die Gürtelschnalle.
a) Vergoldete Dreiknopffibel mit halbrunder Kopfplatte aus Silber. Die Kerbschnitt-
Ornamentik weist durchweg merkwürdig geschwungene Formen auf. Zwei Halbkreise
liegen auf der Mitte des Kopfes, flache Halbbögen begleiten den Rand von Kopf-
platte und Fuh. Das Ende des Fußes ist leicht schwalbenschwanzförmig eingezogen.
Länge 6,7 cm, Br. der Kopfplatte 3,6 cm, Breite des Fußes 1,4 cm.
b) Eiserne Gürtelschnalle, die Reste von Tauschierung erkennen läßt, ohne daß Einzel-
heiten feststellbar wären.
Stelle 8. Taf. X c u. ck. Rebeneinander lagen ohne Grabzusammenhang eine Glas-
schale und ein kleines Tongefäß.
a) Schale aus bläulichem Glas. Sie ist am Hals durch umlaufende Rillen verziert, wäh-
rend der Rand nach außen umgelegt und innen hohl ist, wie man am Bruch erkennen
kann. Bom Fuh steigt eine Rosette aus aufgelegten Glasfäden auf. Höhe 6 cm, Mün-
dungsdm. 13,5 cm.
b) Gefäß aus dunkelbraunem bis schwarzem Ton mit flachem Boden, konischem Unter-
teil, scharfem Umbruch und leicht einwärts geschwungenem Oberteil. Auf der Schulter
fünf umlaufende Rillen. Höhe 6 cm, Mündungsdm. 8,1 cm.
Brandgrab 9. Abb. 4. Schon stark beschädigt. Es fanden sich im Gefäß zahlreiche
Reste von Leichenbrand. Das Gefäß, eine Sigillataschale der Form Dragendori Rr. 32,
trägt innen den Stempel Xl.XROk-BüVZ.

Abb. 4. Heidelberg-Kirchheim. Brandgrab 9. s/g-


Nach frdl. Auskunft von Dr. K. Stade, Frankfurt a. M., ist der Stempel identisch
mit dem des Marcellus a bei Ludovici, die Töpfer von Rheinzabern Dd. 5 S. 220.
Grab 10. Oberteil eines Skeletts mit erhaltenem Schädel. Der Unterteil war nicht
mehr aufzufinden. Ohne Funde.
Grab 11. Nachts von unbekannter Hand zerstört. Außer Knochenresten war nichts
mehr zu finden.
Grab 12. Taf. X b. Skelett einer Frau, Kopf nach links gewandt. Neben dem rechten
Schienbein lag in der Nähe der rechten Hand ein spitzer grünlicher GläHhecher, dessen
Mündung fußwärts zeigte. Höhe 12,5 cm, Mündungsdm. 6.3 cm.
 
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