Bächle, Hans-Wolfgang
Das Adelsgeschlecht der Woellwarth — Schwäbisch Gmünd: Einhorn-Verlag, 2010

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3. Hans Sigmund (1546 - 1622), eine dynamische Persönlichkeit

Hans Sigmund kam in Fachsenfeld am 10.8.1546 zur Welt. Er war zweimal ver-
mählt und hatte aus der ersten Ehe neun Söhne und drei Töchter, aus der zweiten
Ehe zehn Söhne und zehn Töchter, zusammen also 32 Kinder. Von den 19 Söhnen
überlebten ihn nur fünf. Von den meisten Töchtern ist nichts bekannt. Zahlreiche
Kindergräber in der Fachsenfeider Kirche zeugen von der damals üblichen hohen
Kindersterblichkeit.

3.1 Von zwei Ehefrauen 32 Kinder
Seine erste Ehe schloss er in Stuttgart 1568 mit Magdalene von Wichsenstein, die
in Polsingen am 10.4.1583 starb. In 15 Jahren gebar sie folglich 12 Kinder. Sie war
die Tochter des Philipp von Wichsenstein, der Ansbachischer Landeshauptmann zu
Neustadt an der Aisch war, sowie der Ursula Truchsessin von Wetzhausen. Die zwei-
te Gemahlin heiratete er in Heilbronn 1584, nämlich Eva von Thalheim oder 1585
Anna Margarete von Thalheim. (Erstaunlich, dass der Name der zweiten Gattin
nicht genau bekannt ist, denn auch sie brachte 20 Kinder zur Welt.)


3.2 Bauherr in Fachsenfeld: Schloss und Park
Hans Sigmund begann schon früh, auf der Stelle
eines gekauften Bauernhofs in Fachsenfeld ein herr-
schaftliches Schloss von Grund auf neu zu erbauen.
Allerdings muss es schon vorher ein Herrenhaus
gegeben haben, denn bereits 1230 wird ein Hen-
ricus de Vachsenvelt genannt.11 Zu Beginn des 15.
Jh. tauchten die Herren von Woellwarth auf. Nach
häufigen Besitzerwechseln unter den Nachkommen
Hans Sigmunds ging der Besitz durch Heirat über
Hans Sigmund wurde 1546in einem älteren Herrenhaus zu Fachsen-
feld geboren, das er zu einem Schloss ausbaute. Doch davon ist nichts
mehr zu sehen, denn das heutige klassizistische Schloss von 1828/29
erbaute Wilhelm Freiherr von Koenig. Die hier gezeigte Seitansicht
mit dem Brunnen und den Blumenarrangements wirkt recht anspre-
chend; eigenartig ist der Ausguck auf dem Dach. Der letzte adlige
Besitzer war Reinhard von Koenig, der das Schloss und den großen
Park in eine Stiftung einbrachte. Gegen Entgelt kann die Gesamtan-
lage besichtigt werden.

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