Helt !!.
Das Buch für Alle. 207
ihn unbedenklich seines Schweigens, und der Russe erzählte
nun, daß sein Raine Swerkoff Fedorowitsch und sein Stand
der eines Kaufmannes erster Klasse zu Tula sei. Raily's
Ruf als geschickter Spieler habe ihn zu seinem Besuche ver-
anlaßt.
Der Engländer begann zu glauben, daß das Geheimnis
wohl in einer Spielparthie, mit ihm als Gegner, bestehen
werde.
„Sie irren," entgegnete der Russe, „ich kenne kein einziges
Spiel. Meine Mittheilung betrifft vielmehr einen Versuch,
von dessen Gelingen mein ganzes Lebensglück abhängen wird.
Ich bin ein Leibeigener, und Ihrem Edelmuth und Ihrem
Glück will ich es anheimstellen, diese Erniedrigung von mir
zu nehmen."
Swerkosf's Herr war der Graf Korin, Offizier der Adel-
garde, und nebenbei ein Mann, der durch seine Verwegenheit
in: Spiel die kühnsten Spieler in Erstaunen versetzte. Raily
traf oft mit ihm zusammen, und auf diesen Umstand baute
der Russe feineu Plan, denn an ein Loskaufen war nicht zu
denken, da fast alle moskowitischen Herren den Grundsatz
hatten, selbst um den höchsten Preis nicht in die Freilassung
eines ihrer Leibeigenen zu willigen, obgleich Swerkoff, dessen
Reichthum sich durch glückliche Spekulation nach seines Vaters
Tode um ein Bedeutendes vermehrt, eine hohe Summe für
seine Freiheit geboten hrcken würde. Raily sollte nun den
Grafen Korin veranlassen, mit ihm um das kleine Dorf an
der Wolga zu spielen, in welches der Bittsteller gehörte. Zu
diesem Zwecke stellte er dem Engländer jede beliebige
Summe zur Verfügung. Raily war leicht gewonnen, und
bald fand sich eine Gelegenheit, das Unternehmen in's Werk
zu setzen.
Graf Korin hielt eines Abends beim Pharao die Bank.
Raily's Verlust belief sich bereits auf fünfzigtausend Rubel.
Es währte indeß nicht lang, so wendete sich das Blatt, und
das Glück begünstigte den Engländer so, daß er dem Grafen
Alles, was dieser gewonnen, und noch weit mehr abnahm.
Und doch zeigte Graf Korin noch keine Neigung, das Spiel
zu enden. Dies war der günstige Moment. Schlau brachte
Raily den Edelmann dahin, sein Gut an der Wolga gegen
seinen Gewinn einzusetzen, und zehn Minuten später war
Raily Eigenthümer des Dorfes und damit sämmtlicher dazu
gehöriger Leibeigenen.
Swerkoff aber kaufte ihm das Gut und damit sich selbst
um eine Million Rubel wieder ab.
Wenige Jahre nachher starb Raily in Paris den Hunger-
tod. ^C. T.
Iie Kraft des Windes und der Wogen. — Einer von
den technischen Leitern der weltberühmten Firma Siemens
L Halske in Berlin, Oberingenieur Dihlmann, hat berechnet,
durch welchen Aufwand von Windrädern man sämmtliche in
den Fabriken und Werkstätten von Berlin thätigen Dampf-
maschinen ersetzen könnte. Da diese Maschinenkraft sich auf
50,000 Pferdestärken beläuft und zu ihrer Erzeugung nahezu
anderthalbtausend Dampfmotoren erforderlich sind, so erscheint
der Gedanke, sie nur durch den Wind leisten zu lassen, im
erstem: Augenblick etivas verwegen. Die Rechnung ergibt in-
deß, daß der Ersatz durch Windmotoren nicht nur sehr gut
möglich, sondern wahrscheinlich auch äußerst gewinnbringend
sein würde. Der genannte Ingenieur denkt sich die Anlage
so, daß je fünfzig hohe, eiserne Gerüste, von denen ein jedes
drei Windräder über einander trägt, in einer fortlaufenden
Reihe aufgestellt werden. Dieselben beanspruchen einen schmalen
Streifen Landes von einem Kilometer Länge, und ihre Rüder-
fangen über diesem Gelände eine Windschicht von 50 Meter-
Höhe ab, um sie in ein jahraus jahrein zu lieferndes
Arbeitsguantum von 6000 Pferdekräften umzusetzen. Acht bis
neun solche Airlagen, an verschiedenen Punkten der Umgebung
erbaut, würden den Kraftbedarf für stimmliche Arbeitsstätten
der Hauptstadt hergeben können, und bedürften zu ihrer War-
tung höchstens 200 Arbeiter, während die Dampfanlagen der
heutigen Betriebe ein zehnfach größeres Wärter-Heer beanspruchen
und überdies jährlich etwa 10 Millionen Centner Stein-
kohlen verzehren. Dabei ist der Umstand, daß der Wind nicht
immer in gleicher Stärke weht und häufig ganz versagt,
bereits vollkommen in Rechnung gezogen; zu den Zeiten
kräftiger Luftströmungen und Nachts, wenn die Industrie
größtentheils ruht, würden die Räder sich um so emsiger-
drehen und in mächtigen Bassins Kraft genug aufspeichern,
um sich für die schwächeren Windperioden reichlichen Ersatz
zu sichern.
Diese Berechnung, an deren Zuverlässigkeit nicht zu zwei-
feln ist, erlaubt nun aber wiederum interessante Schlüffe auf
eine noch weiter gehende Ausnutzung des Windes. Fast in
allen ebenen Ländern der gemäßigten Breiten, ganz besonders
aber auf sanft ansteigenden Gelände«: herrschen während des
größten Theiles des Jahres Windströmungen, welche zum.
Betriebe kräftiger Maschinen reichlich stark genug sind. Die
obigen Anordnungen lehren uns, daß man einen: Windstrich
von der Breite einer geographischen Meile bereits gegen
50,000 Pferdekräfte abgewinnen kann, wenn man ihn nur in
einer Höhenschicht von 50 Metern ausbeutet. In Deutschland
aber haben wir an Ebenen von 10 bis 30 Meilen Ausdehnung
so wenig Mangel, daß es ein Leichtes wäre, die 5 Millionen
Pferdestärken, welche die deutsche Industrie gebraucht, zehn-,
ja hundertfach dem müßigen Spiel der Atmosphäre zu ent-
nehmen. So würde beispielsweise eine doppelte Reihe von
Windrädern, welche sich zwischen Berlin und Leipzig, oder
zwischen München und Passau erstreckte und die Luftströmungen
nur bis 100 Meter Höhe ausnutzte, den Energiebedarf sämmt-
licher deutschen Eisenbahnei: zu decken vermögen.
Nun bewegen sich sämmtliche Windstärken, welche die Tech-
nik bis jetzt durch Motoren auszunutzen versteht, zwischen
einem Druck von 2 bis 10 Kilogramm auf den Quadrat-
meter. Es sind aber Stürme von der zehnfache«: Stärke, ja
von einem Druck bis zu 150 Kilogramm und mehr, unter
den Tropen und auf der See durchaus nicht selten. Gegen
die Energiemassen, die dabei auftreten, muß selbst die größte
bekannte Wasserkraft, die 16 Millionen Pferdestärken des Nia-
gara, als verschwindend klein erscheinen. Bereits weniger-
ausgedehnte tropische Wirbelstürme lassen sich nämlich nicht
mehr nach Millionen, sondern nur noch nach Hundertmillionen
Pferdestärken abschätzen. Da ist es keii: Wunder, wenn solche
Stürme Häuser von ihren Fundamenten reißen, ganze Wälder
entwurzeln und Ströme in ihrem Lauf stauen und bergauf
drängen. Alle Lokomotiven der Erde — sie erreichen nach
der neuesten Zählung die hübsche Summe von 109,000 —
vermöchten bei der angestrengtesten Arbeit nicht die schiebende
oder drückende Wirkung aufzuhalten, welche die Luftpressung
auch nur eines mäßigen Wirbelsturmes im Bengalischen oder
Chinesischen Meer ausüben würde, könnte man ihr eine feste
Mauer entgegenstellen. Einer der stärksten Cyklone, von dem
die Geschichte berichtet, der vom 5. bis 7. Oktober 1844 über
Cuba wüthende Orkan, hat nach einer Berechnung von Reye
während dieser Tage eine Energiemasse von nahezu 500 Mil-
lionen Pferdekräften entwickelt — alle Dampfmaschinen und
Lokomotiven der Erde vereint wären nicht in: Stande, den
zehnte,: Theil dieser Kraft aufzubringen.
Auch in: Spiel der Gemässer lassen sich gewaltige Kräfte
beobachten, und zwar in der regelmäßigsten, von Wind und
Wetter unabhängigen Wiederkehr in den: Wechsel von Ebbe
und Fluth. Es ist schon oft über die Ausnutzung dieser Na-
turkraft spekulirt worden, und sicherlich wird man einmal
dahin gelangen, sich die Energiemengen, welche dabei tagtäg-
lich anscheinend zwecklos aufgeboten werde«:, nicht mehr un-
genutzt entgehen zu lasten. Um nur ein Beispiel anzuführen,
erwähne«: wir die sogenannte brandende Fluthwelle in: Bristol-
schen Kanal. Täglich stürzt sich in de«: breite«: Eingang
dieses Meerbusens eine «nächtige Fluthwoge von 10 Meter-
hohe und einer Länge von «richt weniger als 80 Kilometer,
welche tobend und nut der Geschwindigkeit eines Eilzuges
die tiefe Bucht durcheilt und bis hoch in de«: Severnfluß hin-
nufsteigt. Weder der Uebergang aus den: weite«: Meerbusei:
in das verhältnißmäßig schmale Flußbett, noch die Reibung
auf den: flachen, steinigen Grund vermag sie aufzuhalten.
Schon aus weiter Ferne hört «na«: das Brause«: der nahende«:
Fluth, das sich schnell bis zum Donnern eines «nächtige«:
Wasserfalles steigert. Eine weiße, de«: ganze«: Fluß quer
überspannende Schaumwoge, der Vorläufer der eigentliche«:
Fluthwelle, stürzt heran, und in einein Augenblick ist der stille
Spiegel des Wassers in eine tobende See verwandelt. Das
Donner«: der Brandungswelle verhallt i«: der Ferne, der
Spiegel aber steigt zwischen de«: schirmende«: Dämmen unaus-
gesetzt bis zu 6 ja 8 Meter über de«: gewöhnliche«: Wasser-
stand, ui«: erst nach Stunden mit der abfließenden Ebbe
wieder zu weichen. Die mechanische Energie, welche sich in
dieser Naturerscheinung austobt, spottet jeder Berechnung,
doch ist es gewiß, daß i«: dein Augenblick, wo die Fluth sich
i«: ihrer volle«: Höhe und Breite aus den: Atlantische«: Ocean
in de«: Kanal stürzt, alle Dampf- und Menschenkräfte der
Erde nicht stark genug fei«: würden, um sie aufzuhalten. Und
doch gibt es Uferstrecken, a«: denen sich die Gezeitei: noch
weit lebhafter äußern, so z. B. auf Neuschottland, wo die
Fluth 15 bis 16 Meter erreicht, oder an der Mündung des
Amazonenstromes, wo man a«: jeden: Tage das Brülle«: der
mit den: Strom kämpfende«: Fluthwoge meilenweit hört.
An unseren vaterländischen Meeresküste«: kommen derartig
«nächtige Flutherscheinungen nicht vor; i«: der Nordsee steigt
die Fluth nicht über 2 bis 3 Meter, und an de«: Ostseeküsten
bedarf es schon genauer Messungei:, um überhaupt noch ei«:
periodisches Steige«: und Fallen nachzuweisen. Um so grim-
miger aber tobt sich hier die Natur hi«: und wieder in de«:
Sturmfluthen aus, welche die unvorbereiteten Küstenbewahner
von Zeit zu Zeit schwer heimsuchen. Bei der letzte«: schwere«:
Sturmfluth der Ostsee, an: 13. November 1872, wälzte sich
innerhalb zwölf Stunden gege«: die ganze 150 Meile«: lange
deutsche Ostseeküste ein Wogenschwall vo«: 4 Meter Höhe Hera«:.
Ma«: braucht die Breite dieser Fluthwelle nur auf eine
Meile anzunehmen, um zu berechnen, daß allein die He-
bung des Fluthwassers während der Steigezeit die Arbeit
von 5 Millionen Pferdekräften verzehren mußte. Die ge-
summte Energie, welche sich i«: diesen: Naturereignis; offen-
barte, ist aber sicherlich auf das Zehn- bis Zwanzigfache zu
schätze«:, ei«: neuer Beweis dafür, wie winzig unsere mensch-
lichen Hilfsmittel gege«: das Walte«: der Naturmüchte sind.
Gedenken wir endlich des unaufhörlichen Wellenschlages
auf offener See, der ebenso wie die Sturmfluthen nur eine
Begleiterscheinung der atmosphärische«: Bewegungen ist, so
«Nüsse«: wir bekennen, daß diesen: Phänomen gegenüber alle
menschliche Rechenkunst versagt. Um nur eine einzige, 10
Meter hohe Welle auf die Länge einer Meile in wenige«:
Sekunden aus den: Mesresschoße emporzuheben, bedarf es
einer Kraft, wie sie kaum in alle«: Dampfmaschinen der bri-
tische«: Monarchie enthalte«: ist. Von solche«: und höheren
Woge«: sind aber die Oeeane oft Tausende von Quadratineile«:
bedeckt, und alle Geivalt der «nächtigste«: Winde würde für
das rastlose Spiel dieser Wassermengen bei Weiten: zu schwach
sei«:, wen«: nicht der Wogenschlag, einmal eingeleitet, sich
gleich den: Schwinge«: eines «nächtige«: Pendels fast vo«: selbst
unterhielte. Der ganze Wellenschlag besteht nur darin, daß
fortdauernd je eine in's Wasser zurücksinkende Woge neben
sich eine neue aufthürmt, und so, i«: fortschreitender Richtung
immer neue Masse«: emporhebend, das Bild einer einzelnen,
über die Fläche Hinrollendei: Welle erzeugt. Kräftige Wellen
könne«: sich so fast ohne Mithilfe des Windes auf weite Ent-
fernungen fortpflanzen, «vie die Erfahrung; lehrt, wen«: die
durch einen Sturm aufgeregte See ihre Bewegung noch nach
vielen Stunde«: oder nach Tage«: a«: ferne Küste«: trägt, welche
von dein Sturm selbst gar nicht betroffen worden find. Denr-
ungeachtet spielt auch beim Wellenschläge der Wind eine nicht
geringe Rolle, und wenn sich bei starke«: Stürme«: die See
zu hohen Tromben oder Wasserhosen aufthürmt, so steigert sich
auch die Energie der Woge«: zu einer Höhe, welche jeden
menschlichen Maßstab weit hinter sich läßt. W. Bcrdrow.
ZleöerdasDermögendcramerisrattischenWrüsidettteil.—
Der reichste Präsident, welcher jemals an die Spitze der
Union berufe«: wurde, ist ohne Zweifel der gegenwärtige,
Grover Cleveland. Sei«: Vermöge«: schätzt man auf ungefähr
350,000 Dollars. Bei der Beendigung seiner erste«: Regierungs-
zeit vor nunmehr vier Jahren verfügte er über etwa 200,000
Dollars, welches Vermögen er seit der Zeit durch seine Ad-
vokatur in New-Jork bis auf die oben angeführte Höhe brachte.
I«: der Regel wäre«: die bisherige«: Präsidenten verhältniß-
mäßig arm. Benjamin Harrison besaß etwa 30,000 Dollars,
bevor er den Prüsidentenstuhl einnahm. Zur Zeit schätzt
man sei«: Vermöge«: auf 125,000 Dollars. Monroe, Jackson,
Henry Harrison, der Großvater des bisherige«: Präsidenten,
Polk, Taylor, Pierce, Johnson, Lincoln, Grant und Garfield
verfügte«: sämmtlich über kein nennenswerthes Vermögen.
Washington, Jefferson, Joh«: Quincy Adams, van Buren,
Tylor, Buchanan und Hayes befaße«: etwa je 200,000 Dollars,
Chester Arthur wurde auf 50,000 Dollars taxirt. Was will
das heiße«: gegenüber den kolossalen Vermögen der amerika-
nischen Geldfürsten. O. v. Briesen.
Gilt Iuelkgegncr. — Der Mathematiker Professor Vinc
i«: Cambridge behauptete in einer Gesellschaft, daß eine ver-
nünftige Veranlassung zum Zweikampf nicht denkbar sei.
„Oho," rief ei«: Offizier, „was würde«: Sie thun, wenn
ich Ihnen in's Gesicht sagte: ,Herr, Sie sind ei«: Schurke?'
„Ich würde sagen: .Beweisen Sie es, mein Herr!'" ent-
gegnete der Mathematiker. „Und Sie würde«: es entweder
beweise«: oder nicht beweise«: können. In: erstere«: Falle müßte
ich die Beschimpfung als berechtigt einstecken, und das wäre
Ihre Genugthuung; könnten Sie es aber nicht beweise«:, so
bliebe der Schurke auf Ihne«: haften, und das wäre meine
Genugthuung!" E. K.
Treffende Antwort. — Ei«: unter Napoleon Bonaparte
gedienter französischer General nahm sich einmal heraus, den:
hochverdienten Schweizergeneral Nikolaus Franz Baron v. Bach-
mann-Andertetz (geb. an: 27. März 1740 zu Näfels in: Kanton
Glarus), welcher alle Stürme der französischen Revolution
durchgemacht und hernach gege«: die Franzosen gefochten, zu
sagen: „Wisse«: Sie wohl? Wir, wir schlage«: uns um der
Ehre willen, ihr Schweizer aber schlaget euch für's Geld!"
„Ganz richtig," erwiederte Bachmann ruhig, „Jedes vo«:
uns schlägt sich eben um das, was ihn: fehlt!" —ck.
Sarkastischer Wescheid. — DerenglischcHunwristThackeray
«var ei«: ausgesprochener Feind aller Eitelkeit. Nur nach
lange«: Bitten gab er seiner Familie nach, sich malen zu lasse«:,
ein Porträt, das der bekannte Maler Lawrence i«: großer Voll-
kommenheit lieferte.
Bald darauf traf Thackeray mit einen: etwas prahlerischen
Offizier der Garde zusainmen, der ihn mit de«: Worte«: an-
sprach : „Ah, Thackeray, alter Freund, Sie haben sich vo«: Law-
rence abkonterfeien lasse«:?"
„So ist es," lautete die Antwort.
„In ganzer Figur?"
„Nein, Bilder in ganzer Figur brauchen nur Soldaten,
damit man auch ihre Spore«: sehe«: kann; für de«: Schrift-
steller ist das Wichtigere aber das andere Ende des Mannes."
—dir-
Aer Hrauin des Wharao. — Der bekannte Lord Derby
bemerkte i«: einer Gesellschaft, daß er in der biblische«: Ge-
schichte de«: Traun: des Pharao vo«: de«: siebe«: fette«: und
den siebe«: mageren Kühe«: gar nicht begreife«: könne, da es
doch nicht möglich sei, daß «na«: es de«: magere«: Kühe«: nicht
hätte ansehen sollen, daß sie die fetten verzehrt hätten.
Darauf antwortete ihn: der Bankier Steffens: „Ich konnte
es auch nicht begreife«:, bis ich nur als junger Anfänger eine
Frau nahm. Ich hatte siebe«: große dicke Kassa- und Hand-
lungsbücher; meine Frau aber hatte nur ei«: ganz kleines
Wirthschaftsbuch. An: Ende des Jahres aber hatte das kleine
Buch alle meine große«: und dicke«: aufgezehrt, ohne daß man
es ihn: ansah!" -dn-
Soebe«: beginnt zu erscheinen:
für jede deutsche
den Abonnenten
hergestellte Hin-
Das vorliegende Werk bietet i«: anziehender ge-
meinverständlicher Darstellung die Biographie«: der
deutsche«: Kaiser von Kart dem Kroßen bis zur
Begründung des neuen Deutsche«: Reiches und stellt
sich als ei«: Hausbuch edelster Art
Familie dar.
An: Schluß des Werkes wird
eine nach künstlerischem Entwurf
kanddeckc zu müßigen: Preis zur Verfügung stehen.
Die meisten Buchhandlungen nehmen Bestellungen
an; wo der Bezug auf Hindernisse stößt, wende man
sich direkt an die Verlagshandlung.
Union Deutsche Uerlagsgesclischast tu Stuttgart.
Geschichte
der deutschen Kaiser in Biographien
von
Brmw Dclchard^
vcl'fnssrr „Hnnlünch dcr -cntschcil Erschichü".
Mik All'ustucrtiorrerr rruccs) Kvigirncrlerr
kewoun engenden Kür:ft le n.
Vollständig in 25 vierzehntäg. Lieferungen ü 50 Vfg.
Jede Lieferung enthält 32 Seite«: Te.rt u. 2 Vollbilder.
Das Buch für Alle. 207
ihn unbedenklich seines Schweigens, und der Russe erzählte
nun, daß sein Raine Swerkoff Fedorowitsch und sein Stand
der eines Kaufmannes erster Klasse zu Tula sei. Raily's
Ruf als geschickter Spieler habe ihn zu seinem Besuche ver-
anlaßt.
Der Engländer begann zu glauben, daß das Geheimnis
wohl in einer Spielparthie, mit ihm als Gegner, bestehen
werde.
„Sie irren," entgegnete der Russe, „ich kenne kein einziges
Spiel. Meine Mittheilung betrifft vielmehr einen Versuch,
von dessen Gelingen mein ganzes Lebensglück abhängen wird.
Ich bin ein Leibeigener, und Ihrem Edelmuth und Ihrem
Glück will ich es anheimstellen, diese Erniedrigung von mir
zu nehmen."
Swerkosf's Herr war der Graf Korin, Offizier der Adel-
garde, und nebenbei ein Mann, der durch seine Verwegenheit
in: Spiel die kühnsten Spieler in Erstaunen versetzte. Raily
traf oft mit ihm zusammen, und auf diesen Umstand baute
der Russe feineu Plan, denn an ein Loskaufen war nicht zu
denken, da fast alle moskowitischen Herren den Grundsatz
hatten, selbst um den höchsten Preis nicht in die Freilassung
eines ihrer Leibeigenen zu willigen, obgleich Swerkoff, dessen
Reichthum sich durch glückliche Spekulation nach seines Vaters
Tode um ein Bedeutendes vermehrt, eine hohe Summe für
seine Freiheit geboten hrcken würde. Raily sollte nun den
Grafen Korin veranlassen, mit ihm um das kleine Dorf an
der Wolga zu spielen, in welches der Bittsteller gehörte. Zu
diesem Zwecke stellte er dem Engländer jede beliebige
Summe zur Verfügung. Raily war leicht gewonnen, und
bald fand sich eine Gelegenheit, das Unternehmen in's Werk
zu setzen.
Graf Korin hielt eines Abends beim Pharao die Bank.
Raily's Verlust belief sich bereits auf fünfzigtausend Rubel.
Es währte indeß nicht lang, so wendete sich das Blatt, und
das Glück begünstigte den Engländer so, daß er dem Grafen
Alles, was dieser gewonnen, und noch weit mehr abnahm.
Und doch zeigte Graf Korin noch keine Neigung, das Spiel
zu enden. Dies war der günstige Moment. Schlau brachte
Raily den Edelmann dahin, sein Gut an der Wolga gegen
seinen Gewinn einzusetzen, und zehn Minuten später war
Raily Eigenthümer des Dorfes und damit sämmtlicher dazu
gehöriger Leibeigenen.
Swerkoff aber kaufte ihm das Gut und damit sich selbst
um eine Million Rubel wieder ab.
Wenige Jahre nachher starb Raily in Paris den Hunger-
tod. ^C. T.
Iie Kraft des Windes und der Wogen. — Einer von
den technischen Leitern der weltberühmten Firma Siemens
L Halske in Berlin, Oberingenieur Dihlmann, hat berechnet,
durch welchen Aufwand von Windrädern man sämmtliche in
den Fabriken und Werkstätten von Berlin thätigen Dampf-
maschinen ersetzen könnte. Da diese Maschinenkraft sich auf
50,000 Pferdestärken beläuft und zu ihrer Erzeugung nahezu
anderthalbtausend Dampfmotoren erforderlich sind, so erscheint
der Gedanke, sie nur durch den Wind leisten zu lassen, im
erstem: Augenblick etivas verwegen. Die Rechnung ergibt in-
deß, daß der Ersatz durch Windmotoren nicht nur sehr gut
möglich, sondern wahrscheinlich auch äußerst gewinnbringend
sein würde. Der genannte Ingenieur denkt sich die Anlage
so, daß je fünfzig hohe, eiserne Gerüste, von denen ein jedes
drei Windräder über einander trägt, in einer fortlaufenden
Reihe aufgestellt werden. Dieselben beanspruchen einen schmalen
Streifen Landes von einem Kilometer Länge, und ihre Rüder-
fangen über diesem Gelände eine Windschicht von 50 Meter-
Höhe ab, um sie in ein jahraus jahrein zu lieferndes
Arbeitsguantum von 6000 Pferdekräften umzusetzen. Acht bis
neun solche Airlagen, an verschiedenen Punkten der Umgebung
erbaut, würden den Kraftbedarf für stimmliche Arbeitsstätten
der Hauptstadt hergeben können, und bedürften zu ihrer War-
tung höchstens 200 Arbeiter, während die Dampfanlagen der
heutigen Betriebe ein zehnfach größeres Wärter-Heer beanspruchen
und überdies jährlich etwa 10 Millionen Centner Stein-
kohlen verzehren. Dabei ist der Umstand, daß der Wind nicht
immer in gleicher Stärke weht und häufig ganz versagt,
bereits vollkommen in Rechnung gezogen; zu den Zeiten
kräftiger Luftströmungen und Nachts, wenn die Industrie
größtentheils ruht, würden die Räder sich um so emsiger-
drehen und in mächtigen Bassins Kraft genug aufspeichern,
um sich für die schwächeren Windperioden reichlichen Ersatz
zu sichern.
Diese Berechnung, an deren Zuverlässigkeit nicht zu zwei-
feln ist, erlaubt nun aber wiederum interessante Schlüffe auf
eine noch weiter gehende Ausnutzung des Windes. Fast in
allen ebenen Ländern der gemäßigten Breiten, ganz besonders
aber auf sanft ansteigenden Gelände«: herrschen während des
größten Theiles des Jahres Windströmungen, welche zum.
Betriebe kräftiger Maschinen reichlich stark genug sind. Die
obigen Anordnungen lehren uns, daß man einen: Windstrich
von der Breite einer geographischen Meile bereits gegen
50,000 Pferdekräfte abgewinnen kann, wenn man ihn nur in
einer Höhenschicht von 50 Metern ausbeutet. In Deutschland
aber haben wir an Ebenen von 10 bis 30 Meilen Ausdehnung
so wenig Mangel, daß es ein Leichtes wäre, die 5 Millionen
Pferdestärken, welche die deutsche Industrie gebraucht, zehn-,
ja hundertfach dem müßigen Spiel der Atmosphäre zu ent-
nehmen. So würde beispielsweise eine doppelte Reihe von
Windrädern, welche sich zwischen Berlin und Leipzig, oder
zwischen München und Passau erstreckte und die Luftströmungen
nur bis 100 Meter Höhe ausnutzte, den Energiebedarf sämmt-
licher deutschen Eisenbahnei: zu decken vermögen.
Nun bewegen sich sämmtliche Windstärken, welche die Tech-
nik bis jetzt durch Motoren auszunutzen versteht, zwischen
einem Druck von 2 bis 10 Kilogramm auf den Quadrat-
meter. Es sind aber Stürme von der zehnfache«: Stärke, ja
von einem Druck bis zu 150 Kilogramm und mehr, unter
den Tropen und auf der See durchaus nicht selten. Gegen
die Energiemassen, die dabei auftreten, muß selbst die größte
bekannte Wasserkraft, die 16 Millionen Pferdestärken des Nia-
gara, als verschwindend klein erscheinen. Bereits weniger-
ausgedehnte tropische Wirbelstürme lassen sich nämlich nicht
mehr nach Millionen, sondern nur noch nach Hundertmillionen
Pferdestärken abschätzen. Da ist es keii: Wunder, wenn solche
Stürme Häuser von ihren Fundamenten reißen, ganze Wälder
entwurzeln und Ströme in ihrem Lauf stauen und bergauf
drängen. Alle Lokomotiven der Erde — sie erreichen nach
der neuesten Zählung die hübsche Summe von 109,000 —
vermöchten bei der angestrengtesten Arbeit nicht die schiebende
oder drückende Wirkung aufzuhalten, welche die Luftpressung
auch nur eines mäßigen Wirbelsturmes im Bengalischen oder
Chinesischen Meer ausüben würde, könnte man ihr eine feste
Mauer entgegenstellen. Einer der stärksten Cyklone, von dem
die Geschichte berichtet, der vom 5. bis 7. Oktober 1844 über
Cuba wüthende Orkan, hat nach einer Berechnung von Reye
während dieser Tage eine Energiemasse von nahezu 500 Mil-
lionen Pferdekräften entwickelt — alle Dampfmaschinen und
Lokomotiven der Erde vereint wären nicht in: Stande, den
zehnte,: Theil dieser Kraft aufzubringen.
Auch in: Spiel der Gemässer lassen sich gewaltige Kräfte
beobachten, und zwar in der regelmäßigsten, von Wind und
Wetter unabhängigen Wiederkehr in den: Wechsel von Ebbe
und Fluth. Es ist schon oft über die Ausnutzung dieser Na-
turkraft spekulirt worden, und sicherlich wird man einmal
dahin gelangen, sich die Energiemengen, welche dabei tagtäg-
lich anscheinend zwecklos aufgeboten werde«:, nicht mehr un-
genutzt entgehen zu lasten. Um nur ein Beispiel anzuführen,
erwähne«: wir die sogenannte brandende Fluthwelle in: Bristol-
schen Kanal. Täglich stürzt sich in de«: breite«: Eingang
dieses Meerbusens eine «nächtige Fluthwoge von 10 Meter-
hohe und einer Länge von «richt weniger als 80 Kilometer,
welche tobend und nut der Geschwindigkeit eines Eilzuges
die tiefe Bucht durcheilt und bis hoch in de«: Severnfluß hin-
nufsteigt. Weder der Uebergang aus den: weite«: Meerbusei:
in das verhältnißmäßig schmale Flußbett, noch die Reibung
auf den: flachen, steinigen Grund vermag sie aufzuhalten.
Schon aus weiter Ferne hört «na«: das Brause«: der nahende«:
Fluth, das sich schnell bis zum Donnern eines «nächtige«:
Wasserfalles steigert. Eine weiße, de«: ganze«: Fluß quer
überspannende Schaumwoge, der Vorläufer der eigentliche«:
Fluthwelle, stürzt heran, und in einein Augenblick ist der stille
Spiegel des Wassers in eine tobende See verwandelt. Das
Donner«: der Brandungswelle verhallt i«: der Ferne, der
Spiegel aber steigt zwischen de«: schirmende«: Dämmen unaus-
gesetzt bis zu 6 ja 8 Meter über de«: gewöhnliche«: Wasser-
stand, ui«: erst nach Stunden mit der abfließenden Ebbe
wieder zu weichen. Die mechanische Energie, welche sich in
dieser Naturerscheinung austobt, spottet jeder Berechnung,
doch ist es gewiß, daß i«: dein Augenblick, wo die Fluth sich
i«: ihrer volle«: Höhe und Breite aus den: Atlantische«: Ocean
in de«: Kanal stürzt, alle Dampf- und Menschenkräfte der
Erde nicht stark genug fei«: würden, um sie aufzuhalten. Und
doch gibt es Uferstrecken, a«: denen sich die Gezeitei: noch
weit lebhafter äußern, so z. B. auf Neuschottland, wo die
Fluth 15 bis 16 Meter erreicht, oder an der Mündung des
Amazonenstromes, wo man a«: jeden: Tage das Brülle«: der
mit den: Strom kämpfende«: Fluthwoge meilenweit hört.
An unseren vaterländischen Meeresküste«: kommen derartig
«nächtige Flutherscheinungen nicht vor; i«: der Nordsee steigt
die Fluth nicht über 2 bis 3 Meter, und an de«: Ostseeküsten
bedarf es schon genauer Messungei:, um überhaupt noch ei«:
periodisches Steige«: und Fallen nachzuweisen. Um so grim-
miger aber tobt sich hier die Natur hi«: und wieder in de«:
Sturmfluthen aus, welche die unvorbereiteten Küstenbewahner
von Zeit zu Zeit schwer heimsuchen. Bei der letzte«: schwere«:
Sturmfluth der Ostsee, an: 13. November 1872, wälzte sich
innerhalb zwölf Stunden gege«: die ganze 150 Meile«: lange
deutsche Ostseeküste ein Wogenschwall vo«: 4 Meter Höhe Hera«:.
Ma«: braucht die Breite dieser Fluthwelle nur auf eine
Meile anzunehmen, um zu berechnen, daß allein die He-
bung des Fluthwassers während der Steigezeit die Arbeit
von 5 Millionen Pferdekräften verzehren mußte. Die ge-
summte Energie, welche sich i«: diesen: Naturereignis; offen-
barte, ist aber sicherlich auf das Zehn- bis Zwanzigfache zu
schätze«:, ei«: neuer Beweis dafür, wie winzig unsere mensch-
lichen Hilfsmittel gege«: das Walte«: der Naturmüchte sind.
Gedenken wir endlich des unaufhörlichen Wellenschlages
auf offener See, der ebenso wie die Sturmfluthen nur eine
Begleiterscheinung der atmosphärische«: Bewegungen ist, so
«Nüsse«: wir bekennen, daß diesen: Phänomen gegenüber alle
menschliche Rechenkunst versagt. Um nur eine einzige, 10
Meter hohe Welle auf die Länge einer Meile in wenige«:
Sekunden aus den: Mesresschoße emporzuheben, bedarf es
einer Kraft, wie sie kaum in alle«: Dampfmaschinen der bri-
tische«: Monarchie enthalte«: ist. Von solche«: und höheren
Woge«: sind aber die Oeeane oft Tausende von Quadratineile«:
bedeckt, und alle Geivalt der «nächtigste«: Winde würde für
das rastlose Spiel dieser Wassermengen bei Weiten: zu schwach
sei«:, wen«: nicht der Wogenschlag, einmal eingeleitet, sich
gleich den: Schwinge«: eines «nächtige«: Pendels fast vo«: selbst
unterhielte. Der ganze Wellenschlag besteht nur darin, daß
fortdauernd je eine in's Wasser zurücksinkende Woge neben
sich eine neue aufthürmt, und so, i«: fortschreitender Richtung
immer neue Masse«: emporhebend, das Bild einer einzelnen,
über die Fläche Hinrollendei: Welle erzeugt. Kräftige Wellen
könne«: sich so fast ohne Mithilfe des Windes auf weite Ent-
fernungen fortpflanzen, «vie die Erfahrung; lehrt, wen«: die
durch einen Sturm aufgeregte See ihre Bewegung noch nach
vielen Stunde«: oder nach Tage«: a«: ferne Küste«: trägt, welche
von dein Sturm selbst gar nicht betroffen worden find. Denr-
ungeachtet spielt auch beim Wellenschläge der Wind eine nicht
geringe Rolle, und wenn sich bei starke«: Stürme«: die See
zu hohen Tromben oder Wasserhosen aufthürmt, so steigert sich
auch die Energie der Woge«: zu einer Höhe, welche jeden
menschlichen Maßstab weit hinter sich läßt. W. Bcrdrow.
ZleöerdasDermögendcramerisrattischenWrüsidettteil.—
Der reichste Präsident, welcher jemals an die Spitze der
Union berufe«: wurde, ist ohne Zweifel der gegenwärtige,
Grover Cleveland. Sei«: Vermöge«: schätzt man auf ungefähr
350,000 Dollars. Bei der Beendigung seiner erste«: Regierungs-
zeit vor nunmehr vier Jahren verfügte er über etwa 200,000
Dollars, welches Vermögen er seit der Zeit durch seine Ad-
vokatur in New-Jork bis auf die oben angeführte Höhe brachte.
I«: der Regel wäre«: die bisherige«: Präsidenten verhältniß-
mäßig arm. Benjamin Harrison besaß etwa 30,000 Dollars,
bevor er den Prüsidentenstuhl einnahm. Zur Zeit schätzt
man sei«: Vermöge«: auf 125,000 Dollars. Monroe, Jackson,
Henry Harrison, der Großvater des bisherige«: Präsidenten,
Polk, Taylor, Pierce, Johnson, Lincoln, Grant und Garfield
verfügte«: sämmtlich über kein nennenswerthes Vermögen.
Washington, Jefferson, Joh«: Quincy Adams, van Buren,
Tylor, Buchanan und Hayes befaße«: etwa je 200,000 Dollars,
Chester Arthur wurde auf 50,000 Dollars taxirt. Was will
das heiße«: gegenüber den kolossalen Vermögen der amerika-
nischen Geldfürsten. O. v. Briesen.
Gilt Iuelkgegncr. — Der Mathematiker Professor Vinc
i«: Cambridge behauptete in einer Gesellschaft, daß eine ver-
nünftige Veranlassung zum Zweikampf nicht denkbar sei.
„Oho," rief ei«: Offizier, „was würde«: Sie thun, wenn
ich Ihnen in's Gesicht sagte: ,Herr, Sie sind ei«: Schurke?'
„Ich würde sagen: .Beweisen Sie es, mein Herr!'" ent-
gegnete der Mathematiker. „Und Sie würde«: es entweder
beweise«: oder nicht beweise«: können. In: erstere«: Falle müßte
ich die Beschimpfung als berechtigt einstecken, und das wäre
Ihre Genugthuung; könnten Sie es aber nicht beweise«:, so
bliebe der Schurke auf Ihne«: haften, und das wäre meine
Genugthuung!" E. K.
Treffende Antwort. — Ei«: unter Napoleon Bonaparte
gedienter französischer General nahm sich einmal heraus, den:
hochverdienten Schweizergeneral Nikolaus Franz Baron v. Bach-
mann-Andertetz (geb. an: 27. März 1740 zu Näfels in: Kanton
Glarus), welcher alle Stürme der französischen Revolution
durchgemacht und hernach gege«: die Franzosen gefochten, zu
sagen: „Wisse«: Sie wohl? Wir, wir schlage«: uns um der
Ehre willen, ihr Schweizer aber schlaget euch für's Geld!"
„Ganz richtig," erwiederte Bachmann ruhig, „Jedes vo«:
uns schlägt sich eben um das, was ihn: fehlt!" —ck.
Sarkastischer Wescheid. — DerenglischcHunwristThackeray
«var ei«: ausgesprochener Feind aller Eitelkeit. Nur nach
lange«: Bitten gab er seiner Familie nach, sich malen zu lasse«:,
ein Porträt, das der bekannte Maler Lawrence i«: großer Voll-
kommenheit lieferte.
Bald darauf traf Thackeray mit einen: etwas prahlerischen
Offizier der Garde zusainmen, der ihn mit de«: Worte«: an-
sprach : „Ah, Thackeray, alter Freund, Sie haben sich vo«: Law-
rence abkonterfeien lasse«:?"
„So ist es," lautete die Antwort.
„In ganzer Figur?"
„Nein, Bilder in ganzer Figur brauchen nur Soldaten,
damit man auch ihre Spore«: sehe«: kann; für de«: Schrift-
steller ist das Wichtigere aber das andere Ende des Mannes."
—dir-
Aer Hrauin des Wharao. — Der bekannte Lord Derby
bemerkte i«: einer Gesellschaft, daß er in der biblische«: Ge-
schichte de«: Traun: des Pharao vo«: de«: siebe«: fette«: und
den siebe«: mageren Kühe«: gar nicht begreife«: könne, da es
doch nicht möglich sei, daß «na«: es de«: magere«: Kühe«: nicht
hätte ansehen sollen, daß sie die fetten verzehrt hätten.
Darauf antwortete ihn: der Bankier Steffens: „Ich konnte
es auch nicht begreife«:, bis ich nur als junger Anfänger eine
Frau nahm. Ich hatte siebe«: große dicke Kassa- und Hand-
lungsbücher; meine Frau aber hatte nur ei«: ganz kleines
Wirthschaftsbuch. An: Ende des Jahres aber hatte das kleine
Buch alle meine große«: und dicke«: aufgezehrt, ohne daß man
es ihn: ansah!" -dn-
Soebe«: beginnt zu erscheinen:
für jede deutsche
den Abonnenten
hergestellte Hin-
Das vorliegende Werk bietet i«: anziehender ge-
meinverständlicher Darstellung die Biographie«: der
deutsche«: Kaiser von Kart dem Kroßen bis zur
Begründung des neuen Deutsche«: Reiches und stellt
sich als ei«: Hausbuch edelster Art
Familie dar.
An: Schluß des Werkes wird
eine nach künstlerischem Entwurf
kanddeckc zu müßigen: Preis zur Verfügung stehen.
Die meisten Buchhandlungen nehmen Bestellungen
an; wo der Bezug auf Hindernisse stößt, wende man
sich direkt an die Verlagshandlung.
Union Deutsche Uerlagsgesclischast tu Stuttgart.
Geschichte
der deutschen Kaiser in Biographien
von
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Vollständig in 25 vierzehntäg. Lieferungen ü 50 Vfg.
Jede Lieferung enthält 32 Seite«: Te.rt u. 2 Vollbilder.