Blümner, Hugo
Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern (Band 4) — Leipzig, 1886

Seite: 162
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in der Mischung von 1/5 oder Y4 Silber1). Veranlassung dazu
war theils der Geschmack an der dadurch entstehenden blass-
gelben Farbe, theils aber (und wohl meistens) Sparsamkeit,
um weniger Gold zu bedürfen. In der ersteren Tendenz hat
das Elektron nicht selten Anwendung für Schmucksachen ge-
funden, da man bei diesen durch verschiedenartige Färbung
des Goldes, ebenso wie heute noch, hübsche Effekte hervor-
zubringen verstand (vgl. weiter unten über die Gold Schmiede-
arbeit); am häufigsten aber begegnet man der Mischung unter
den Münzen, wo finanzielle Gründe die Legirung veranlassten.2)
In den untersuchten Elektronmünzen ist der Silberzüsatz meist
sehr bedeutend, ja er übersteigt nicht selten den Goldgehalt.3)
Bei geringeren Quantitäten Silbers ist die Entscheidung im
einzelnen, ob eine natürliche oder eine künstliche Legirung
vorliegt, nicht immer möglich*, doch gilt das Vorhandensein
eines Kupferzusatzes von 2°/0 und darüber als Kennzeichen
der künstlichen Legirung, so wie das Vorhandensein eines
Kupfergehaltes von mehr als 10% des Silbergehaltes als
Beweis dafür, dass das Kupfer nicht unbewusst mit dem
Silber, sondern mit Absicht als solches zugesetzt worden ist.4)

§ 10.

Kupfer, Zinn, Zink.

Dass man unter xa^K^c und ebenso im Lat. unter aes
ursprünglich eben sowohl das reine Kupfer, als die ver-
schiedenen im Alterthum gebräuchlichen Kupferlegirungen,
vornehmlich Bronze, weiterhin auch Messing, verstanden und

juevrjv vocuüor] x^pörnTa Kai cp6opdv äKa\\r\ Tmpexoua. Vgl. Phot. v.
fjXeKTpov u. m. bei Scheins p. 39 sq.

a) Vgl. ausser Plin. XXXIII, 80 auch Serv. ad Aen. VIII, 402.
Isicl. XVI, 24 nennt auch drei Theile Gold und einen Theil Silber.

2) Vgl. Hult seh, Metrologie. 2 Aufl. S. 180 ff. Brandis, Münz-
Mass- und Gewichtssystem in Vorderasien S. 166 ff u. 215 ff. Head im
Numism. Chronicle XV (1875), 245 ff.

3) Man vgl. ausser der angegebenen Litteratur noch Hult seh in der
Berliner Zeitschr. f. Numismatik XI (1884) S. 161 ff. Hofmann
in der Wiener Numismat. Zeitschr. XVI (1884) 13 ff. und XVII
(1885), lff.

4) Hofmann ebd. XVI, 42 fg.

S.
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