Blümner, Hugo
Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern (Band 4) — Leipzig, 1886

Seite: 253
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Wandbilder, welche uns Scenen vom Marktplatze einer kleinen
Stadt vorführen. Der Ort der Handlung ist also nicht die
Werkstatt des hier dargestellten Kupferschmiedes, sondern
dieser hat sein fliegendes Lager, ja selbst eine kleine Werk-
statt, in der freilich nur leichtere Reparaturen und dgl. vor-
genommen werden konuten; unter den Säulenhallen des Forums
aufgeschlagen. Der Meister oder Verkäufer in langem, röthlichen
Mantel steht hinter mehreren Reihen von auf dem Boden stehen-
den, grösseren und kleineren Gefässen von Schalen- und Kessel-
form; ein solches Gefäss, das er vom Boden aufgenommen,
hält er in der linken Hand und schlägt mit einem in der
Rechten gehaltenen Stab an die innere Wandung desselben,
offenbar um dem Käufer durch den Klang zu zeigen, dass
das Gefäss von gutem Metall und unverletzt ist.1) Vor ihm
steht ein ähnlich gekleideter Mann, der Käufer, der die rechte
Hand ausstreckt, um das Gefäss in Empfang zu nehmen; etwas
hinter ihm steht ein kleiner Knabe in kurzer, grüner Tunika,
mit einem Henkelkorb am linken Arm. — Links sehen wir
einen dritten Mann, in gelber Tunika mit rothem Tuch
darüber, der einen mit Henkel versehenen Kessel aufgehoben
hat und, indem er ihn mit beiden Händen etwas schräg hält,
hineinschaut, vermuthlich ebenfalls ein Käufer. Im Hinter-
grunde sitzt ein jugendlicher Gehilfe des Händlers am Boden
und schlägt mit einem kleinen Hammer auf einen winkel-
förmigen Haken oder dgl., dem ein Amboss als Unterlage
dient. {Die übrigen Figuren des Gemäldes haben nichts mit
Metallarbeit zu thun.)

§ 13.
Die Verarbeitung der Metalle in festem, kaltem Zustande.

(Fortsetzung).

2) Metall als harter Körper: Schneiden, Graviren, Ciseliren,

Einlegen u. dgl.

Wenn die bisher besprochenen Verfahrungsweisen im
wesentlichen auf der Dehnbarkeit der Metalle beruhen und

*) Ueber dies Probiren, das Kpoueiv, pulsare hiess, vgl. die Anm.
39 bei Jahn a. a. 0.
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