Bulletin de la Société pour la Conservation des Monuments Historiques d'Alsace — 2.Sér. 13.1887/​88(1888)

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ihnen aller gehorsam entzogen, schände und laster gestärkt und jedermann
nach seinem muthwillen zu leben erlaubt.

Da gebot ihm der papst und den andern kurfürsten dass sie ein haupt
und könig wählten, damit das reich versehen wäre, oder er werde das
reich anders versehen mit einem ausländischen. Als der erzbischof von
Mainz wieder von Rom kam, forderte er die kurfürsten zu Frankfurt zu-
sammen, und zeigte ihnen des papstes gebot an, dass man einen könig
wählen sollte, da das reich schier an 20 jahre ohne haupt gestanden, und
jedermann herr wäre.

1031. (Rudolf von Habsburg gewaehlt.) — Nachdem man lange dispu-
tirt, brachte der bischof von Mainz an, und erzaehlte wie graf Rudolf ein
gewaltiger, verständiger herr wäre, von jugend auf wohl erzogen, des
königs aus [Böhmen hofmeister, wo man ihn aber so übel fürchte als
den könig, auch in kriegen hoch erfahren, und wäre seines gleichen
jetzund nicht in deutschen landen; zudem wäre er der religion und gottes-
dienst sehr geneigt; aufrichtig, was er gesagt halte er steif; solches hätte
er an ihm selbst als er ihn von Strassburg aus durch seine lande bis an
das welsche gebirg geleitet, persönlich erfahren. Darauf wurde er einhel-
liglich zu einem römischen könige erwählt und wurden ihm etliche artikel
vorgeschlagen anzuzeigen, und solche wurden dem erzbischof von Maden-
burg übergeben, sammt etlichen grafen und herren mit ihnen die wähl zu
verkündigen. Ist geschehen auf Michaelis

1032. (Graf Rudolf von Habsburg vor Basel.) — Graf Rudolf lag
eben damals vor Basel und belagerte die stadt. Die gesandten kamen gen
Strassburg : da fuhren die von Strassburg in aller stille mit ihnen hinauf.
Als die legaten ins lager kamen, wusste niemand was es wäre. Da eröff-
neten die legaten ihre Werbung und grüssten ihn als einen römischen
könig. Er nahm die artikel an, schwur sie zu halten, das reich wieder in
einen weg zu bringen und zu mehren. Darauf wurde friede im ganzen
lager, und alle gefangenen wurden loss. Da kamen die von Basel heraus
ins lager, wünschten ihm glück. Da begabte er die, zog ab und machte
allenthalben frieden. Hernach hat er seine töchter den kurfürsten und
denen die ihm die botschaft gebracht, verheirathet.

Unter den gesandten war graf Friedrich von Zollern, der Rudolfs
Schwester hatte; der heischte ihm erstlich das botenbrot. Dieweil aber
damals die burggrafschaft Nürnberg abgestorben, gab sie ihm könig Ru-
dolf zu lehen. Hernach hat könig Siegmund dem burggraffen von Nüren-
berg die kur und mark Brandenburg um 200,000 ducaten auf dem con-

Fol. 1
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