Bulletin de la Société pour la Conservation des Monuments Historiques d'Alsace — 2.Sér. 16.1893

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Tiefburgen gehôrt1, war mit einer quadratischen Umfaèsungsmauer von
ungefàhr 26 Meter Lange umgeben, deren Dîcke 2,50 Meter erreicht und
deren Hôhe noch heutzutage zwischen 10 und 15 Meter schwankt. Die
Ecken dieser aus Kalksteinwerkstücken hergestellten Mauer sind abgerun-
det und sehen deshalb von aussen fast wie Thürme aus2. Der runde
Wartthurm (donjon), der an der Südseite der Ringmauer, neben dem
von ihm beschützten Burgeingang, vorspringt, war jedoch der einzige
eigentliche Thurm, womit diese Veste versehen war. Dieselbe war mit
zwei concentrischen, von einem Nebenflüsschen der Saar — dem soge-
nannten Forstmattgraben — gespeisten Wassergrâben3 umringt. Von der
ehemaligen Zwingeranlage, welche die ganze Burg umschloss, und die aus
einer hinter dem inneren und breiteren Wallgraben errichteten Vormauer
(avant-mur) sowie aus einem zwischen derselben und der grossen Ring-
mauer sich herumziehenden Wehrgang (berme, chemin couvert) besland,
ist keine Spur mehr vorhanden, obgleich der Ingénieur Maurice Le Page,
der die sàmmtlichen Gemarkungen der Baronie Finstingen in den Jahren
1718—1722 neu vermessen, noch beti àchtliche Ueberreste davon gesehen
hat4.

Dieses sehr alte Schloss, das 1216 schon làngst exislirle und damais mit
den damit verbundenen Dôrfern (arx et dorninium) den Edlen von Wangen

1. Die mehrfach vorgeschlagene Ideatiücirung von Burg Steinsal, unterhalb Finstingen,
mit dem in dem Thierepos Ecbasis captivi (v. 676 — 699) erwâhnten Schlosse Stensile,
scheint mir niclit iiber jeden Zweifel erhaben, da letzteres als eine mitten in einemHoch-
gebirge (die Vogesen), auf einem schroffen Felsen [cacumine saxi) stehende and das Elsass
beherrscliende Bergveste dargestellt wird. Ebenso wenig entspricbt dieser Beschreibung
ein anderes, friiher oberhalb Finstingen, bei Oberstinzel gelegenes Schloss Steinsal, das
spater Saareck genannt wurde, wahrscheinlich im Gegensatze zu Geroldseck.

2. J. Nahbr, Me baugeschichtliche Entwickluvg der RiUerburgen in Südwest—Deutsch-
land (in den Bonner Jahrbüchern, Bd. LXXVI, S. 131): «Die Muschelkalkformation, welche
keine grosse Werkstücke liefern konnte, bedingte die Anwendung rundlicher Formen
und reichlichen Mortelverbands.» Daher aucli die runde Grundform mehrerer romanischen
Kirclithürme im Saargau (Berg, Weyer u. a.).

3. Mit Unrecht geben D. Fischer und X. Kraus nur einen Wassergraben an.

4. Derselbe hat namlich in dem von ihm verfassten Bannbuche der Gemeinde Nieder-
stinzel (« Terrier de Niedersleinsel») die Ruine Geroldseck folgendermassen beschrieben
(p. 237—238): «Une mazure ancien château de Geroldseck, en ruine depuis plusieurs
siècles, et encore haute de plus de 60 pieds, de ligure quarrée, dont les angles sont
arrondis, ayant seulement une entrée au milieu de sa face vers le midy, deffendue par
une tour ronde attachée à ladite face, munie d’une berme et avant-mur qui lui servait
de chemin couvert et de deux fossés, les faces dudit château sont égales de 90 pieds de
longueur« (Lothringisclier Fuss — 0m,287).

Geschichte.
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