Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 10.1902

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Wettbewerb um ein Bismarck-Denkmal zu Hamburg.

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\\ /ETTBEWERB UM
W EIN BISMARCK-
DENKMAL ZU HAM-
BURG. Fast unmittelbar
nach dem Ableben des
Fürsten Otto von Bismarck
bildete sich in Hamburg
ein Komitee, um die Mittel
für die Errichtung eines
Denkmals aufzubringen. In
kurzer Zeit war an frei-
willigen Beiträgen nahezu
eine halbe Million Mark zu-
sammengeflossen. Infolge-
dessen fasste man den Ent-
schluss, das Denkmal nicht
an der idyllischen Alster,
sondern auf dem hohen
Ufer der Elbe zu erbauen,
wo es ein Wahrzeichen der
Stadt für alle von fern her
eintreffenden Schiffe wer-
den sollte. Die Elb-Höhe,
die sich halbmondförmig
zwischen dem Millernthor-
Damm und der Kersten
Miles - Brücke vorschiebt,
bildet in der That einen
Stand - Ort von seltener
Grossartigkeit, und der
Erfolg des im Juni v. Js.
ausgeschriebenen Wettbe-
werbes hat mit seinen 219
Einsendungen bewiesen,
welche grosse Teilnahme
die gesamte Künstlerschaft
Deutschlands dieser ver-
lockenden Aufgabe entgegenbrachte. Dieses
Moment gibt uns die Veranlassung, auch
jetzt noch auf das Ergebnis des Wett-
bewerbes zurückzukommen, nachdem wir
einem Bericht über die bereits im Januar
stattgehabte Entscheidung, unserer Sonder-
Hefte wegen, nicht sogleich den für diese
Sache nötigen Platz einräumen konnten.

Das Preis - Gericht setzte sich aus drei
Architekten: Haller—Hamburg, Camillo
Sitte—Wien und Wallot—Dresden, drei
Bildhauern bezw. Kunst - Gelehrten: Diez
—Dresden, Maison—München und Dr. Treu

KRANZ METZNER — BERLIN.

Porzellan - Vase.

Ausgeführt von der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Berlin.

—Dresden und drei Vertretern der Stadt
Hamburg zusammen. Die Aufstellung der
Entwürfe, von denen etwa 100 in Gyps-
Modellen, die übrigen in Zeichnungen vor-
geführt waren, bot der dafür erforderlichen
Fläche von etwa 5000 qm wegen nicht
geringe Schwierigkeiten, wurde dann aber
in der Halle des Velodroms mit meisterhafter
Übersichtlichkeit arrangiert. An erster Stelle
steht der Entwurf des Bildhauers Herrn Hugo
Lederer und Architekten Herrn E. Schaudt
—Berlin, ein Monument von gewaltiger
Wucht der Empfindung, grossartig, sowohl
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