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ADELEBSEN

Der Kartenausschnitt zeigt den historischen
Ortskern Adelebsens, der aufgrund seiner Stra-
ßen- und Wegeführung, seiner einheitlichen
Parzellenstruktur und seiner bemerkenswerten
Bürgerhausarchitektur denkmalpflegerisches
Interesse beanspruchen kann und der sich so-
mit deutlich von den nördlich angrenzenden
großflächigen Neubausiedlungen absetzt. Ge-
prägt und beherrscht wird das Ortsbild indes
von der weithin sichtbaren Höhenburg, die auf
einem steil zum Schwülmetal abfallenden
Buntsandsteinsporn entstand. In ihrer Gesamt-
heit umfaßt die Burganlage den bebauten
Burgberg, den nur noch rudimentär erhaltenen
Terrassengarten sowie den umgestalteten
Park, die zu einer Gruppe baulicher Anlagen
zusammengefaßt sind. Das fortifikatorische
Herzstück der zu einem schloßartigen Adelssitz
umgestalteten Befestigungsanlage bildet der
wohl aus der Mitte des 13. Jh. stammende, an-
nähernd 40 m hohe Wohnturm, der mit der na-
hegelegenen Martinikirche korrespondiert. Aus
dem Baubestand der am Fuße der Burg gelege-
nen Gutsanlage hebt sich das sogenannte „Hu-
bensackhaus” heraus, ein langgestreckter,
doppelgeschossiger Fachwerkbau mit reich
dekorierter Gebälkzone.
Ortsbildprägend ist die von Nordosten nach
Südwesten verlaufende, leicht gekrümmte
Lange Straße mit ihren charakteristischen dicht
gereihten, giebelständigen Bauten, die nur
durch schmale Traufengäßchen voneinander
getrennt sind. Einheitsstiftendes Merkmal der
doppelgeschossigen Fachwerkbauten ist der
Längsaufschluß. Mehrere der bis in die Mitte
des 17. Jh. zurückreichenden (Lange Straße 9
von 1656) und überwiegend aus dem späten
18. Jh. bzw. frühen 19. Jh. stammenden Bür-
gerhäuser sind Längsdielenhäuser, die sich
wesentlich von den queraufgeschlossenen
Mitteldeutschen Hausformen unterscheiden,
die im Kreisgebiet vorherrschend sind.

Besondere Akzente setzen auch die zahlrei-
chen holzverschalten Fachwerkbauten (Lange
Straße 2, 21; Am Mühlenanger 8 etc.).
Zu einer Gruppe baulicher Anlagen ist die ein-
zeilige Bebauung des Kirchwegs zusammen-
geschlossen, die, leicht ansteigend, gleichsam
die Verbindung vom Ortskern zur Burganlage
hergestellt.
Außerhalb des Ortskerns sind die Stegemühle,
das Empfangsgebäude der DB (1910) und der
gut erhaltene jüdische Friedhof ausgewiesen
worden, dessen etwa 100 Grabmale vornehm-
lich aus dem 19. und frühen 20. Jh. stammen.
Besondere siedlungs- und baugeschichtliche
Bedeutung beanspruchen die außerhalb des
Kartenschnittes gelegene Kapellenruine St.
Maria der Wüstung Reynhardeshagen und die
Rudimente des nahe gelegenen mehrgeschos-
sigen Wartturmes.

Kartengrundlage: Deutsche Grundkarte 1:5000,
4424/3, 4424/4, 4424/9, 4424/10, verkleinert auf
1:10000.
Vervielfältigungserlaubnis erteilt am 23. 12. 1991,
AZ. 300/1/4/92, durch den Herausgeber, Katasteramt
Göttingen.

BARTERODE

Etwa seit der 1. Hälfte des 18. Jh. wurde das
ursprünglich reine, unregelmäßig geschnittene
Haufendorf Barterode um eine südlich an-
schließende straßendorfähnliche Ansiedlung
(Göttinger Straße) erweitert, die heute das
Rückgrat des Straßennetzes bildet. Neben der
Göttinger Straße umschließen Hohle Straße,
Bergring, Unterm Osterberge und Am Ort den
historischen Ortskern und bilden mit den
schmalen Straßen- und Verbindungswegen
und der ungleichförmigen Parzellierung einen
denkmalpflegerischen Interessenbereich. In
der zumeist heterogenen, häufig stark verän-
derten Bausubstanz, die überwiegend aus der
2. Hälfte des 18. Jh. stammt, setzt die Pfarrkir-
che St. Pankratii einen deutlichen Akzent, die
sich von der umschließenden kleinteiligen
Fachwerkbebauung abhebt und den Mittel-
punkt des historischen Ortskerns darstellt. Im

Umkreis der Kirche sind Bethelstraße 5 und 7
zu einer Gruppe zusammengefaßt, die prägen-
den Einfluß auf das Straßenbild nehmen. Ein-
zeldenkmale von bau- und ortsgeschichtli-
chem Wert sind Göttinger Straße 19, 29, Am
Ort 3 und Bethelstraße 8.
Westlich von Barterode, außerhalb des Karten-
schnitts, kann nur noch dem malerisch gelege-
nen Mühlengebäude der Oberen Auschnippe
aus dem frühen 18. Jh. aufgrund seines Erhal-
tungszustandes Denkmalwert beigemessen
werden.

Kartengrundlage: Deutsche Grundkarte 1 :5000,
4424/16, 4424/17, verkleinert auf 1 :10000.
Vervielfältigungserlaubnis erteilt am 23. 12. 1991,
AZ. 300/1/4/92, durch den Herausgeber, Katasteramt
Göttingen.

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