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belhäuserreihen mit z.T. breiten, die rückwärti-
gen Nebengebäude erschließenden Längs-
durchfahrten erhalten. Mehrere der bis in die
Mitte des 17. Jh. zurückreichenden und über-
wiegend aus dem späten 18. Jh. bzw. frühen
19. Jh. stammenden Fachwerkbauten sind
Längsdielenhäuser (Lange- und Obere Straße)
und zeigen an, daß hier der Grenzsaum zwi-
schen Niederdeutschem Hallenhaus und quer-
aufgeschlossenen Mitteldeutschen Haus- und
Hofformen verläuft. Auffallend ist die große Zahl
der im frühen 19. Jh. holzverschalten Fach-
werkbauten, die dem Straßenbild ein besonde-
res Gepräge geben (Lange Straße, Mühlenan-
ger 8). Städtebauliche Akzente setzen die stark
ansteigende kleinteilige Fachwerkzeile am
Kirchweg, die eine Verbindung zwischen
Schloß und Ortskern herstellt, und das Rathaus
(Lange Straße 1) von 1827, ein stattlicher, auf
hohem Quadersockel errichteter Fachwerk-
bau, der als point de vue am oberen Ende der
Lange Straße, ein weithin sichtbares architek-
tonisches Merkzeichen bildet.
Zu den bemerkenswerten Einzelobjekten zäh-
len der erst kürzlich instand gesetzte giebel-
ständige Bau Lange Straße 31 aus dem Ende

des 17. Jh. und die beiden längserschlossenen
Fachwerkbauten Lange Straße 9 und Obere
Straße 7, erbaut 1656 bzw. 1649. Auf den Füll-
hölzern der Vorkragung erkennt man flach auf-
gelegte beschlagwerkartige Schmuckformen
(Seepferdchenmotiv) - Zierformen, die außer-
halb Mündens im Landkreis Göttingen kaum
noch anzutreffen sind.
Burg und ehemaliges Vorwerk
Aufgrund ihrer herausgehobenen Stellung auf
der Spitze eines nach Süden hin gerichteten,
steil zum Schwülmetal abfallenden Bergsporns
kommt der stattlichen Burganlage mit ihrem als
Stadtkrone wirkenden, weithin sichtbaren
Bergfried, dem ältesten erhaltenen Teil der
Burg, eine besondere ortsbildprägende Be-
deutung zu. In ihrer Gesamtheit umfaßt die
Burganlage den bebauten Burgberg, den ver-
mutlich im 17. Jh. angelegten, heute nur noch
in Resten erhaltenen Terrassengarten, den
durch H. Matern 1945 umgestalteten prächti-
gen Park sowie den am Fuße der Burg liegen-
den Wirtschaftshof. Die eigentliche Burg glie-
derte sich in Hauptburg und Vorburg, die durch
einen Quergraben voneinander getrennt waren;

ihnen wurde 1740 die Unterburg angefügt. Das
fortifikatorische Herzstück der gesamten Befe-
stigungsanlage bildet der neungeschossige,
auf der Feldseite annähernd 40 m hohe Wohn-
turm, der wohl um die Mitte des 13. Jh. begon-
nen wurde.
Während der Unterbau des über fünfeckigem
Grundriß sind erhebenden Turmes aus rötlichen
Sandsteinquadern besteht, nur unterbrochen
von schlitzartigen Lichtöffnungen, sind die
oberen Geschosse in weniger sorgfältig ge-
mauertem Bruchsteinmauerwerk ausgeführt,
in dem große spitzbogige Maßwerkfenster vor-
gesehen waren. Die Geschosse sind z.T. durch
umlaufende Gurtgesimse voneinander abge-
setzt.
In gleicher Mauerwerktechnik wie die Oberge-
schosse des Wohnturms ist das an der Südost-
ecke der Hauptburg gelegene und ebenfalls in
die 2. Hälfte des 14. Jh. zu datierende „Hinter-
haus” erbaut, das heute zu Unrecht Mosthaus
genannt wird. Der um 1600 zunächst verän-
derte, nach einem Brand 1626 wieder aufge-
baute Bruchsteinbau über trapezförmigem
Grundriß, zeigt einen strengen, fast ungeglie-
derten Fassadenaufbau, von dem sich der po-

Adelebsen, Obere Straße 16, Wohnhaus Adelebsen, Lange Straße 23, 21, 19ff


Adelebsen, Mühlenanger 18


Adelebsen, Stegemühle, ca. 1800


Adelebsen, Lange Straße 1, Rathaus, 1827


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