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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0127
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besitzt eine dreischiffige Raumordnung, die der
u-förmigen Emporenanlage verdankt wird, de-
ren Säulenstützen in zweigeschossigem Aufbau
die Flachtonne des Mittelschiffes tragen. Die
Altarwand mit eingefügter Kanzel über dem
Altar, die den westlichen Abschluss des Mit-
telschiffs bildet, wurde nach dem Entwurf des
„Landbauconducteurs“ Bode aus Northeim
ausgeführt.
Das Ortsbild besitzt, zumeist mehr oder
weniger stark verändert, noch eine Anzahl von
baulichen Zeugnissen der älteren Geschichte
des Dorfes. Ein anschauliches, noch ursprüng-
liches Bild des ortsüblichen Wohnwirtschafts-
gebäudes älterer Zeit gibt das Haupthaus des
Hofes Dorfplatz 14, ein breiter, zweigeschos-
siger Fachwerkbau mit älterem Wohnteil aus
der 1. Hälfte des 18.Jh. und anschließendem
großen Wohn- und Wirtschaftsflügel der Zeit
um 1800. Ein von der Anlage her gleichartiges,
jedoch einheitlich erbautes Haus ist das
benachbarte stattliche Wohnwirtschaftsge-
bäude Im Unterdorf 1, ein Fachwerkbau von
1845.
HARDEGSEN/TRÖGEN

Trögen, 1401 urkundlich erwähnt, liegt im Tal
der Espolde etwa 3 km nördlich der Stadt
Hardegsen. In älterer Zeit gehörte das Pfarrdorf
zum Amte Moringen. Mit der Gebiets- und
Verwaltungsreform von 1974 wurde es Ortsteil
der Stadt Hardegsen. Die Ortsanlage zieht sich
vom Dorfkern im Süden weit hinaus nach
Norden auf dem rechten Ufer der Espolde und
entlang des alten, dem Flusstal folgenden
Weges nach Ussinghausen und Fredelsloh
(L 553), der gegen Ende des 19.Jh. zur Land-
straße ausgebaut wurde. Das Ortsbild ist nur im
südlichen Kernbereich von Interesse, hier
bilden schlichte Fachwerkgebäude des 18. und
19.Jh. im Umkreis um die ev. Pfarrkirche eine
geschlossene ortsbildprägende Baugruppe.
Die Pfarrkirche besitzt noch ihren mittelalter-
lichen Westturm, einen viergeschossigen
Bruchsteinbau mit Eckquaderungen, wenigen
schmalen Fensterschlitzen in den Oberge-
schossen und abschließendem Satteldach, ein
Bau, der in seiner Art den Wehrkirchen des
Uslarer Gebiets (vgl. Gierswalde, Fürstenhagen,
Offensen, Verliehausen) nahe verwandt er-
scheint. Das an den Turm angebaute saalartige
Schiff wurde nach Aussage der Datierung am
Südeingang um 1596 errichtet und 1766 durch
einen Fachwerkbauteil mit polygonalem Ost-
abschluss verlängert.
Die im Kranz die Kirche umstehenden Wohn-
und Wirtschaftsgebäude sind zumeist schlichte
Fachwerkbauten des 18. bis Anfang 19.Jh. (Im
Winkel 1,2, Unterdorfstraße 1,2, 3, 4, 8). Unter
ihnen befindet sich nördlich der Kirche das
Pfarrhaus, ein Fachwerkbau der Zeit um 1750,
der gegen Mitte des 19.Jh. nach Osten erwei-
tert wurde (Unterdorfstraße 3). Geschoss-
vorkragungen über gerundeten Füllhölzern, wie
sie noch über die Mitte des 18.Jh. hinaus üblich
waren, besitzen Im Winkel 1, 2 und Unterdorf-
straße 2, die übrigen Häuser sind vorkra-

„Karte von der Feldmark der Ortschaft Lutterhausen“, 1867/68, Ausschnitt. Amt für Agrarstruktur Hannover



Lutterhausen, Im Unterdorf 1, Wohnwirtschaftsgebäude, 1845

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