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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0284
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"Charte der Feldmark Berwartshausen ..." , Ausschnitt, 1854/55. Amt für Agrarstruktur Hannover, Karte 41/3
Northeim


NORTHEIM/BERWARTSHAUSEN

Westlich der Stadt Northeim, unmittelbar an der
B 7, liegt das kleine Dorf Berwartshausen auf
etwa 130 m ü. N. N. Eng verknüpft sind die
Anfänge des 1156 als „Bergadeshusin“ erst-
mals in den Schriftquellen genannten Dorfes mit
dem nahe gelegenen Schnedinghausen, wo im
frühen 13.Jh. das Zisterzienserkloster Ame-
lungsborn einen Klosterhof gründete.
Die Lage des Dorfes an der Moore wird
anschaulich in dem „Gesamtplan“ von 1754,
der auch Auskunft über die Gruppierung der
Bauten und die Existenz von „Zehnt-Scheune“
und „Dörfl. Hirtenwohnung“ gibt. Bezeichnet
wird die Siedlung als „Closter Dorf“. Die
Ortsstruktur im 19.Jh. dokumentiert auch die
„Carte der Feldmark Berwartshausen des Amts
Moringen“ von 1854/55, die im Amt für
Agrarstruktur (Hannover) aufbewahrt wird.
Kartiert sind die baulichen Anlagen der sechs
Halbhöfner, der vier Anbauerstellen und des
Vollhöfners.
Heute setzen die Bauten Dorfstraße 1,3, 8 und
Moorestraße 3 bauliche Akzente.


Berwartshausen, Dorfstraße 8, Hofanlage

Bühle, Blick vom Kirchberg


Herauszustellen ist die geschlossene Vierseit-
anlage Moorestraße 3 am nördlichen Ortsaus-
gang, eine nahezu ungestört erhaltene Hofan-
lage der 2. Hälfte des 19.Jh. mit älterer trans-
lozierter Scheune (Lutterhausen), die zugleich
den Westabschluss der Hofanlage bildet. Der
stattlichen, quer aufgeschlossenen Durch-
fahrtsscheune ist zur Hofseite ein späterer
Anbau vorgelagert. Das teilweise mit Blech-
plattenbehang verkleidete Wohnhaus, datiert
1870, präsentiert sich als zeittypischer Bau.
NORTHEIM/BÜHLE

Einfluss auf die Topographie des am Südrand
des Kreisgebietes gelegenen Ortes Bühle
nehmen die Ausläufer von Piepenberg, Mäuse-
berg, Burgberg und Hannenberg, die den
Ortskern einfassen und überragen. In Ab-
hängigkeit von den topographischen Voraus-
setzungen entstand ein Straßensystem, wel-
ches geprägt ist durch die leicht gekrümmte
Bühlstraße unterhalb des Kirchbergs, die im
Alten Dallhofsweg bzw. in der Meinshäuser
Straße/Auf der Klappe ihre Fortsetzung findet.
Die K 421 stellt die Verbindung mit Nörten-
Hardenberg her.
Nach Th. Eckart war das Dorf Bühle, das erst-
mals 1103 urkundlich als „Buile“ genannt wird,
im 14.Jh. Eigentum der Herren von Hedenheim,
die ihren Besitz 1345 an die Familie von Har-
denberg verkauften, die, so berichtet die
Quelle, hier ein Vorwerk und „große Wirt-
schaftsgebäude“ errichtete.
Nachgewiesen werden konnten die spärlichen
Rudimente der nordostwärts von Bühle gelege-
nen hochmittelalterlichen Turmburg, die in der
Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1784
als „Bühler Burg“ kartiert ist. Diese Turmburg
wird auch in Verbindung gebracht mit einer
Urkunde aus dem Jahre 1440, in der belegt ist,

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