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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0285
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dass die Herren von Hardenberg ihren Teil des
Zehnten uppe den Kraenenberge, „uppe deme
Balhornde und ... over der Oldenburg“ an
Dietrich Helmold verkauften. Nach den Unter-
suchungen von 1972 bildet die „Alte Burg“
einen gratartigen Höhenrücken, der nach Nord-
westen sehr steil abfällt, auf dessen höchs-
tem Punkt ein schmaler Rundwall (Durch-
messer 5 m) angelegt wurde. Obertägige
Mauerwerksreste lassen sich nicht mehr finden.
Der „Grundriß des Adelichen Hardenbergischen
Gerichts-Dorfs Bühle“ aus der Zeit um 1720
gibt Auskunft über Lage und Gruppierung der
Hofstellen und deren Aufreihung an Meins-
häuser Straße und Bühlstraße, die noch heute
das Rückgrat des Dorfgrundrisses bilden.
Vorherrschend sind in der Bildquelle des frühen
18.Jh. kleinteilige Hofstellen auf schmalen, lang
gestreckten Streifenparzellen. Die Keimzelle
des Dorfes bildet die exponiert gelegene Kirche
St. Oswald auf dem Kirchberge - ein im Kern
mittelalterlicher rechteckiger Bruchsteinbau mit
3/8-Chorschluss.


f 3
p
9

Bühle, Kirche St. Oswald, Blick auf den Chor

Zurückverfolgen lässt sich der überkommene
Althausbestand Bühles, der im Wesentlichen
aus doppelgeschossigen, stockwerkweise
abgezimmerten Fachwerkbauten des 19.Jh.
besteht, bis in die Zeit um 1700: Auf dem
Kirchberge 12, Borntal 3, Bühlstraße 20, In der
Gasse 2, Progasse 4.
Herauszustellen ist das bauliche Ensemble Auf
dem Kirchberge 3, 4, 5, 6, 8, 10 und 12 auf
einer baumbestandenen Anhöhe, überragt und
bestimmt durch die Kirche St. Oswald.

Ev. Kirche St. Oswald
Auf einem nach Süden abfallenden Terrain ent-
stand mit der Kirche St. Oswald das be-
herrschende Gebäude Bühles, ein in Bruch-
stein gemauerter rechteckiger Saalbau mit
Polygonchor, dem nachträglich im Westen ein
Glockenhaus (?) in Fachwerkbauweise vorge-
legt wurde. Zur Ableitung des Gewölbeschubes
sind im Chorbereich abgetreppte Strebepfeiler
aufgemauert worden. Die Bauinschriften
(Schlussstein über Portal „1704“ und Lang-
hausfenster „1817“) weisen offenkundig auf
bauliche Veränderungen des wohl um 1300
entstandenen Sakralbaues hin.
Die um 1785 entstandene Orgel schuf Johann
Wilhelm Schmerbach.

Vorwerk Levershausen
Nordöstlich von Bühle, eingebunden zwischen
dem keilartig sich vorschiebenden Wieter und
dem großflächigen Staatsforst Katlenburg, ent-
stand das Vorwerk Levershausen, dessen
Anlage im 18.Jh. der Grundrissplan von 1743
wiedergibt. Zu jener Zeit bestand das Vorwerk
aus zwei nahezu geschlossenen Vierseithöfen.
Die überkommenen zumeist massiven
Wirtschaftsgebäude (Scheunen, Stall und
Speicher) sind trotz ihrer baulichen Eingriffe von
denkmalpflegerischem Interesse. Herauszu-

"Grund-Riß des Hochadelichen ... Vorwercks Levershausen", Ausschnitt, 1743. Hauptstaatsarchiv Hannover
22 I Levershausen 1 pg


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