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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0291
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auch der lang gestreckte eingeschossige Fach-
werkbau mit breit gelagertem Zwerchhaus, der
offenbar als Arbeiterhaus diente und der die
Ostseite des Hofraumes begrenzt.

NORTHEIM/EDESHEIM

Die weite und ertragreiche Leinetalniederung
nutzend entstand nördlich von Northeim der
Ort Edesheim auf etwa 125 m ü. N. N., über-
ragt im Osten von Wasenberg und Edesheimer
Berg.
Im Jahre 1141 wird „Edeshem“ erstmals
urkundlich genannt. In dieser Schriftquelle wer-
den u.a. sechs Hufen Land, die das Blasius-
kloster Northeim in Edesheim besaß, bestätigt.
Bestätigt wird in einer Urkunde von 1466 auch
der Verkauf des hiesigen Vorwerks von 4,5
Hufen für 375 Gulden an Johann Adonis.
Wie in zahlreichen anderen Orten des süd-
niedersächsischen Raumes beschränkten sich
nach 1600 auch in Edesheim die wesentlichen
Veränderungen auf den inneren Ausbau des
Dorfes. So wurden zahlreiche alte Vollhöfe
aufgegliedert, sei es im Erbgang, sei es durch
staatliche Maßnahmen, insbesondere nach
dem Dreißigjährigen Krieg, als zahlreiche Hof-
stellen wüst lagen. So wurden in Edesheim alle
neun Vollhöfe und drei Halbhöfe bis 1757
aufgeteilt. Die Auswirkung zeigt die „Karte von
der Feldmark des Dorfes Edesheim Amt’s
Northeim“ von 1864/65, die zugleich die räum-
liche Ausdehnung des Ortes mit der Gruppie-
rung der Hofstellen und das gliedernde Stra-
ßen- und Wegesystem dokumentiert. Kartiert
ist ein kompaktes geschlossenes Haufendorf
mit einem dichten Wegenetz, das unterschied-
lich große, unregelmäßig zugeschnittene Par-
zellen mit zumeist Zwei- und Dreiseithöfen
erschließt. Eine Verdichtung der Bebauung
lässt sich beidseits der Kalefelder Straße und im
Umkreis Am Thie erkennen. Von diesem his-
torisch gewachsenen markanten Ortskern hebt
sich westlich des Koppelweges eine neuere
Ortsranderweiterung („Alte Siedlung“) mit
gleichmäßiger Parzellierung deutlich ab.
Denkmaleigenschaft besitzen die Bauten Alte
Schulstraße 1,2,3, 5, Am Thie 12, Kalefelder
Straße 2, Katzenstraße 5, Leinestraße 38, St.
Mauritiusstraße 5, 8 und die Kirche St. Mau-
ritiusstraße; zu einer Gruppe baulicher Anlagen
schließen sich das Wohnhaus Alte Schulstraße
1, die ehemalige Schule Alte Schulstraße 3 und
das Wohnhaus Alte Schulstraße 5 zusammen -
ein Ensemble, das wesentlich zur Wirkung des
Ortsbildes beiträgt.
Das zweifellos älteste überkommene Gebäude
des Dorfes ist das Wohnwirtschaftsgebäude
des Dreiseithofes St. Mauritiusstraße 5 wohl
aus der 2. Hälfte des 17.Jh. Im Schrifttum als
Linden-Körber-Hof bezeichnet bildet das
Wohnwirtschaftsgebäude die südwestliche Be-
grenzung des Kirchplatzes. Auf Grund seines
Alters, Erhaltungszustandes und seiner kons-
truktiv gestalterischen Gefügeelemente strahlt
der prächtige Hauptbau weit über die Orts-
grenzen hinaus.


Edesheim, Leinestraße 38. Wohnhaus der Hofanlage


Edesheim, Katzenstraße 5, Wohnhaus der Hofanlage mit markanten Fußwinkelhölzern in den Brüstungsgefachen

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