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Kämmerer, Christian [Editor]; Lufen, Peter Ferdinand [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 7,1): Landkreis Northeim: Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling — Braunschweig, 2002

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44420#0352
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"Plan der Feldmarck vor Schönhagen..." Zeichnung von G. Chr. Timaeus 1746. Nieders. Hauptstaatsarchiv
Hannover, 22 o/ Schönhagen 1 pg

Schönhagen, Bornstraße 2, Pfarrkirche, 1827-31, Architekt L. Hellner


Flügelaltar mit der Darstellung der Anbetung
der Könige im geschnitzten Mittelschrein und,
auf den gemalten Außenflügeln, der Verkün-
digung Mariä und Geburt Christi, wohl ein süd-
niedersächsisches Werk aus dem Anfang des
15.Jh. und der Werkstatt eines Göttinger
Meisters entstammend.
Die überwiegend junge und erneuerte
Bausubstanz auf den Höfen des Dorfes weist
kaum noch Bemerkenswertes auf. Ein hand-
werklich guter Brückenbau ist die steinerne
Brücke, die am westlichen Ortsrand die
Schwülme mit einem Segmentbogen über-
quert, ein Quaderbau von 1893 (Lichten-
bergstraße).
USLAR/SCHLARPE

Das Dorf, das 1315 als “Slerpe” erstmals
urkundlich erwähnt wurde, liegt abseits der
großen Straßen eingebettet in das bewaldete
Bergland am äußersten Ostrand des heutigen
Stadtgebiets von Uslar. Schlarpe gehörte in
älterer Zeit zum Amt Hardegsen, kam mit der
Zusammenlegung der Ämter Hardegsen und
Moringen 1820 zum neuen Amt Moringen und
1859 schließlich zum Amt Uslar. Mit der
Gebietsreform von 1974 wurde die Gemeinde
Ortsteil der Stadt Uslar.
Der Ort besitzt, abgesehen von seiner alten
Kirche, kaum noch unverändert überkommene
Zeugnisse seiner älteren Geschichte. Der von
Sandsteinmauern umfasste Kirchhof befindet
sich auf ansteigendem Gelände im Zentrum
des Dorfes. Wie dies bei einer größeren Zahl
von Kapellen des Uslarer Raums der Fall ist,
hatte auch die Kirche von Schlarpe in alter Zeit
Wehrfunktion. Der rechteckige, 18 m hohe
Turm mittelalterlicher Entstehungszeit ist ein
Bruchsteinbau mit Eckquaderungen, dessen
Mauerwerk auf drei Seiten von schmalen
Scharten durchbrochen wird, in denen der
Wehrcharakter des Gebäudes noch anschau-
lich wird. Das oberste Fachwerkgeschoss mit
abschließendem Pyramidendach wurde 1948
hinzugefügt. Der Turm, dessen überwölbtes
Erdgeschoss den Altarraum der heutigen
Kirche bildet, ist östlich angebaut an ein saalar-
tiges, in seinem Kern gleichfalls mittelalterliches
Langhaus, das seine gegenwärtige Gestalt
1771 im Zuge eines Umbaues erhielt.

Bollertsmühle
Ganz am Nordrand der Schlarper Gemarkung
am Fuße des Bollerts liegt die Bollertsmühle, ein
alter Mühlenstandort, der jahrhundertelang
auch Vorspanndienste leistete für den steilen
Weg, den bis zum Bau der Sollingchaussee in
den Jahren 1828-32 die Alte Uslarer Straße von
hier aus über den Bollert nach Hardegsen
nahm. Das Mühlenanwesen ist ein umfangrei-
cher Komplex von Fachwerkgebäuden der 1.
bis 2. Hälfte des 19.Jh., unter denen das
giebelständige Wohn- und Mühlenhaus (datiert
1839) dominiert (Bollertsmühle 1). Die alten
technischen Einrichtungen der Wassermühle
bestehen heute nicht mehr, und Mühlenteich

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